Ich jammere nicht!

Die anhaltende Trockenheit hat die Landwirtschaft zum Gegenstand ungewöhnlich vieler Medienberichte und Unterhaltungen gemacht. Leider wird dabei nicht selten auch das alte Vorurteil gepflegt, wir Bauern würden ständig (vor allem über das Wetter) jammern, nicht zuletzt, um Stimmung für finanzielle Unterstützungen zu machen. Ich für meinen Teil möchte deshalb Folgendes klarstellen: Ich jammere nicht! Wenn … Weiterlesen

Heiß und trocken

Leider ist es in den knapp zwei Wochen seit diesem Posting noch heißer und noch trockener geworden (und ein Ende ist weiterhin nicht in Sicht). Das einzig gute daran ist, dass ich mich endlich dazu aufgerafft habe, mich an einem Video für diesen Blog zu versuchen:

Heiß und trocken

Seit einigen Wochen hat es nicht mehr nennenswert geregnet, und wie es aussieht, wird die Trockenzeit auch noch zumindest so lange anhalten, wie die aktuellen Wetterprognosen reichen. Seit den ersten Julitagen liegen außerdem die Temperaturen knapp unter oder bei 30°C und auch dabei zeichnet sich derzeit keine Änderung ab. Damit paßt das Wetter so gut zur Jahreszeit wie selten, und allenfalls die für unsere Verhältnisse bisher relativ kühlen Nächte sind daran ungewöhnlich.

Da wir noch genügend Wasserreserven im Boden haben, arbeiten unsere Reben derzeit auf Hochtouren. Die Trauben haben sich seit der Blüte prächtig entwickelt und wir rechnen in den nächsten Tagen mit den die ersten blauen Beeren beim Zweigelt. Die Reben stecken jetzt ihre ganze Kraft in die Früchte und das Triebwachstum hat bereits ziemlich nachgelassen.

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Wettersorgen auch ohne Hochwasser

Während man anderswo in Europa nicht weiß, wohin mit dem vielen Wasser, hat es bei uns im Burgenland in den letzten zwei Wochen zwar oft, aber nicht viel geregnet. Trotzdem macht uns das Wetter Sorgen, denn am vergangenen Sonntag hat langsam und zaghaft die Weinblüte begonnen. Nachttemperaturen unter 15°C, Höchstwerte kaum über 20°C und immer … Weiterlesen

Endlich!

Seit Vorgestern herrscht endlich Frühling, und am geradezu blitzartigen Erwachen der Natur kann man sehen, wie sehr alle(s) darauf gewartet hat. Innerhalb weniger Tage haben sich z.B. die Mandelblüten geöffnet, knapp einen Monat später als im Vorjahr und fast zwei Monate später als 2007. Für unsere Reben ist der lange Winter nicht von Nachteil. Natürlich … Weiterlesen

Winterfeuchte

Die ersten beiden Monate des heurigen Jahres waren außergewöhnlich niederschlagsreich und haben uns mehr als doppelt so viel Schnee (und teilweise auch Regen) beschert wie üblich. Die Lacken im Seewinkel sind so gut gefüllt wie selten, und der Wasserspiegel des Neusiedlersees war um diese Zeit nur in ganz wenigen Jahren höher. Weil der Boden bei … Weiterlesen

Es hat geschneit

Wie ich vergangene Woche wieder einmal erleben durfte, herrscht am Morgen nach nächtlichem Schneefall eine ganz besondere Stimmung. Das Dorf wirkt leiser und seine Bewohner gehen es – soweit es ihnen möglich ist – ein klein wenig ruhiger an als sonst. Man trifft Nachbarn und Bekannte beim Schneeschaufeln und nimmt sich auch die Zeit für ein paar Worte. Schließlich liegt das Gesprächsthema ja auf der Hand.

In der Nacht von Vorgestern auf Gestern fiel bei uns so viel Schnee wie nur alle zehn oder mehr Jahre, der seit gestern noch dazu ständig vom heftigen Wind verblasen wird. In den engen Gassen wissen viele kaum noch wohin mit der weißen Pracht, die sich am Straßenrand teilweise bereits meterhoch türmt.

