Manchmal kommt es auf die Größe an

Es ist wohl kein Zufall, dass die Bouteille, also die 0,75-Flasche, zum Standard für Qualitätsweine geworden ist. Schließlich ermöglicht es ihr Füllvolumen einerseits auch bei geringem Konsum die Flasche leer zu trinken, bevor ihr Inhalt einige Tage (oder manchmal auch erst Wochen) nach dem Öffnen beginnt an Qualität zu verlieren. Und andererseits reicht ein dreiviertel Liter auch bei größerem Weinbedarf meistens, um als Gastgeber nicht nur mit dem Öffnen der jeweils nächsten Flasche beschäftigt zu sein.

Trotzdem sind Großflaschen manchmal die bessere Wahl.

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Zeitlos

Reife Weine, besonders trockene weiße, sind ein Minderheitenprogramm. Die Aromenwelt des Alters erschließt sich in den seltensten Fällen spontan, sondern verlangt dem Verkoster ein gewisses Maß an Offenheit ab. Dabei ist natürlich nicht alles, was alt schmeckt automatisch gut, aber es gibt eben doch gar nicht so wenige Weine, denen die Reife eine spannende neue, … Weiterlesen

Spritzermania

Vielleicht wäre die ganze Sache ja auch ohne Corona gekommen. Die Pandemie hat aber sicherlich einen großen Anteil an der aktuell grassierenden Spritzermania der österreichischen Weinwirtschaft. Man könnte meinen, fast jeder Weinbauer füllt mittlerweile trinkfertig gemischten Spritzer in kleine Flaschen für den unkomplizierten Genuss zwischendurch. Natürlich ist es kein Zufall, dass die Welle gerade jetzt, … Weiterlesen

Speisenbegleiter

Ich genieße Wein hauptsächlich zum Essen. Das ist (oder zumindest war) nicht unbedingt typisch für unsere Gegend, wo man Wein sehr oft eher nach dem Essen in geselliger Runde trinkt. Salopp könnte man sagen, dass man bei uns in Gasthäusern gefragt wird, welches Getränk man zum Essen trinken möchte, während in Frankreich, Italien und anderen … Weiterlesen

Tänzelnde Leichtigkeit

Es gibt unter den Weinfreaks im Internet viele, die alles besser wissen. Und manche, die es gerne besser wissen möchten. Letztere nehmen auch Erklärungen von der „falschen“ Seite an, setzen sich damit sachlich auseinander und sind bereit, ihr Weinweltbild zu erweitern. Die Besten besitzen außerdem eine Portion Selbstironie die sie davor bewahrt, ihre eigene Sichtweise … Weiterlesen

Heimgenuss

Leider ist die Gastronomie ja derzeit geschlossen und wir wünschen unseren Freunden und Kunden aus diesem Bereich alles Gute. Bis wir uns wieder an den servierten Genüssen erfreuen können, bemühen wir uns zu Hause unsere Geschmacksknospen zufrieden zu stellen. Meine Eltern plündern zu diesem Zweck gerade unsere Privatvinothek und haben ein Pinot-blanc-Vertikale gestartet, bei der … Weiterlesen

Rotweinfinish

Den heutigen Regentag nützen wir, um die letzten Entscheidungen für die Rotwein-Abfüllung in zwei bis drei Wochen zu treffen. Die leichteren, fruchtbetonten 2014er entwickeln sich wie erwartet ein wenig rascher als die letzten Jahrgänge und deshalb werden wir die Abfüllung von Mitte/Ende August auf Anfang Juli vorziehen. Außerdem kommen bei der Gelegenheit Blaufränkisch Reserve, Rote … Weiterlesen

Reife Genüsse

Auch wir lassen es uns zwischen Weihnachten und Neujahr meistens gut gehen. Es wird ein wenig aufwendiger gekocht als sonst, Weihnachtsbäckereien sind allgegenwärtig und natürlich kommt auch der eine oder andere besondere Tropfen ins Glas. Vorgestern war es neben einem tollen Riesling 2011 von Karl-Josef Thul (mein zweiter „Internet-Kollege“ von der Mosel neben Harald Steffens) … Weiterlesen

Simple Genüsse

Ein richtiges Festmahl ist ohne Wein nicht vollständig. Das ist weitestgehend unbestritten und allgemein bekannt. Viel weniger geläufig ist allerdings, dass ein gutes Glas Wein auch einfachsten Speisen ein ganz besonders Flair verleihen kann. So schmeckte zum Beispiel mein pannonisches Schmalzbrot zum Abendessen vor ein paar Tagen auch „solo“ recht gut. Erst mit ein (oder zwei) … Weiterlesen

