SolidAHRität

Wie wohl die meisten mitbekommen haben, gibt es große Hochwasserschäden im Westen Deutschlands. Besonders betroffen ist das Ahrtal, ein kleines, aber umso spannenderes Weinbaugebiet. Viele Kollegen dort haben schlimme Schäden an Gebäuden, Fahrzeugen und Maschinen zu beklagen und große Teile der letzten Ernte(n) in Form von Flaschen- und Fasswein verloren. Die Vorzeichen für die heurige … Weiterlesen

Riedenkarten.at

Die Herkunft war beim Wein immer schon wichtig. Spielte sich die Frage, woher ein Wein stammt bei uns früher aber vor allem auf der Ebene der Bundesländer oder Orte ab, wird in den letzten Jahren die Frage nach der genauen Riede (Lage) immer wichtiger. Diesem Trend folgend, hat die österreichische Weinwirtschaft die vor allem in … Weiterlesen

Spätfrostfolgen (3)

Seit kurzem ist die Erntestatistik 2016 online. Sie beruht auf den Erntemeldungen, die jeder Weinbaubetrieb als Grundlage seiner Kellerbuchführung abgeben muss. Mit 1,95 Millionen Hektolitern österreichweit liegt der Jahrgang 2016 um ca. 14 Prozent unter seinem Vorgänger 2015 und rund 16 Prozent unter dem Fünfjahresschnitt von 2011 bis 2015. Das mag harmlos erscheinen, aber wie … Weiterlesen

Wein: Eine Tragödie

Ich habe ja auch schon gelegentlich beklagt, dass nicht selten viel zu viel Tamtam rund um den Wein gemacht und dabei auf den ungezwungenen Genuss vergessen wird. Viel besser analysiert das aber Ryan Opaz in diesem (englischen) Beitrag. Lesenswert!

Zwei Millionen Hektoliter

Quelle: Statistik Austria Nach den Schätzungen im Herbst ist jetzt endlich das offizielle Ergebnis der Weinernte 2014 da: Mit knapp zwei Millionen Hektoliter hat der vergangene Jahrgang die fünftkleinste Ernte der letzten 30 Jahre erbracht, rund 16% weniger als 2013 bzw. rund 13% weniger als der Schnitt der letzten fünf Jahre. Besonders klein war die … Weiterlesen

Szechuanpfeffer

Dirk Würtz, Blogger- und Winzerkollege und Zampano in allen On- und Offline-Weingassen hat unseren Leithaberg-Blaufränkisch verkostet und schreibt (im unteren Teil seines Blog-Beitrages) zum 2010er unter anderem: Ich rieche in das Glas und der Pfeffer hüpft mich an. Szechuan Pfeffer! Aber so was von! Nein, ich bin nicht verrückt. … Dieser Wein sollte als “Pegelwein” … Weiterlesen

Falstaff Rotweingala 2013

Auch wenn sie über die Jahre zahlreiche Konkurrenz und Kritiker bekommen hat, ist die Rotweinprämierung des Falstaff-Magazins nach wie vor die prestigeträchtigste heimische Weinbewertung. Die Ergebnisse werden traditionell bei einer Gala im November verkündet, zu der auch die am höchsten bewerteten Betriebe eingeladen werden. Nach unserem Sortensieg beim Cabernet vor einigen Jahren ist es heuer wieder … Weiterlesen

Good News

Beinahe wären die guten Nachrichten im Weinlesetrubel untergegangen: Vom brandneuen Weinguide von A la Carte haben wir eine Serie hoher Bewertungen erhalten. Man mag zu Punktebewertungen von Wein stehen wie man will (ich bin da eher skeptisch), und deren Vergabe als zu großzügig ansehen (was ich durchaus nachvollziehen kann). Aber aus 93 Punkten für Cabernet … Weiterlesen

Vinocamp Deutschland 2013

Vinocamp 2012, Foto: Andreas Baldauf Am kommenden Wochenende findet in den Räumlichkeiten der FH Geisenheim das dritte deutsche Vinocamp statt, dank Winzerblogger Thomas Lippert und Dirk Würtz (und mit Unterstützung zahlreicher Helfer und Sponsoren) DER Treffpunkt für alle deutschsprachigen Wein-Internet-Interessierten. Anders als im Vorjahr kann ich heuer leider nicht dabei sein, aber ich freue mich, … Weiterlesen

