Uhudler-Wasser

Vor ein paar Tagen kam ich eher zufällig zu einem Schluck Vöslauer Balance Rote Traube, einem Mineralwasser-Getränk mit geringen Anteilen von Traubensaft und natürlichen Aromen.

Eigentlich war es eine klassische Blindverkostung, denn ich hatte keine Ahnung, was ich da überhaupt trinke. Und das hat sich auch nach der Verkostung nicht wirklich geändert, denn mit den roten (eigentlich blauen) Trauben, die ich kenne, hat das Produkt wenig gemein.

Nach längerem Nachdenken bin ich der Sache aber dann doch ein wenig auf die Schliche gekommen. Das Getränk erinnert nämlich sehr wohl an Trauben, allerdings an solche von Hybrid-Reben, von denen wir als Tafeltrauben und Zierpflanzen auch ein paar herumstehen haben.

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Beratung im Weinbau (2)

„Additive Oenologie“

Ein Grund für den bereits in Teil 1 beschriebenen schlechten Ruf der Berater sind weitverbreitete (Vor-)urteile über deren Tätigkeit. Viele Winzer (beratungsresistente, aber auch solche, die Beratung in Anspruch nehmen) und Weinkonsumenten sehen in den Beratern dubiose Wunderwuzzis, die mit allerlei Zaubertricks die Weine vor der Abfüllung „herrichten“.

Der oenologische Berater Volker Schneider hat für diese, von gar nicht so wenigen Winzern und Beratern tatsächlich gepflegte Praxis den Begriff „additive Oenologie“ erfunden, der den Kern der Sache recht gut trifft. Eine ausführliche Erklärung gibt es in diesem pdf.

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Kein Vergleich!

„Meine Weine sind für mich wie meine Kinder“, sagen manche Winzer und wollen damit ihrer Liebe zum Beruf Ausdruck verleihen. Und in der Tat: Ein Weinbauer, der seinen Beruf ernst nimmt, lebt mit seinen Reben und mit seinen Weinen. Er begleitet ihr Heranwachsen, versucht sie zu erziehen und ist immer auf der Suche nach dem … Weiterlesen

DAC: Zwischen Euphorie und Skepsis

Wie ich hier schon prognostiziert habe, haben die Pläne für ein gemeinsames Zweigelt-DAC des Nordburgenlandes bei der Mehrzahl der Winzer in unserem Gebiet keine Zustimmung gefunden.

Aber die DAC-Euphoriker, die sich mitunter wahre Wunderdinge von den drei magischen Buchstaben versprechen, lassen sich dadurch offenbar nicht bremsen. Schon tauchen an allen möglichen und unmöglichen Ecken und Enden neue DAC-Gerüchte auf. Welch skurrile Argumente dabei ins Treffen geführt werden, fällt den Protagonisten offensichtlich gar nicht (mehr) auf.

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Vereinsmeierei (Teil 5)

Das Interprofessionelle Komitee (IK)

Vor etwa sechs Jahren hat uns das Weinrecht der EU mit dem IK ein zusätzliches Gremium beschert. Das Interprofessionelle Komitee hat seinen Namen von seiner Zusammensetzung aus Vertretern der beiden „Professionen“ Weinproduktion und Weinhandel.

Wie vor allem in Frankreich üblich, sollten die Weinbaugebiete der EU den Großteil ihrer Angelegenheiten in einer Art Selbstverwaltung der Weinwirtschaft in die Hand nehmen. Das französische Vorbild regelt dabei nicht nur die AOC-Vorschriften (die weit detailierter sind, als alle bisherigen österreichischen DAC-Definitionen), sondern betreibt auch Werbung für das Gebiet, beschäftigt Berater für Weinbau und Keller, steuert die Rebflächenentwicklung eines Gebietes und kauft zur Stabilisierung der Weinpreise in Jahren mit großer Ernte auch schon mal Wein auf, um ihn erst in ertragsschwächeren Jahren wieder auf den Markt zu bringen.

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Nur ein Witz?!

Ein schwerhöriger burgenländischer Investitionswinzer gewinnt den Dreifach-Jackpot. Fragt ihn sein Nachbar: „Und was machst du jetzt mit dem ganzen Geld?“ Darauf er: „Schulden zahlen.“ Und der Nachbar: „Und mit dem restlichen?“ Sagt der Schwerhörige: „Die sollen warten!“

Der Stein der Weisen?

Seit mehr als einem halben Jahr wird in den verschiedenen Gremien der EU an einer Reform der Weinmarktordnung getüftelt. Nach einem sehr weitreichenden, aber in sich widersprüchlichen Entwurf der Kommission hat offenbar vor einigen Tagen das Europaparlament darüber diskutiert und einige wesentliche Änderungswünsche vorgebracht. Einen zusammenfassenden Pressetext dazu gibt es hier, die komplette Entschließung des Europaparlaments hier zu lesen.

