Rotweinpressung

Für den Kellermeister reißt nach der Lese die Arbeit nicht ab. Die gärenden Weißen wollen kontrolliert und umsorgt und die Roten nach der Maischegärung zum richtigen Zeitpunkt von den Schalen getrennt werden. Gestern habe ich einen Zweigelt, unseren leichteren Blaufränkisch und eine kleine Charge Cabernet Sauvignon gepresst. Dafür lasse ich zuerst den sogenannten Seihwein über … Weiterlesen

Zu Gast im Podcast

Alle denen meine Blog-Beiträge zu lang sind, aber auch jene, die nach dem Lesen noch mehr über mich und meine Idee von Wein erfahren möchten, können mich jetzt auch hören! Ende Juli hat mich Autor und Weinkenner Wolfgang Staudt in Mörbisch besucht, und mit dem dabei aufgenommenen Gespräch bin ich ab heute zu Gast in seinem Podcast „Genuss im Bus“.

Ich durfte Wolfgang die Besonderheiten unserer Region am Westufer des Neusiedlersees erklären, habe mit ihm über das Thema Nachhaltigkeit diskutiert, konnte ihm meinen Weinstil vorstellen und natürlich haben wir auch gemeinsam ein paar Weine verkostet.

In seinem Blog hat er das ein bisschen zusammengefasst, und es gibt dort auch noch eine Möglichkeit, die Podcast-Folge über Podigee oder Deezer zu hören.

Lesevorbereitung

Die Weinlese naht in Riesenschritten, und wir sind dabei, die Voraussetzungen für eine reibungslose Ernte zu schaffen. Nicht unwesentlich ist dabei natürlich, dass es überhaupt genug Platz im Keller gibt. Auch wenn aufgrund der Trockenheit heuer mit keiner besonders großen Menge zu rechnen ist. Vorgestern haben wir unsere leichteren Rotweine vom Jahrgang 2021 und die … Weiterlesen

See ade?

Der niedrige Wasserstand des Neusiedlersees ist derzeit in aller Munde. Und in Form von oft sehr reisserischen Schlagzeilen auch beinahe täglich in den Medien. Wird der See austrocknen? Wer oder was ist daran schuld? Kommen die angekündigten Maßnahmen zu spät? Und sind sie überhaupt ökologisch vertretbar? Der Neusiedlersee ist als Steppensee in einem Trockengebiet mit … Weiterlesen

Unser Müll, und der der anderen

Bei unserer alltäglichen Arbeit im Weingarten versuchen wir, so weit wie möglich auf naturfremde Stoffe zu verzichten. Das Unterstützungsgerüst ist aus Holz und Metall, in Junganlagen binden wir die Reben mit Stroh, wir wickeln die Stämme der Rebstöcke um die Eisenstäbe, statt sie daran mehrmals mit Kunststoffbändern festzubinden, und die Klemmen, die bei der Laubarbeit … Weiterlesen

Wie umgehen mit dem Unvorstellbaren?

In unserer Nachbarschaft herrscht Krieg. Meine Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine, ihnen gilt mein ganzes Mitgefühl und meine Unterstützung im Rahmen meiner Möglichkeiten. Dazu gehört es auch, Vladimir Putin als Schuldigen zu benennen und dem Märchen von seinem verletzten Sicherheitsbedürfnis, das die Aggression gegen die Ukraine rechtfertigen oder auch nur erklären würde, … Weiterlesen

Ein neuer Look für den 15jährigen

Am Sonntag, den 3. September 2006 ging mein Blog mit diesem Beitrag online. Und wie meistens in den letzten Jahren habe ich den Blog-Geburtstag auch heuer vergessen. 1245 Beiträge habe ich seither veröffentlicht und 24 weitere davor in einer zweimonatigen Testphase, die erst nachträglich freigeschaltet wurden.

Viel hat sich in den letzten 15 Jahren verändert in der Welt und bei mir persönlich, deshalb wirken sicher einige meiner Texte überholt. Andere haben mittlerweile Archiv-Charakter und sind als Rückschau auch für mich spannend zu lesen. Gar nicht so wenige Beiträge haben aber nichts an Aktualität verloren, nicht zuletzt die Serien über die Weinbereitung und meine Gedanken dazu:

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West Side Story

Gestern Abend hatte die „West Side Story“ Premiere auf unserer Seebühne in Mörbisch. Eines der bekanntesten Musicals erstmals bei den Operettenfestspielen am Neusiedlersee. Ich durfte die Vorstellung schon am Dienstag bei der Generalprobe sehen und bin bis heute begeistert. Soweit ich weiß, läuft der Kartenverkauf sehr gut, aber ein paar gibt es noch auf www.seefestspiele.at.