Schulbusse haben ausgiebige Verspätung oder kommen erst zum Unterrichtsende an, obwohl sie morgens gestartet sind. Zahlreiche Hauptverbindungen sind gesperrt, weil sie trotz größtem Aufwand nicht gegen die ständigen Schneeverwehungen befahrbar gehalten werden können. Die Abholung einer Palette Wein durch den Spediteur wird zum Geduldspiel und deren Verladung zur Herausforderung, da der Gabelstapler nicht tiefschneetauglich ist…

Vieles ist also im Moment ziemlich mühsam. Und doch ist die besondere Schneestimmung immer wieder zu spüren. Wenn sich die Nachbarin dafür bedankt, dass ich auch von ihrem Straßenrand mit dem Traktor ein paar Kubikmeter Schnee abtransportiert habe. Wenn mich jemand beim Vorbeifahren fragt, ob ich seinen steckengebliebenen PKW aus dem Tiefschnee ziehen könnte. Und wenn mir drei Passanten aus einer Schneewächte helfen, in die ich mit dem Auto geraten bin.

In diesem Sinne (und wohl nur für Insider verständlich):

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Tolles Wetter

Seit einigen Tagen genießen unsere Trauben perfektes Reifewetter und wie es aussieht, hält die aktuelle Wetterlage zumindest bis nächste Woche an. Sonnige, aber nicht wirklich heiße Tage und für unsere Verhältnisse direkt am Neusiedlersee ungewöhnlich kühle Nächte erfreuen um diese Jahreszeit nicht nur Chardonnay, Blaufränkisch und Co. sondern natürlich auch das Herz jedes Weinbauern. Da … Weiterlesen

Alles ganz anders

Ein nasser Juli 1

Während die ersten drei Monate der heurigen Vegetationsperiode von extremer Trockenheit geprägt waren, haben uns die letzten drei Wochen so viel Regen wie selten um diese Jahreszeit beschert. Seit dem Hagel am 5. Juli hat es insgesamt zwischen 150 und 200 Liter pro Quadratmeter geregnet, mehr als ein Drittel des normalen Jahresniederschlags.

Derartige Wetterumschwünge erfordern ein gehöriges Maß an Flexibilität bei der Bearbeitung der Weingärten. Wasser sparen, Rebwachstum fördern und die Trauben vor übermäßiger Sonneneinstrahlung schützen hieß es im Juni. Bodenerosion vermeiden, übermäßige Nährstoffschübe in die richtigen Bahnen lenken und das Herstellen einer locker-luftigen Traubenzone sind jetzt unsere Hauptaufgabe.

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Jetzt wird´s interessant

Nach der großen Trockenheit, einer sehr frühen Rebblüte und mehreren sehr heißen Juni- und Juliwochen war zu befürchten, dass wir heuer mit einem hitze- und trockenstreßgeprägten Jahrgang und einer extrem frühen Ernte mit all ihren Nachteilen zu rechnen haben. Vor ein paar Tagen kam dann aber ein Wetterumschwung (samt verkraftbarem Schönheitsfehler), der uns genügend Feuchtigkeit für … Weiterlesen

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge

 Hagel 2012

Vergangenen Donnerstag hat uns ein Gewitter endlich den lang ersehnten ausgiebigen Regen beschert. Leider waren bei den rund 60 Litern Wasser pro Quadratmeter aber auch einige Hagelkörner dabei.

Da in praktisch allen unseren sehr verstreut liegenden rund 30 Weingärten angeschlagene Beeren zu finden sind, dürfte der Hagel recht großflächig gefallen sein. Das kommt sehr selten vor, aber zum Glück hält sich der Schaden in den meisten Lagen in Grenzen. Kein Vergleich mit dem was zwei Orte weiter passiert ist.

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Es ist sehr, sehr, sehr trocken

Obwohl wir Mitte April ein wenig Regen, und Anfang Mai ein ergiebiges Gewitter hatten, ist der Jahrgang 2012 bisher von außergewöhnlicher Trockenheit geprägt. Da wir schon seit Anfang August 2011 deutlich weniger Feuchtigkeit abgekommen haben, als üblich, zeigen kleinere und mittlere Regenschauer nämlich kaum noch eine Wirkung auf den ausgetrockneten Boden und die Pflanzen. Von … Weiterlesen

Trocken

Bis auf den sehr kalten Februar war der heurige Winter relativ mild und vor allem sehr trocken. In Wirklichkeit hat es seit diesen beiden Gewittern Anfang August 2011 keinen ernstzunehmenden größeren Niederschlag mehr gegeben, der nicht binnen kürzester Zeit wieder verdunstet wäre. Den Reben ist das zwar im Moment noch egal, aber unsere Begrünungspflanzen würden sich besonders angesichts  … Weiterlesen

