Regen, anderswo!

Seit über einer Woche erleben wir täglich das gleiche Schauspiel: In der Früh ist es kühl und bedeckt, zu Mittag heiß und schwül und den ganzen Nachmittag brauen sich Gewitterwolken am Horizont zusammen und es donnert in der Ferne.

Gegen Abend kommt dann für kurze Zeit ein kühler Wind auf, gelegentlich begleitet von ein paar vereinzelten Regentropfen. Und später hört man, daß es da oder dort einen starken Gewitterregen gegeben haben soll.

Bis zu uns hat sich bislang kein Gewitter verirrt, obwohl unsere Reben einen ausgiebigen Wassernachschub gut brauchen könnten.

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Wein-Rallye zum Thema „Reif für die Insel“

Wenn DER deutsche Weinblogger ruft, kommen sie alle. Und er hat, nach englischsprachigem Vorbild, zu einer Wein-Rallye gerufen, bei der alle Wein-Blogger am 10. Juli einen Beitrag über einen Wein von einer Insel nach freier Auswahl veröffentlichen sollen. Nun bin ich zwar mit derlei Blogger-Brauchtum noch nicht wirklich ganz vertraut, aber die Sache hat durchaus … Weiterlesen

Rotweinabzug in Bildern

Heute war ich nach längerer Zeit wieder einmal im Keller aktiv und habe einige unserer Rotweine umgezogen und dabei belüftet. Die meisten Roten habe ich seit dem ersten Abzug vom Geläger nach dem biologischen Säureabbau nur regelmäßig verkostet und den SO2-Spiegel kontrolliert und gegebenenfalls ergänzt.

In Holzfässern erhalten die jungen Rotweine meist ausreichend Sauerstoff für ihre Entwicklung durch die Poren des Holzes, sodaß eine zusätzliche Belüftung durch ein Umpumpen in einen anderen Behälter nicht so oft notwendig ist. Heute aber war es wieder einmal soweit, und bei der Gelegenheit habe ich auch die seit dem letzten Umziehen zu Boden gesunkene Feinhefe aus den Weinen entfernt.

Damit sind die Weine ohne Streß und technische Hilfsmittel von selbst so klar geworden, daß die Filtration im Rahmen der Abfüllung in einigen Wochen keine allzugroße Belastung für den Wein darstellen wird.

Pumpe und Schläuche für den Rotweinabzug

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Adieu, Welschriesling!

Dieser Tage haben wir die letzten Flaschen unseres Welschriesling 2005 verkauft, und mit diesem Jahrgang geht auch eine Ära zu Ende. Bereits im Herbst haben wir nämlich die Entscheidung getroffen, keinen Welschriesling mehr als Qualitätswein in Bouteillen abzufüllen.

Hinter dieser Überlegung stecken zumindest zwei Gründe: Zum einen haben wir einen größeren Welschriesling-Weingarten aus Altersgründen gerodet, und damit nur mehr eine relativ kleine Erntemenge dieser Sorte, die wir ohnehin für unseren Landwein in 2l-Flaschen für die Gastronomie benötigen.

Und zum anderen hat es sich in den letzten Jahren gezeigt, daß in unserem Sortiment der Bereich der leichteren, dezent aromatischen Weißweine mit zwei Sorten eindeutig überbesetzt ist.

Nach längerem Nachdenken haben wir uns jetzt für den Grünen Veltliner und gegen den Welschriesling entschieden, auch wenn das für manche auf den ersten Blick verwunderlich erscheinen mag.

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Blüteende

Wie so oft, werden wir bei unseren Tagen der offenen Kellertür unter dem Motto „Mörbisch zur Weinblüte“ nicht die Blüte, sondern das Blüteende feiern. Nach dem frühen Blütebeginn am 22. Mai sind nämlich mittlerweile auch die Spätsorten ziemlich „durch“. Ob der empfindliche Muskat das zwischendurch feucht-kühle Wetter ohne Verrieseln überstanden hat, werden die nächsten Wochen … Weiterlesen

Viel zu tun

Die nächsten Wochen werden besonders arbeitsreich, was möglicherweise zu einer etwas geringeren Beitragsfrequenz hier in meinem Blog führen wird. Kommendes Wochenende finden unter dem Motto „Mörbisch zur Weinblüte“ unsere Tage der offenen Kellertür statt. Bis dahin ist noch einiges vorzubereiten. Außerdem steht die zweite Behandlung gegen Mehltau an, um die im Moment besonders empfindlichen Reben … Weiterlesen