100 Jahre Burgenland

Auch wenn wir heuer 100 Jahre Burgenland feiern, ist die Entstehung unseres Bundeslandes eher ein mehrjähriger Prozess. Und weil ich im Video den zeitlichen Ablauf nicht ganz richtig beschrieben habe, hier nochmal kurz die Chronologie: Herbst 1918:Auflösung der Habsburgermonarchie, Ende des 1. Weltkrieges September 1919:Friedensvertrag von St. Germain mit Österreich, Deutschwestungarn wird Österreich zugesprochen Juni … Weiterlesen

Tage der offenen Kellertür

Normalerweise hätten wir am Freitag unseren Keller im Rahmen von „Mörbisch zur Weinblüte“ für das ganze Wochenende geöffnet. Da das coronabedingt nicht möglich ist, haben wir gemeinsam mit den Kollegen diese Aktion gestartet. Leider wurde unser Keller am Freitag Abend trotzdem geöffnet, gewaltsam von zig Kubikmetern Wasser, die beim Bruch einer Hauptleitung einen Meter außerhalb … Weiterlesen

Ehrenamt

Seit Generationen hat es in unserer Familie Tradition, sich ehrenamtlich zu engagieren. Dabei reicht(e) das Betätigungsfeld in den vergangenen 100 Jahren von der evangelischen Pfarrgemeinde über die freiwillige Feuerwehr, politische Ämter, den Männergesangsverein, die Urbarialgemeinde, die unseren Gemeinschaftswald verwaltet bis zur Interessensvertretung im örtlichen und in verschiedenen regionalen Weinbauverbänden. Auch ich versuche seit vielen Jahren … Weiterlesen

Interessante Zeiten

Auch wenn ich bin nicht der Meinung bin, dass das Corona-Virus ein schief gegangenes Experiment  der Chinesen ist, beschreibt der sogenannte chinesische Fluch von den interessanten Zeiten, die man erleben möge die derzeitige Situation doch recht treffend. Was gerade weltweit passiert brauche ich nicht zu beschreiben. Niemand kommt an dem Thema vorbei, niemand hätte vor … Weiterlesen

Kompromisslos?

Man liest das öfter in Magazinen und Betriebsprospekten: Winzer XY macht keine Kompromisse, ist Qualitätsfanatiker, vom Weinvirus befallen. Viele Kollegen fühlen sich von solchen Beschreibungen wohl geehrt (sonst würden sie sie ja auch nicht selbst verwenden) und treffend charakterisiert. Ich nicht. Mir stellen sich bei sowas alle Haare auf, die ich noch habe. Mein Weininteresse … Weiterlesen

Jubiläum verpasst

Am 3. September 2006 ging mein Blog mit diesem Beitrag online, aber im (Vor-)Lesestreß habe ich mein 10-Jahres-Jubiläum glatt vergessen. Zum Glück hat mich mein Bruder, der sich dankenswerterweise seit damals um die „Technik“ dahinter kümmert, daran erinnert. Nach der Lese werde ich ein gutes Glas Mosel-Riesling von Harald Steffens darauf trinken!

Gustav-Adolf-Fest in Mörbisch

Das Gustav-Adolf-Fest ist eine Art Jahrestreffen der burgenländischen Evangelischen, das jedes Jahr von einer anderen Kirchengemeinde veranstaltet wird. Heuer ist mein Heimatort Mörbisch Gastgeber, und in diversen Arbeitskreisen bin ich mit sehr vielen anderen seit über einem Jahr an den Vorbereitungen beteiligt. Immerhin werden 1500 oder mehr erwachsene Besucher erwartet, und das Kinderprogramm, für das … Weiterlesen

Kurzes Vergnügen

Ein paar Mutige haben es auch schon Anfang Jänner probiert. Wirklich befahrbar ist das Eis am Neusiedlersee aber erst seit Donnerstag. Leider schneit es heute und für morgen ist schon wieder Tauwetter prognostiziert. Schön war es aber trotzdem.