Frühlingsstatistik

Da die Reben relativ lange Winterschlaf halten und ziemlich spät austreiben, sagt der Frühlingsbeginn so gut wie nichts über den Verlauf und die spätere Qualität eines Jahrgangs aus. Interessant ist der Frühlingsvergleich der letzten Jahre freilich trotzdem, und am einfachsten läßt er sich anhand meiner traditionellen Blog-Postings zur gerade jetzt wieder beginnenden Blüte der Mandelbäume anstellen. … Weiterlesen

Eiskalt

Die aktuelle Kältewelle macht sich auch in unserem Keller bemerkbar. Das (offensichtlich nicht all zu genaue) Thermometer zeigt -1°C, und in jener Ecke, die aus dem Erdreich ragt, gefriert das Kondenswasser an der Wand. Wie hier schon 2009 beschrieben, ist das kein Problem für die Weine sondern allenfalls für den Kellermeister. Beim Einfüllen von drei … Weiterlesen

Doch noch Winter

Nach einem bisher deutlich zu milden Winter liegen die Nachttemperaturen bei uns jetzt seit einigen Tagen endlich unter dem Gefrierpunkt. Hoffentlich reicht das, um die Vegetation (und natürlich speziell unsere Reben) wieder in eine der Jahreszeit angemessene Stimmung zu bringen. Blühende Palmkätzchen, dicke Blütenknospen bei den Mandelbäumen und beim Fällen in Saft stehende Waldbäume im Jänner … Weiterlesen

Sommercomeback

Quelle: www.agrarwetter.at Nach einigen eher durchwachsenen Wochen scheint der Sommer in den nächsten Tagen ein ernstzunehmendes Comeback zu feiern. Nachdem unsere Weinreben mittlerweile ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt sind, kommt uns das gerade recht. Bei diesen Bedingungen macht die Traubenreife riesengroße Fortschritte, und nach einigen Zweifeln Ende Juli gehen wir mittlerweile (wieder) von einem zwar nicht … Weiterlesen

Genug

Während ich noch vor zehn Tagen hier vermerkt habe, dass es trotz der kühlen und feuchten Juliwochen keineswegs besonders naß ist, kann man mittlerweile von einer mehr als ausreichenden Wasserversorgung unserer Reben sprechen. Zwei kurze, aber äußerst ausgiebige Gewitter in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag und am Sonntag haben uns zusammen über 80 Liter … Weiterlesen

Fürs Protokoll

Wie hier berichtet, liegen hinter uns zwei ungewöhnlich kühle und feuchte Wochen. Glaubt man dem Wetterbericht, soll ab Montag aber zum Glück der Sommer wieder zurückkehren, wenn auch wohl nicht mehr mit den ganz hohen Temperaturen über der 30-Grad-Marke (die die Reben ohnehin nicht brauchen). Damit später keine Mißverständnisse wie hier aufkommen, sei an dieser … Weiterlesen

19 Grad und Regen

Vor einigen Tagen hat sich der Sommer recht abrupt verabschiedet, und seine Rückkehr ist laut Wetterbericht nicht in Sicht. Obwohl Temperaturen um oder unter 20°C im Juli ungewöhnlich sind, und wohl nicht den Vorstellungen der meisten Weinfreunde von einem Jahrgang entsprechen, nehmen wir diese Wetterphase aber recht gelassen. Einerseits haben wir ja einen guten Entwicklungsvorsprung, sodass ein … Weiterlesen

So kann man sich täuschen. Leider!

Spätfrost1 bearbeitet

Während ich gestern noch an diesem Beitrag geschrieben und darin Frostschäden in unseren Weingärten ausgeschlossen habe, hat meim Vater auch noch jene Weingärten inspiziert, dich ich noch nicht kontrolliert hatte.

Dabei erlebte er eine böse Überraschung, denn wie es scheint, liegt einer unserer Grüner-Veltliner-Weingärten in jener kleinen Zone, in der es auch in Mörbisch massiven Spätfrost gegeben hat.

Dabei folgen die Symptome aber keinem wirklich nachvollziehbaren Muster. Mitunter sind bodennahe Triebe gesund, und höherstehende erfroren. Und nicht selten sind einzelne Triebe sind völlig unversehrt, und der nahezu idente Nachbar ist schon am vertrocknen, wie man auf diesem Foto sehen kann:

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Verfrühte Eismänner

In den letzten Nächten ist es ziemlich kalt geworden, womit sich die alte Bauernweisheit bewahrheitet, dass man erst nach den Eismännern Mitte Mai wirklich vor Spätfrösten gefeit ist. Wie hier beschrieben, reichen nach dem Austrieb der Reben schon Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt, um das frische Grün zu zerstören. Bei uns in Mörbisch sind solche … Weiterlesen