Österreich gegen Deutschland 3:1

Auch wenn es der deutsche Blog-Kollege und Wein-Nationalteamspieler Andreas Kaul es hier anders erhofft hatte, gelang der deutschen Weinelf gestern keine Revanche für die 2:1 Niederlage im Vorjahr in München. Beim gestrigen Match in Oggau siegte „unsere“ Winzer-Auswahl (verstärkt u.a. durch den burgenländischen Agrarlandesrat) mit 3:1. Leider konnte ich mir das Spiel nicht ansehen, obwohl … Weiterlesen

Zahlen zum Nachdenken

27% der Unfallopfer nehmen schwere Medikamente,
12% konsumieren illegale Drogen und nur
7% sind alkoholisiert

Nach dem Pfingstwochenende mit „der blutigsten Verkehrsbilanz seit 10 Jahren“ (Der Standard) kommt diese von der Presse exklusiv veröffentlichte Studie über das Drogenscreening im Harn bei Frischverletzten gerade recht, um beispielhaft zu zeigen, was ich hier (vor allem im Kommentar weiter unten) langatmig versucht habe auszudrücken.

Meine These zum Umgang der Weinwirtschaft mit dem Thema Alkoholmißbrauch lautet(e) dort kurz gefaßt etwa folgendermaßen: Bei einem sensiblen Umgang der Weinbauern mit der Alkoholproblematik, der auch einzelne, von Experten als sinnvoll erachtete Maßnahmen akzeptiert, sollte es möglich sein, überzogene Forderungen der Alkohol-Gegner mit sachlichen Argumenten abwehren zu können.

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Laubarbeiten (1)

Alle Arbeiten im Weingarten, die mit grünen Sommertrieben, Blättern und/oder Trauben zu tun haben, werden unter dem Begriff Laubarbeiten zusammengefaßt.

Der Schlüssel zur Qualität

Obwohl einige der dazugehörigen Arbeitsschritte sehr rasch zu erledigen sind, zählen die Laubarbeiten insgesamt gemeinsam mit Rebschnitt und Lese zu den arbeitsaufwändigsten Tätigkeiten eines Weinjahres. Nicht zuletzt, weil der Großteil davon nicht oder nur eingeschränkt mechanisiert werden kann.

Die Laubarbeiten tragen ganz wesentlich zur Qualität der Trauben bei. Sie sind jener Bereich, in dem man als Winzer sehr viel Aufwand (und damit Geld) einsparen kann, wenn man mit einfacher oder durchschnittlicher Qualität zufrieden ist. Und jenes Feld, in dem man bei entsprechendem Kapital (bzw. entsprechend hohem Weinpreis) mit steigendem Aufwand an der Qualitätsschraube drehen kann.

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Liefertradition

Morgen Freitag beliefern wir wieder einmal unsere Stammkunden in Oberösterreich. Etwa alle sechs bis sieben Wochen machen wir uns gegen vier Uhr früh auf den über 300 Kilometer langen Weg und stellen unsere Weine selbst zu. Je nach Tour kommen wir erst gegen Abend oder manchmal sogar erst nachts wieder nach Hause.

Logistikberater werden darüber wohl nur den Kopf schütteln. Nicht ganz zu unrecht, denn es gibt genügend Argumente die gegen diese mühsame Form der Distribution sprechen. Auch wir beliefern nur einen Teil von Oberösterreich regelmäßig und Tirol, Wien und die Steiermark in zwei oder drei Schwerpunktfahrten pro Jahr.

Die Eigenzustellung hat nämlich auch Vorteile für uns Weinbauern: Sie bietet eine kurze, manchmal aber auch etwas längere Kontaktmöglichkeit mit den Leuten, die gerne unsere Weine trinken, aber nicht oder nur ganz selten zu uns nach Mörbisch kommen (können). Diese Möglichkeit des beiderseitigen Kennenlernens liefert kein Paketversand.

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Weinwerbung wie sie nicht sein sollte

Schon blöd: Da traut sich endlich jemand über einen Wein-Werbespot ohne urige Winzerglückseligkeit und tappt damit voll ins Fettnäpfchen.

Nur wenn man auch negative Werbung als Erfolg betrachtet, kann man im Fall des Radio-Spots für den Weinviertel DAC von einer gelungenen Kampagne sprechen. Das Echo der Berichterstattung ist weitgehend negativ und auch die Kommentare sind nur zum Teil wohlwollender.