Kassenchaos

Antique_cash_registerAb 1. Jänner sind alle österreichischen Betriebe, die eine gewisse, relativ niedrig angesetzte Umsatzgrenze überschreiten verpflichtet, ihre Bareinnahmen über eine elektronisches Kassensystem zu registrieren. Und ab 1. Jänner 2017 müssen die Kassenbuchungen und -belege mit einer zertifizierten elektronischen Signatur versehen sein. Damit soll Steuerhinterziehung unmöglich gemacht oder zumindest deutlich erschwert werden.

Dieses Ziel ist durchaus nachvollziehbar, obwohl man natürlich auch den Zusammenhang zwischen extrem hoher Abgabenquote in unserem Land, nicht vorhandener Bereitschaft der Politik zum Sparen und Steuervermeidung nicht übersehen sollte.

Für uns Weinbauern ist die neue Regelung aus verschiedenen Gründen eine ziemliche Herausforderung:

Anders als in klassischen Handelsgeschäften gibt es beim Ab-Hof-Verkauf keine relativ gleichmäßige Kundenfrequenz. Tage und Wochen ohne Kunden wechseln mit extremen Stoßzeiten bei Veranstaltungen wie Tagen der offenen Kellertür. Ein zweiter Rechnungsblock ist da schnell aufgelegt, eine zweite Registrierkasse, die den Rest des Jahres nur im Regal verstaubt aber wohl kaum wirtschaftlich.

Sehr viele Weinbauern erzielen nicht nur ab Hof Bareinnahmen, sondern auch beim Liefern ihrer Weine. Dafür muß das Kassensystem entweder mobil sein (wobei sich die Frage stellt, wie man es organisiert, wenn gleichzeitig auch zu Hause verkauft wird) oder die beim Liefern zulässigen handgeschriebenen Rechnungen müssen nachträglich mit zusätzlichem Aufwand in die Kassa eingegeben werden.

Viele Weinbauern führen ihre Betriebe – oft durchaus wirtschaftlich erfolgreich – ohne jegliche Computerkenntnisse. Und dort wo der Betriebsführer in solchen Dingen fit ist, helfen weniger computerkundige Eltern und Schwiegereltern oft im Verkauf mit. Sie sind eher anwesend, wenn Zufallskunden läuten und kennen die Stammkunden zum Teil seit Jahrzehnten. Ohne digitale Grundkenntnisse ist aber kein Kassensystem vernünftig zu bedienen.

Während Dienstleistungsbetriebe de facto keine und Handelsfirmen vergleichsweise einfache Lagerbuchhaltungen haben, schreibt uns Weinbauern das Weingesetz in Form des Kellerbuches eine relativ komplizierte Lagerverwaltung vor. Verschiedene Qualitätsstufen müssen strikt getrennt, unterschiedliche Mehrwertsteuersätze angewendet und Grenzen für Eigenverbrauch und Schwund eingehalten werden. Die Übernahme der Verkaufsdaten aus der Registrierkasse in dieses System muß rechtlich einwandfrei und ohne all zu großen Aufwand möglich sein.

Und schließlich gibt es – anders als im „normalen“ Geschäft um die Ecke – neben den Bareinnahmen auch einen relativ hohen Anteil an Rechnungsbeträgen, die überwiesen werden. Diese müssen zwar nicht zwangsläufig über die Registrierkasse laufen (und manche Systeme können das auch gar nicht), aber wenn sie es nicht tun, braucht es dafür eigene Rechnungsblöcke und ein eigenes Verbuchungssystem.

Die Entscheidung, welches Kassensystem am ehesten zu den eigenen Betriebsabläufen paßt, ist also keine einfache. Und meist auch keine billige. Deshalb habe ich mich in den letzten Tagen intensiv damit beschäftigt, zahlreiche Angebote recherchiert und einige von ihnen auch ausprobiert.

Wer Details dazu wissen möchte, liest hier einfach weiter:

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Weinbeziehung

Frau F. wohnt in Wien. Sie trinkt nicht viel, aber gerne Wein und manchmal auch Traubensaft. Seit vielen Jahren dürfen wir ihr bei unserer Weihnachtslieferung etwas mitbringen und bei der Gelegenheit ein paar Minuten mit ihr plaudern. Schließlich gibt es immer wieder Neues zu berichten. Vor zwei Jahren kam ich kurz nach einem größeren Wasserschaden … Weiterlesen

Da wiehert der Amtsschimmel (2)