Langer Atem

Wie sich ein Wein nach dem Öffnen der Flasche entwickelt und wie lange er Trinkvergnügen bietet, ist eines der vielen Mysterien rund um den Rebensaft. Obwohl die wichtigsten Einflußfaktoren bekannt sind (SO2-Spiegel, Weinstil und -ausbau, etc.) läßt sich kaum vorhersagen, ob man einen Wein spätestens am nächsten Tag austrinken sollte, oder ob er auch nach … Weiterlesen

Unverstanden

Foto: steve.haider.com

Wie regelmäßige Blogleser wahrscheinlich bereits mitbekommen haben, ist die in Weinfreak-Kreisen nicht selten praktizierte Überhöhung des vergorenen Traubensaftes meine Sache nicht.

Mein Zugang zum Thema Wein ist ein eher bodenständiger und die mitunter gebrauchte Formulierung vom „verstehen“ eines Wein(stil)es zählt deshalb auch nicht zu meinem Wortschatz.  Normalerweise.

Vor ein paar Tagen hat mir die aktuelle Print-Ausgabe der Zeitschrift Vinaria jedoch nicht nur ein Déjà-vu-Erlebnis der besonderen Art, sondern auch ein zumindest für mich recht eindeutiges Beispiel von Unverständnis in Sachen Wein beschert.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (13)

 Foto: ÖWM-Griesch komprimiert

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Verschwimmende Koordinaten

Die Geschmacksvorlieben der heimischen Meinungsmacher in Sachen Wein befinden sich, wie z.B. hier für die Sorte Blaufränkisch beschrieben, stark im Wandel. Anders als noch vor zwei, drei Jahren singen heutzutage die allermeisten Weinmedien das hohe Lied der Eleganz und Feinheit (auch wenn dann nicht selten trotzdem die dicken Brummer auf den Podestplätzen der einschlägigen Verkostungen landen).

Wie es scheint, führt diese Entwicklung aber nicht nur zu einer Verschiebung der Stilbewertungskriterien in den Weinmedien, sondern vermehrt auch zu Fällen der völligen Auflösung des bisherigen Koordinatensystems der Weinbewertung.

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Erschreckendes Unverständnis

Welschriesling 1985

Reife Weine sind kein einfaches Thema. Gehen doch die Geschmäcker bei älteren Jahrgängen noch viel weiter auseinander, als bei aktuellen.

Honigaromen, Trockenfrüchte, Schwarztee, welkes Laub und Petroleum im Bukett eines Weines sind nicht jedermanns Sache. Und weil es heutzutage kaum noch gereifte Jahrgänge auf dem Markt gibt, hat der moderne Weinkonsument auch fast keine Chance mehr, diese Eindrücke kennen- und mit der Zeit vielleicht auch schätzen zu lernen.

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Nüchtern betrachtet

 Foto: steve.haider.com

Natürlich enthält mein Bericht über eine Studie, die festgestellt hat, dass Weininteressierte weniger mit alkoholärmeren Weinen anfangen können ein wenig Polemik und ein gehöriges Maß an Provokation.

Wie durchaus zurecht in den Kommentaren kritisiert, ist die Untersuchung nicht wirklich repräsentativ und steht wohl auch methodisch auf schwachen Beinen.

Völlig von der Hand zu weisen ist der Gedanke, dass Weinfreaks sich mit leichten Weinen schwerer tun meiner Meinung nach aber trotzdem nicht. Auch wenn manche Weinprofis sogar behaupten, niemand wolle die dicken Brummer wirklich.

Mehrere Alltagsbeobachtungen legen nämlich eher das Gegenteil nahe:

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (11)

Foto: steve.haider.com

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Gut gehalten

Im Sommer 1994 war ich mit dem Absolventenverband meiner Weinbauschule knapp zwei Wochen in Kalifornien unterwegs und habe dabei zahlreiche Weingüter besucht.

Nicht zuletzt weil der Dollar damals günstig stand, war mein Koffer beim Heimflug um 10 Flaschen der besten Weine Kaliforniens aus den Jahrgängen 1989 und 1990 schwerer.