Kunst und Wein: Spannende Parallelen

Eine Musikkritik ist wie jede Kunstkritik von vornherein eine subjektive Angelegenheit. Ich kann nur schreiben, wie es mir persönlich bei einer Aufführung geht – da halbwegs bei der Sache zu bleiben, dazu hilft mir die Erfahrung, die ich gesammelt habe, und das erlernte Wissen. … Es ist viel mehr objektivierbar, als man gemeinhin glauben möchte. … Weiterlesen

Weinernte 2012 jetzt amtlich

Wie die Zeitschrift „Der Winzer“ hier berichtet, ist die Erntemenge 2012 jetzt amtlich und entspricht ziemlich genau der Oktoberschätzung der Statistik Austria. Während das Burgenland und die Steiermark eine Normalernte einfahren konnten und Wien sogar über dem Durchschnitt lag, gab es in Niederösterreich 22 Prozent weniger als im Schnitt der letzten fünf Jahre. Besonders betroffen … Weiterlesen

Weinmarketingbeitrag neu: Beschluss verschoben

Wie man hier nachlesen kann, wurde die Neuregelung der von den österreichischen Winzern an die gemeinsame Marketingorganisation zu leistenden Beiträge im Nationalrat vorläufig verschoben. Möglicherweise waren die Verhandlungen zwischen der Regierungskoalition und den Grünen für die notwendige Zweidrittelmehrheit (noch) nicht von Erfolg gekrönt.

Deutlich teurer, aber gerecht

Seit vielen Jahren wird die heimische Weinwerbung (in Form der ÖWM) von Bund, weinbautreibenden Ländern und den Weinproduzenten finanziert. Letztere zahlen (schon lange unverändert) 55 Euro pro Hektar Weingartenfläche.

Diese Form der Produzentenbeträge ist jedoch einerseits relativ aufwendig zu administrieren (angeblich verschlingt der Aufwand der dafür zuständigen AMA 10% davon) und andererseits häufig ungerecht, wenn Trauben- und Faßweinvermarkter Beiträge leisten, die Handels- und Abfüllbetriebe, die die größere Wertschöpfung erzielen aber nicht immer den richtigen Platz im System haben.

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Blindverkoster sind auch nur Menschen (14)

Foto: steve.haider.com

Auch die geübtesten (Blind-)Verkoster sind nur Menschen. Und den besten von ihnen ist immer bewußt, dass irren zum Menschsein dazugehört und es in (Wein-)Geschmacksfragen niemals eine richtige, eine alleingültige Meinung geben kann.

Verkostungserlebnisse, die mich daran erinnern, und Artikel, die darüber berichten zählen deshalb zu meinen wichtigsten Erfahrungen:

Nicht neu, aber immer wieder spannend – und selten so pointiert formuliert – ist die Erkenntnis, dass überbordende, in geradezu absurde Details gehende Aromabeschreibungen relativ wenig mit aussagekräftiger, nachvollziehbarer Weinsprache zu tun haben.

Coco Krumme hat hier (in Englisch) sogar einen Zusammenhang zwischen dem Weinpreis und der weitgehend sinnlosen Detailverliebtheit vieler journalistischer Weinbeschreibungen gefunden. Teure Weine, so schreibt er, werden eher mit „dunklen“ Wörtern wie „intensiv“, „samtig“ oder „rauchig“ versehen und eher mit einzelnen Aromen wie „Tabak“ oder „Schokolade“ beschrieben anstatt nur als „fruchtig“ oder „sauber“ wie billigere Weine.

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2,1 Millionen Hektoliter

Bildquelle: ÖWM/Statistik Austria

Bildquelle: ÖWM/Statistik Austria (leicht bearbeitet)

Wie hier bereits vor ein paar Tagen berichtet, ist die heurige Erntemenge vor allem in Niederösterreich recht klein ausgefallen. Mit der meist schon relativ genauen Oktoberschätzung der Statistik Austria, die jetzt von der ÖWM veröffentlicht wurde, gibt es jetzt auch erste Daten dazu.

Insgesamt rechnet man mit 2,1 Millionen Hektoliter Wein, rund 400.000 hl weniger als der Fünfjahresschnitt von 2007 bis 2011.