Ab November des heurigen Jahres braucht man einer EU-Richtlinie zufolge als Käufer und Anwender von Pflanzenschutzmitteln einen eigenen Pflanzenschutzmittel-Sachkundeausweis. Das ist, obwohl es an der Praxis kaum etwas ändern wird, aber Kosten und Bürokratie verursacht grundsätzlich durchaus nachvollziehbar. Schließlich sind Pflanzenschutzmittel etwas, was im Interesse aller von möglichst kompetenten Personen richtig und sparsam eingesetzt werden … Weiterlesen

Gute Ausbeute

Wie hier vor vielen Jahren schon einmal berichtet, stammen die Holzpfähle für das Drahtgerüst unserer Weingärten aus unserem eigenen kleinen Waldanteil. Im Jänner haben wir die schönsten Stammteile  der Akazien Robinienbäume nicht zu Brennholz zerkleinert, sondern auf 2,5 Meter Länge zugeschnitten. Und gestern hat ein pensionierter Faßbinder diese schweren Teile mit seiner Bandsäge unter unserer … Weiterlesen

Da wiehert der Amtsschimmel (1)

Angesichts der zunehmenden (Agrar-)Bürokratie und zahlreicher Doppel-, Drei- und Viergleisigkeiten in der Verwaltung spiele ich schon länger mit dem Gendanken, hier im Blog eine kleine Serie über deren Sinnlosighaftigkeit zu starten. Als Vorgeschmack darauf empfiehlt sich dieser Artikel in der Tageszeitung „Die Presse“ über die aktuell laufende Hauptfeststellung der landwirtschaftlichen Einheitswerte. Von diesen mühsam ermittelten, … Weiterlesen

Nicht vergessen!

„Die Arbeit des Kritikers ist in vieler Hinsicht eine Leichte. Wir riskieren sehr wenig und erfreuen uns dennoch einer Überlegenheit gegenüber jenen, die ihr Werk und sich selbst unserem Urteil überantworten. Am dankbarsten sind negative Kritiken, da sie amüsant zu schreiben und auch zu lesen sind. Aber wir Kritiker müssen uns der bitteren Wahrheit stellen, … Weiterlesen

Mein Bier

„Mein Bier“ ist nicht nur eine Metapher für „meine Angelegenheit“, sondern natürlich auch die ganz reale Bezeichnung für den im eigenen Besitz befindlichen Gerstensaft. Umso schöner, wenn dieser dann auch noch den eigenen Namen trägt. Herzlichen Dank für dieses Mitbringsel an liebe Weinkunden aus Deutschland, die mit dem Bier und uns ihren Nachnamen teilen.

Frohe Weihnachten!

Nachdem der Jahrgang 2013 erst vor drei Wochen mit der Ernte unserer Beerenauslese zu Ende gegangen ist, sind wir heuer besonders froh, dass die Natur nach der Zeit des Wachsens auch eine kurze Zeit der Ruhe für uns bereithält. Voll Dankbarkeit verkosten wir die vielversprechenden Weine im Keller und mit Zuversicht erwarten wir die Herausforderungen … Weiterlesen

Twitter my Google on Facebook

Bildquelle: Anne Helmond   Obwohl manche meinen, ich wäre besonders internet-affin, war ich bislang weitgehend social-media-abstinent. Ab sofort gibt es jedoch die Möglichkeit, meine Blogbeiträge gemischt mit News von unserem Weingut via Twitter, Facebook und Google+ zu verfolgen. Zu diesem Zweck findet sich hier unten seit rund zwei Wochen auch eine entsprechende Werkzeugleiste (die allerdings … Weiterlesen

Frechheit siegt…

…denkt sich wohl jene Dame, die mir (und wahrscheinlich auch anderen Weinbauern) folgende E-Mail geschickt hat: Sehr geehrte Damen und Herren, gerne würde ich Ihre Produkte näher kennenlernen. ! Ist es möglich ein kostenloses Muster (trock.Weißwein o.u. trock.Rotwein) von Ihnen zu bekommen. ?! Das wäre ganz lieb von Ihnen. Im voraus möchte ich mich ganz … Weiterlesen

Ergiebige Ernte

Obwohl das Jahr erst wenige Tage alt ist, haben wir schon eine ergiebige Ernte hinter uns. Vergangene Woche waren wir nämlich als Holzfäller unterwegs und haben unseren Anteil am gemeinsam bewirtschafteten Wald geschlägert. Sobald die Forststraßenverhältnisse es zulassen werden wir das Holz dann auch abtransportieren und jenen Teil, der sich zur Herstellung von Weingartenpfählen eignet weiterverarbeiten … Weiterlesen