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Vereinsmeierei (Teil 4)

Die Gremlins in den Gremien

Halböffentliche und der (Partei)politik nicht ganz ferne Institutionen und Verbände haben offensichtlich unabhängig von der Branche ähnliche Gesetzmäßigkeiten.

Wie der Weinviertelblog-Beitrag von Romana über ihre Beinahe-Karriere in der Weinbaupolitik hier und die Äußerungen von Günther Jauch über die Gremien voller Gremlins der ARD hier zeigen, ist es für eigenständig denkende Quereinsteiger nicht immer leicht, diese zu verstehen oder gar zu akzeptieren. Auch mir will das nur sehr selten gelingen.

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Vereinsmeierei (Teil2)

Winzergenossenschaften

Eigentlich wollte ich meine Serie zu den Vereinen und Verbänden ganz anders beginnen. Aus aktuellem Anlaß schreibe ich aber über das Thema Winzergenossenschaften. Heute Nachmittag hat nämlich die Winzergenossenschaft Mörbisch am See bei einer Generalversammlung ihre Auflösung beschlossen.

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Vereinsmeierei (Teil 1)

Der Winter ist die Jahreszeit der Weinbauvereine und -organisationen. Während der etwas weniger arbeitsreichen Zeit (zumindest was die Arbeit im Weingarten betrifft) gilt es, Generalversammlungen abzuhalten, neue Obleute und Präsidenten zu wählen, die Tätigkeiten im kommenden Jahr zu planen und vieles mehr. Die burgenländische (und österreichische) Winzerschaft leistet sich eine ganze Menge an Vereinen, Verbänden, … Weiterlesen

Traisental DAC

Wie bereits zahlreiche Medien und auch das Landwirtschaftsministerium berichtet haben, gibt es mit dem Traisental ab dem Jahrgang 2006 das dritte DAC-Gebiet in Österreich.

Abgesehen davon, daß mir der Sinn des in Österreich propagierten Konzeptes zur Herkunftsorientierung auch nach fast zehn Jahren der Diskussion noch immer nicht ganz klar geworden ist, habe ich persönlich mit dem Traisental ganz spezielle Verständnisschwierigkeiten.

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Hahn im Korb (beinahe)

Drei Tage sind seit meinem letzten Eintrag vergangen und ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen. Zu meiner Ehrenrettung muß ich allerdings sagen, daß ich in den letzten Tagen noch mehr als sonst zu tun hatte.

Gestern Abend hatte ich das Vergnügen, für 15 „Weindamen“ des Vereines Austria Vinosophica (und drei begleitende Herren) ein Seminar halten zu dürfen.

Obwohl ich mich als Vortragender überwiegend auf Seminare über die Weine Österreichs, das Verkosten und die Weinherstellung spezialisiert habe, sollte es für die Weindamen (auf deren Wunsch) ein Seminar über fremde Länder und Weinbaugebiete sein. Um mich nicht zu blamieren, waren daher einige strategische Vorbereitungen zu treffen.

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Terroir-Terror 2

Auch der nach eigener Aussage einizige Komplettanbieter von Filtermedien, Prozesstechnologie und Getränkebehandlungsmitteln, die deutsche Firma Begerow setzt auf den Terroir-Begriff, um seine Produkte an den Kellermeister zu bringen. Die Herbstoffensive des Unternehmens reagiert auf den zunehmenden Trend, den individuellen Charakter des Terroirs hervorzuheben und will mit einzigartigen Charakterköpfen, die dieses Jahr die medialen Auftritte des Unternehmens … Weiterlesen

ÖPUL 2007

Das österreichische Programm für eine umweltschonende Landwirtschaft (oder so ähnlich) ist die praktische Umsetzung des politischen Gedankens, daß die Bauern mit einer schonenden und nachhaltigen Wirtschaftsweise einen Zusatznutzen zur reinen Nahrungsmittelproduktion erbringen, der von der Allgemeinheit nach kontrollierten Richtlinien honoriert wird.

Da die landwirtschaftliche Produktion in Zeiten des weltweiten Trends zur Marktliberalisierung immer weniger direkt gefördert wird (nicht zuletzt, um keinerlei Anreize zur Überproduktion angesichts ohnehin voller Lager zu bieten) und die Produktpreise für Milch, Getreide, Zucker und Fleisch kaum ein gewinnbringend sind, ist das ÖPUL eine der wichtigsten Einkünfte für Österreichs Bauern.

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