Diese Trophäen wollten natürlich im richtigen Rahmen präsentiert werden, und deshalb begann ich schon bald nach der Reise mit der Planung einer großen Blindprobe im Frühjahr 1995. Auch mein erster selbstvinifizierter Wein, ein Cabernet Sauvignon 1993, der damals noch im Faß lag, sollte natürlich unbedingt dabei sein.

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Stein und Wein

Stein und Wein

Nachdem das Signalwort „Terroir“ soweit abgedroschen wurde, dass es mittlerweile auch schon auf dem Rücketikett jedes zweiten Billigweins aufscheint, hat die Weinszene einen neuen Modebegriff gefunden: Mineralität im Wein.

Wie ich bei zwei völlig unterschiedlichen Verkostungen in der letzten Zeit erleben durfte, gibt es zwar mitunter eine gewisse Übereinstimmung, welche Weine denn mineralisch schmecken, und welche nicht. Die Definition dieses Eindrucks könnte aber von Verkoster zu Verkoster unterschiedlicher nicht sein.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (10)

Foto: ÖWM-Griesch komprimiert

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Ein schönes, wenn auch nicht unbedingt angenehmes Beispiel dafür, dass man Verkostungsergebnisse nicht (immer) all zu ernst nehmen sollte, fand ich in der aktuellen Ausgabe des Weinmagazins Vinaria.

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Selbstzweifel

Haider 131 komprimiert

Es ist immer wieder faszinierend zu erleben, mit welcher Selbstsicherheit manche private und professionelle Weinfreaks von ihren Verkostungseindrücken berichten. Und welch absolute Gültigkeit sie Weinbeschreibungen und -bewertungen zubilligen.

Mit großer Ernsthaftigkeit diskutieren sie minimale Bewertungsdifferenzen von ein oder zwei Punkten (von hundert möglichen), identifizieren unterschiedliche Verfassungen von zwei Flaschen des gleichen Weines auch wenn diese in mehrwöchigem Abstand getrunken wurden und diagnostizieren millimetergenau „Verschlußphasen“ eines Weines während der Flaschenreife.

Ein Klassiker ist dabei auch das Thema Flaschenfehler. Nicht erst einmal habe ich erlebt, dass in Verkostergruppen ein einziger einen Wein reklamiert. Und dass auch wenn der (vermeintliche) Fehler für die Mehrzahl der Koster noch so wenig nachvollziehbar war – oh Wunder – die zweite Flasche immer fast allen deutlich besser geschmeckt hat.

Obwohl ich meine (und hin und wieder sogar darin bestärkt werde) auch ein durchaus passabler Verkoster zu sein, ist mir ein derartiges sensorisches Selbstbewußtsein fremd.

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Ein mehr oder weniger scharfes Bild

Haider 145 bearbeitet

Vergangenes Wochenende hatte ich das Vergnügen, in einem speziellen Workshop der Weinakademie Österreich eine Gruppe angehender Weinakademiker auf ihre größte Theorie- und Verkostungsprüfung vorbereiten zu dürfen.

Dabei ging es unter anderem darum, nach einer Verkostung von zwölf Weinen unter Prüfungsbedingungen die Weinbeschreibungen der Teilnehmer zu diskutieren.

Auch wenn die Anwärter auf den Titel Weinakademiker im Lauf ihrer Seminarkarriere gelernt haben (sollten), dass es bei der Beschreibung von Wein niemals ein allgemeingültiges Urteil geben kann, hoffen manche in dieser Situation wohl trotzdem auf ein eindeutiges „richtig“ oder „falsch“.

Das ist nur all zu verständlich, denn gerade in Hinblick auf eine nahende Prüfung ist es sicherlich nicht sehr befriedigend nur ein sehr grobes Feedback über die Richtigkeit der eigenen Verkostungsnotiz zu erhalten.

Trotz der nüchternen Degustationsmethodik der Weinakademie ist eine wesentlich genauere Beurteilung von Einzelaspekten einer Weinbeschreibung aus zwei Gründen nicht möglich.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (9)

Foto: steve.haider.com

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Kombinationsgabe

Vor ein paar Jahren war ich bei einem Kollegen zu einer Verkostung eingeladen, bei der es mir gelang einen Wein blind zu erkennen erraten, den ich noch nie zuvor verkostet hatte.