Wie es in den einzelnen Weinbaugebieten aussieht, sieht man hier: 

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Nationalstolz

Plakatwerbung bei der Fußball-Heim-EM 2008, Quelle: ÖWM Laut dieser Umfrage, die im Auftrag der Tageszeitung „Der Standard“ anlässlich des heutigen Nationalfeiertages durchgeführt wurde, sind die Österreicher durchaus stolz auf ihr Heimatland. Angesichts der aktuellen politischen Lage könnte einem das durchaus bemerkenswert erscheinen, aber mir als Weinbauern sticht ein anderes Ergebnis noch vielmehr ins Auge. Auf … Weiterlesen

Der Bauer und sein Kind

Thomas macht sich hier in seinem Blog 25cl Gedanken über den richtigen und falschen Standort von Werbetafeln der chemischen Industrie. In seinem Beitrag zitiert er auch ein Gedicht von Julius Sturm, das ich für sehr lesenswert halte: Der Bauer und sein Kind Der Bauer steht vor seinem Feld und zieht die Stirne kraus in Falten: “Ich … Weiterlesen

(M)ein Blog ist kein Selbstbedienungsladen

Wie wohl für sehr viele, die Bilder und Texte produzieren, ist es auch für mich nicht neu, dass sich faule und wenig einfallsreiche Zeitgenossen die geistige Arbeitsleistung anderer ungefragt unter den Nagel reißen.

Nicht das ich noch nie die eine oder andere Redewendung, den einen oder anderen Satz oder den Zugang zu einem bestimmten Thema von jemand anderem übernommen hätte. Aber den Artikel eines Berufskollegen ungefragt über weite Strecken wortgleich in meinen Newsletter gestellt um meine Weine zu bewerben habe ich noch nie.

Eine Frechheit. Umsomehr, als mich der Kollege persönlich kennt.

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Spätfrost: Weitere Schadensmeldungen

Seit dem Spätfrost am vergangenen Freitag trudeln laufend neue Schadensmeldungen ein. In Niederösterreich ist mittlerweile davon die Rede, dass ein Viertel der gesamten Rebfläche (d.h. 6000 Hektar!) mehr oder weniger stark betroffen sein könnte. Und auch im Burgenland scheint es größere Schäden zu geben, als vergangene Woche aus unserer Mörbischer Perspektive vermutet. In den vom … Weiterlesen

Spätfrost im Weinviertel

Vergangene Nacht sanken in einigen Teilen Österreichs die Temperaturen unter den Gefrierpunkt. Zum Glück sind wir nach dem Spätfrost des Vorjahres heuer nicht betroffen, aber im Weinviertel dürfte es einige Schäden geben. Mein Freund aus Mailberg geht nach einer ersten, naturgemäß recht vagen Schätzung von einem Totalschaden (was die Trauben für die heurige Ernte betrifft) … Weiterlesen

Gegendarstellung

Professionelle Tester und ambitionierte Hobbyweinverkoster neigen mitunter dazu, nicht nur ihre Einschätzungen zu einem konkreten Wein kundzutun, sondern auch auf bestimmte Details der Weinherstellung zu schließen, die der Winzer besser tun oder lassen hätte sollen. Nicht immer ist ihnen dabei wohl bewußt, dass sie damit den Bereich des letztlich immer subjektiven (und deshalb niemals richtigen … Weiterlesen

Rebsortenföderalismus

Pinot-Trauben

Wie die Zeitschrift „Der Winzer“ hier berichtet, wurde per burgenländischer Landesverordnung der Anbau von 18 neuen Rebsorten zugelassen. Neben zahlreichen neu gezüchteten interspezifischen (d.h. aus „edlen“ europäischen und mehltauwiderstansfähigen amerikanischen Reben gekreuzten) Tafel- und Keltertrauben dürfen damit auch Malbec, Viognier, Lindenblättriger, Gold- und Rosenmuskateller angepflanzt werden.

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Weinbezeichnungsgedöns

 Vinocamp Deutschland
Wie hier bereits ausführlich erklärt, haben Deutschland und Österreich bei allen Unterschieden auch sehr viele Gemeinsamkeiten in Sachen Wein. Grund Genug für eine Session beim Vinocamp 2012.

Angesichts des straffen Zeitplanes habe ich mich dabei auf die Weinbezeichnungssysteme beider Länder konzentriert, und dafür prompt den Session-Titel „Weinbezeichnungsgedöns“ verliehen bekommen. Hier nun der Versuch einer kurzen Zusammenfassung:

Germanisches Weinrecht,…

Im Unterschied zu Frankreich, Italien und Spanien wird in Deutschland und Österreich die Weinqualität weniger über die Herkunft der Trauben, als über ihre Reife definiert. Wenn der Most einen gewissen Zuckergehalt erreicht (und einige andere Dinge erfüllt sind), gilt der daraus gewonnene Wein als Qualitätswein, Kabinett, Spätlese, etc. – (beinahe) egal, wo die Trauben gewachsen sind.