Aber worum geht es eigentlich:

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Blütebeginn und Statistik

Nach den ersten Vorläufern vor ein paar Tagen hat heute die Rebblüte so richtig eingesetzt. Bei frühblühenden Sorten in warmen Lagen findet man ohne langes Suchen Gescheine (so heißen die Trauben bis zur Blüte) bei denen sich schon einzelne Blüten geöffnet haben.

Da der Blütebeginn heuer so eindeutig zu definieren ist, wie selten werde ich den 22. Mai in meinen Aufzeichnungen notieren. Die Blüte und der Verfärbungsbeginn der blauen Trauben sind wichtige Stichtage im Verlauf der Traubenentwicklung und können helfen, vorsichtige Prognosen für den Erntetermin zu erstellen wenn man sie mit den Daten anderer Jahre vergleicht:

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Winzer-Terror in Frankreich

Wie Wein-Plus vermeldet, droht eine radikale Winzergruppe in Südfrankreich mit schweren Terroranschlägen, wenn der neu gewählte Präsident Nicolas Sarkozy nicht binnen eines Monats für höhere Weinpreise sorgt.

Die Winzergruppe hat bereits in der Vergangenheit zahlreiche Anschläge mit Sachschäden verübt und droht damit, künftig keine Rücksicht mehr auf Menschenleben zu nehmen.

Eigentlich machen mich solche Meldungen ziemlich sprachlos. Abgesehen davon, daß ich die Methoden dieser Gruppe verabscheue halte ich als Befürworter eines freieren Marktes auch in der Landwirtschaft solche agrarpolitischen Vorstellungen für völlig daneben.

Die Versuchung ist groß, undifferenziert mit dem Finger auf die gesamte französische Weinbauernschaft zu zeigen. Bevor aber das allgemeine Frankreich-Bashing so richtig losgeht (manche sinnieren ja schon darüber, französische Weine zu boykottieren), möchte ich mit einem kleinen Exkurs in die österreichische Weinbaugeschichte zeigen, daß radikale Tendenzen in der Winzerschaft in schwierigen Zeiten keine spezifisch französische Sache sind.

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Familienbetrieb

In der Weinbranche ist es im Moment absolut „in“, sich als Familienbetrieb zu präsentieren, obwohl der Begriff eigentlich nichts über die Weinqualität aussagt. Selbst dieser Weltweinkonzern rückt die Familie werbetechnisch geschickt in den Vordergrund, auch wenn die meisten Weinfreunde unter dem Begriff „familiär“ wohl etwas anderes verstehen dürften.

In unserem Weingut liegt nicht nur die Leitung in der Hand von Familienmitgliedern, sondern auch alle wichtigen (und die meisten weniger wichtigen) Tätigkeiten. Das heißt natürlich nicht, daß diese Arbeiten von qualifizierten Fremdarbeitskräften nicht genauso gut (oder manchmal vielleicht sogar besser) ausgeführt werden könnten. Und es bedeutet auch nicht, daß unser Betrieb auf alle Zeiten ohne ständige Angestellte (oder den Zukauf von Leistungen aller Art) auskommen kann.

Aber es bedeutet, daß alles was unser Weingut betrifft einen sehr persönlichen, über (und von) Generationen familiär geprägten Stil hat.

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Blogroll

Auch wenn der deutsche Weinjournalist Mario Scheuermann der Weinbloggerszene empfiehlt, sich intensiv zu vernetzen, um bei Blog-Rankings wie diesem besser abzuschneiden: Meine Blogroll (das sind die Links, die zu anderen Weblogs führen – ich hab´s bis vor neun Monaten auch nicht gewußt 😉 ) beinhaltet nur Blogs, die ich gerne und regelmäßig lese. Schließlich ist … Weiterlesen

Vor den Vorhang

Nachdem es in Sachen Kommentare eine Zeit lang sehr sehr ruhig war (und ich schon daran gezweifelt habe, ob hier überhaupt noch irgendwer vorbeischaut 😉 ), haben in den letzten Tagen Knalli und Pivu und Felix ihre Meinung zu mehreren Beiträgen deponiert. Leider zeigt mein aktuelles Blog-Layout die neuesten Kommentare nicht in der Menüleiste an, … Weiterlesen

Die ersten Rebblüten

Wie schon vor ein paar Tagen hier prognostiziert, wird es in den Weingärten wohl noch ein paar Tage dauern. An einer warmen und geschützten Hausmauer haben wir aber heute schon (bei einem einzigen Stock) die ersten Rebblüten gefunden: Leider habe ich das Foto nicht schärfer hingbekommen 🙁 . Der Winzerblogger hat es im Vorjahr hier … Weiterlesen

Und sie halten doch!