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Wahnsinnig elegant

Rotweinglas

Regelmäßigen Blog-Lesern ist vielleicht aufgefallen, dass ich – anders als 2008 – bislang noch kein vorläufiges Resümee des Jahrgangs 2009 gezogen habe. Was unter anderem damit zusammenhängt, dass ich, wie hier berichtet, aus dem Resultat der allerbesten Blaufränkisch- Trauben lange Zeit nicht wirklich schlau geworden bin.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (8)

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann. Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen: Um Haus und Hof Als Winzer hat man natürlich eine ganz besondere … Weiterlesen

UTA

Gestern hatte ich meinen ersten Kontakt mit UTA. Sie ist mir zufällig in einer Vinothek begegnet, und ich muß zugeben, dass mir dieser unerwartete Kontakt sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird. Natürlich weiß ich schon länger, dass es eine untypische Alterungsnote gibt, die die Weine vorzeitig alt und unangenehm nach Mottenkugeln riechen läßt (pdf). Im Glas … Weiterlesen

Das Wunder der Reife

Oder: Was Analysenwerte über die Lagerfähigkeit von Wein aussagen Bei allem Rätselraten über die Reifung von Weinen gibt es doch ein paar Parameter, die weitgehend unbestritten als Indiz für ein gutes Entwicklungspotential gelten. Einer davon ist der Extraktgehalt, also die Summe aller nicht verdampfenden Bestandteile des Weines. Landläufig werden vor allem Mineralstoffe wie Kalium und … Weiterlesen

Gute Kondition

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Am Mittwoch, den 25. März habe ich für eine Verkostung mit einem Journalisten jene Rotweine des Jahrgangs 2007 geöffnet, die zwar schon seit dem vergangenen Sommer bzw. seit Jänner dieses Jahres gefüllt sind, die aber erst im Lauf der nächsten Monate in Verkauf kommen werden.

Das war auch für mich höchst interessant, weil ich Blaufränkisch, Blaufränkisch Reserve, Rote Trilogie und Cabernet Sauvignon seit der Abfüllung nicht mehr probiert habe. Schließlich „leiden“ Rotweine weit stärker unter den verschiedenen Manipulationen, die mit der Abfüllung verbunden sind, und es gilt bei uns das Motto „Ruhe bewahren und liegen lassen„.

Noch spannender als die Verkostung am 25. März war aber die Entwicklung der Weine in den Tagen danach.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (6)

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Einige Lehren und kein Ergebnis

Vergangene Woche haben wir im Rahmen einer Veranstaltung unseres Weinbauvereines versucht, die heimischen Rotweinprämierungen des Jahrgangs 2006 teilweise nachzustellen. Und wie bei einer derart hochrangigen Besetzung nicht anders zu erwarten, war es ein wirklich spannender Abend.

Wer aber auf ausgeklügelte Beschreibungen oder gar Punktebewertungen hofft, den muß ich leider enttäuschen. Beides habe ich zwar mehr oder weniger ausführlich und erfolgreich versucht, die aufschlußreichsten Erfahrungen des Abends liegt aber für mich ganz wo anders:

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Alltäglicher Hochgenuss

Unser Grüner Veltliner ist zweifellos kein großer Wein. Dafür fehlt es ihm an aromatischer Vielschichtigkeit und dem entsprechenden Nachdruck am Gaumen. Beim aktuellen 2008er kommt noch dazu, dass er eine jahrgangstypisch (und aus diesem Grund bewußt von uns belassene) rassige Säurestruktur aufweist, die manche Weinliebhaber wohl an der Harmonie des Weines zweifeln läßt. Trotzdem mag ich … Weiterlesen

Blindverkoster sind auch nur Menschen (5)

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Fehler oder wahre Größe?

Vor etwa 15 Jahren waren wir noch an einer Mörbischer Gemeinschaftsweinmarke beteiligt. Bei der Präsentation des neuen Jahrgangs standen damals unter anderem an die 20 Blaufränkisch des Jahrgangs 1992 zur Verkostung, die alle von verschiedenen Weinbauern nach den gleichen Richtlinien gekeltert wurden.

Zwei dieser Weine fielen damals deutlich aus der Reihe, der eines Kollegen und unserer. Beide waren deutlich von Aromen geprägt, die an Leder und Pferdeschweiß erinnern und die im Zuge des Weinausbaues von Brettanomyces-Hefen gebildet werden können. (Zum Glück hatten wir davon nur eine kleine Menge und seither keine nennenswerten Schwierigkeiten mit diesen Hefen mehr.)

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