Trocken

Wenn Landwirte und Weinbauern übers Wetter reden, tun sie das nicht unbedingt, weil es ihnen an Gesprächsthemen mangelt. Aber auch mit Jammern haben unsere meteorologischen Betrachtungen in der Regel weniger zu tun, als meiner Berufsgruppe manchmal unterstellt wird. Das Wetter prägt einfach viele unserer Entscheidungen und Arbeiten, und wird – auch wenn man es nicht ändern … Weiterlesen

Jetzt ist er da

Etwas schneller als hier erwartet hat vergangene Woche der Frühling Einzug in unsere Weingärten gehalten. Die Mandelbäume blühen seit einigen Tagen und ihr Nektar findet dankbare Abnehmer. Im Vergleich dazu sind die Weinreben richtige Langschläfer. Sie erwachen erst ganz langsam aus ihrer Winterruhe und vergießen im Moment die eine oder andere Träne über das Ende ihrer … Weiterlesen

Langer Winter

Nach einer beinahe frühlingshaften Phase von Ende Jänner bis Mitte Februar hat uns der Winter seit einigen Wochen wieder fest im Griff. Während ich 2007 und 2008 schon in der zweiten Februarhälfte von der Mandelblüte berichten konnte, ist dieses wunderschöne Naturschauspiel heuer auch Mitte März noch lange nicht in Sicht. Damit ähnelt 2011 den Jahren 2009 und … Weiterlesen

Frost im Weingarten (3)

Vor dem Rebschnitt

Vorbeugung…

Obwohl es einige aktive und passive Möglichkeiten zur Vermeidung der im zweiten Teil dargestellten Schadsymptome gibt, sind Frostschäden bei Extremtemperaturen niemals auszuschließen.

So kann man um teures Geld z.B. mit Frostberegnung, kleinen Öfen im Weingarten oder Windmaschinen zur Durchmischung kalter bodennaher Luftschichten mit wärmeren weiter oben (Fotos zu beidem hier ganz unten) allenfalls bei Spätfrösten die Temperatur mit entsprechendem Aufwand von knapp unter Null auf knapp darüber erhöhen.

Gegen Winterfröste helfen – und das auch nur selten – allenfalls vorbeugende Maßnahmen wie die Vermeidung von ausgesprochenen Frostlagen in Mulden, die Auswahl von besonders frostharten Rebsorten, eine vernünftige Weingartenbewirtschaftung, die der Rebe eine gute Holzreife ermöglicht, höhere Erziehungsformen und ein nicht zu früher Rebschnitt.

Letzterer steigert einerseits Widerstandskraft des Weinstockes und eröffnet andererseits zumindest bei leichteren Frostschäden die Möglichkeit, den Ertragsverlust zu begrenzen.

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Frost im Weingarten (2)

Frost 2 bearbeitet

Die Diagnose

Wie im ersten Teil dieser kleinen Serie beschrieben, sind die Pflanzenteile mit dem höchsten Wassergehalt am frostanfälligsten. Da es sich dabei zugleich meist auch um die Wachstumszonen handelt, haben Erfrierungen besonders schlimme Auswirkungen auf die Vegetation (zumindest) der bevorstehenden Saison.

Um als Weinbauer im Fall des Falles richtig reagieren zu können, ist eine gute Diagnose unerläßlich. Diese ist möglich, sobald das geschädigte Gewebe aufgetaut ist und sich seine Farbe dabei von grün auf graubraun verändert hat.

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Frost im Weingarten (1)

Raureif

Der Frost zählt zu den schlimmsten Naturgewalten, die uns Weinbauern heimsuchen können. Anders als viele Kollegen an der Ostseite des Neusiedlersees (wie hier berichtet), hatten wir im heurigen strengen Winter bisher Glück, doch die Erinnerungen an unser letztes schlimmes Frostjahr sind auch nach 24 Jahren noch präsent.

Aber was passiert eigentlich, wenn Reben erfrieren? Woran kann man solche Schäden erkennen? Und was kann man dagegen tun bzw. wie geht man damit um?

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Hochwasser

Nach mehreren feuchten Jahren ist der Wasserstand des (derzeit zugefrorenen) Neusiedlersees so hoch wie selten. Da unser Weingut wie der gesamte Ort aber ein paar Meter über dem Seeniveau liegt, und wir auch kaum noch Weingärten unmittelbar am Rand des Schilfgürtels bewirtschaften, nehmen wir das eher erfreut zur Kenntnis. Ganz anders sieht es hingegen bei meinem deutschen … Weiterlesen