Wann immer ein vorurteilsbeladener Rotweintrinker ob der Qualität der österreichischen Roten nicht umhin kommt, diesen Anerkennung zu zollen, tut er dies mit folgendem Vorbehalt: Ja, in der Jugend mögen sie gut sein, aber sie halten nicht…

Nicht das an diesem Argument nichts dran wäre. Es gibt genügend Beispiele für heimische Rote, die alt geworden sind, ohne je im positiven Sinne reif gewesen zu sein. Aber es gibt auch gar nicht so wenige Gegenbeispiele.

Zwei davon aus unserem Keller habe ich heute mit Freude in einer geselligen Runde getrunken (und nur am Rande verkostet 😉 ):

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Gewagte Prognosen…

…sind meine Sache nicht. Denn gerade wenn man mit der Natur arbeitet, kommt es meistens anders als man denkt. Trotzdem versucht man als Weinbauer natürlich aus den Beobachtungen der Gegenwart Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

Kleine Ernte?

Und einem dieser Schlüsse zufolge könnte es sein, daß uns der Jahrgang 2007 keine allzugroße Erntemenge bescheren wird.

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Spätfrost…

…ist bei uns in Mörbisch gottseidank sehr sehr selten. Die (bescheidene) Wärme des Neusiedlersees läßt auch in kalten April- oder Mainächten die Temperaturen nur alle zehn oder mehr Jahre unter den Gefrierpunkt sinken.

Schon wenige Kilometer entfernt, auf der seeabgewandten Seite des Hügellandes, sieht die Sache freilich ganz anders aus. In Siegendorf, wo wir bis 1991 einen Weingarten bewirtschaftet haben, war der Spätfrost eher die Regel, als die Ausnahme.

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In den Startlöchern

Nach den Richtlinien der kontrollierten integrierten Produktion (KIP) ist der Boden zwischen unseren Rebzeilen zumindest von 1. November und 30. April begrünt. Die Gründecke aus natürlich wachsenden Gräsern und „Unkräutern“ verhindert eine Nährstoffauswaschung ins Grundwasser und trägt zur Erhaltung der Bodengesundheit bei. Während der trockenen Sommermonate lockern wir den Boden zwischen den Rebzeilen um eine … Weiterlesen

News aus dem Weingarten

Wie bei dem Aprilwetter nicht anders zu erwarten entwickeln sich unsere Reben prächtig. Je nach Sorte und Lage sind die grünen Triebe inzwischen 30 bis 40 Zentimeter lang. Auf dem Bild schön zu erkennen sind die beiden Gescheine dieses Triebes. Wenn es so weitergeht, werden sie wohl in der zweiten Maihälfte zu blühen beginnen. Ab … Weiterlesen

Beratung im Weinbau (2)

„Additive Oenologie“

Ein Grund für den bereits in Teil 1 beschriebenen schlechten Ruf der Berater sind weitverbreitete (Vor-)urteile über deren Tätigkeit. Viele Winzer (beratungsresistente, aber auch solche, die Beratung in Anspruch nehmen) und Weinkonsumenten sehen in den Beratern dubiose Wunderwuzzis, die mit allerlei Zaubertricks die Weine vor der Abfüllung „herrichten“.

Der oenologische Berater Volker Schneider hat für diese, von gar nicht so wenigen Winzern und Beratern tatsächlich gepflegte Praxis den Begriff „additive Oenologie“ erfunden, der den Kern der Sache recht gut trifft. Eine ausführliche Erklärung gibt es in diesem pdf.

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Messen und Präsentationen…

…sind für Winzer wie für Weinliebhaber eine spannende Sache.

Vergangenen Montag war es wieder einmal soweit: über 130 Winzer aus dem Burgenland präsentierten in der Wiener Hofburg den neuen Jahrgang (ergänzt durch einige Vertreter aus den Vorgängerjahren).

Da man als Nicht-Promi-Winzer bei solchen Veranstaltungen nicht immer ausgelastet ist, hatte ich die Gelegenheit, meine Theorie zur Typologie der Aussteller und Besucher weiter zu verfeinern:

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Kein Vergleich!

„Meine Weine sind für mich wie meine Kinder“, sagen manche Winzer und wollen damit ihrer Liebe zum Beruf Ausdruck verleihen. Und in der Tat: Ein Weinbauer, der seinen Beruf ernst nimmt, lebt mit seinen Reben und mit seinen Weinen. Er begleitet ihr Heranwachsen, versucht sie zu erziehen und ist immer auf der Suche nach dem … Weiterlesen