Anders als im romanischen Weinrecht gibt es dabei auch kaum Einschränkungen hinsichtlich des Weinstils, was eine bunte Vielfalt an Rebsorten und Geschmacksrichtungen zur Folge hat. Süße Qualitätsweine ebenso, wie trockene Spätlesen und umgekehrt. Leichte Kabinette mit vergleichsweise wenig Alkohol und solche mit 13,5 Prozent.

Während das für die einen gewachsene Weinkultur und eine große Auswahlmöglichkeit für den Konsumenten darstellt, ist dieses System für die anderen längst nicht mehr zeitgemäß und macht den Weineinkauf für Otto Normalweintrinker unnötig kompliziert.

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Mein erstes Vinocamp

Foto: Andreas Baldauf

Matthias Düsi, Harald Steffens und meine Wenigkeit (v.r.n.l.)

Foto: Andreas Baldauf

Vergangenenes Wochenende fand in den Räumlichkeiten der FH Geisenheim das zweite deutsche Vinocamp statt. Winzerblogger Thomas Lippert und Dirk Würtz riefen (mit Unterstützung zahlreicher Helfer und Sponsoren), und weit über hundert Weinblogger und an Wein wie Internet Interessierte kamen in den Rheingau.

Abgesehen von einigen wenigen Fixpunkten wie einer Fehlerweinprobe mit Prof. Jung von der FH Geisenheim gestalteten die Teilnehmer ihr Konferenzprogramm selbst. Jeder konnte eine einstündige Session zu einem beliebigen Thema anbieten, die dann mit allen anderen Vorschlägen neben- und hintereinander in das vorgesehene Zeitschema eingepaßt wurde.

Und jeder, der nicht gerade selbst ein Thema vortrug bzw. moderierte konnte sich aus dem großen Angebot seinen Tagesablauf individuell zusammenstellen.

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2,8 Millionen Hektoliter

Wie die Zeitschrift „Der Winzer“ hier berichtet, ergab die Auswertung der Erntemeldungen des vergangenen Jahres eine Gesamtmenge von  2,81 Millionen Hektoliter. Der Jahrgang 2011 liegt damit trotz Winter- und Spätfrostschäden sowie einiger Hagelschläge deutlich über der letzten Schätzung vom Oktober mit 2,45 Millionen Hektoliter und etwa 19 Prozent über dem Durchschnitt der letzten sechs Jahre. … Weiterlesen

Vinocamp Deutschland

Am 17. und 18. März findet heuer in Geisenheim zum zweiten Mal das Vinocamp Deutschland statt. Dabei handelt es sich um eine Art Weinblogger-Konferenz mit zahlreichen von den Teilnehmern selbst gestalteten Vorträgen und Verkostungen. Nach der Welle der Begeisterung, die im Zuge der Premiere 2011 durch die Weinbloggerwelt gegangen ist, habe ich mich heuer auch angemeldet … Weiterlesen

Born Digital Wine Awards

Nach der (auch für mich) erfolgreichen Premiere im Vorjahr organisieren die Macher der European Wine Bloggers Conference (EWBC), Gabriella und Ryan Opaz und Robert McIntosh heuer die zweite Ausgabe ihres Wettbewerbes für Online-Weinpublikatione. Mit ihren Born Digital Wine Awards wollen sie diesen einen größeren Stellenwert verleihen und haben dazu wieder eine tolle Jury und ein Preisgeld … Weiterlesen

Neusiedlersee DAC

Hinter den Kulissen ist ja schon länger bekannt, dass die zuständigen Gremien und einige Weinbauernkollegen vor Ort eifrig an einem Herkunftsweinkonzept für das größte der vier burgenländischen Weinbaugebiete basteln. Spätestens mit diesem Artikel im Kurier ist es jetzt aber auch offiziell, und wie es scheint ist man optimistisch, schon heuer entsprechende Weine auf den Markt … Weiterlesen

Weinanalytik anno dazumal

Analysedaten anno 1857

Tabelle aus Petermanns Geographischen Mitteilungen 1862 (von mir bearbeitet)

Wie schon des öfteren berichtet unterliegt der Weingeschmack laufend Veränderungen. Manche davon lassen sich als Modewellen charakterisieren, während andere auf das Klima und die zur jeweiligen Zeit weinbaulich und kellertechnisch zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zurückzuführen sind.

Ein schönes diesbezügliches Zeitdokument findet sich in Petermanns Geographischen Mitteilungen von 1862 (hier ab Seite 321). Der Vater von August Wilhelm von Babo, dem Begründer der Weinbauschule Klosterneuburg hat darin nämlich die wichtigsten Analysendaten von über 120 Weinen des Jahrgangs 1857 veröffentlicht.

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