Außergewöhnliche Zeiten…

…erfordern ungwöhnliche Maßnahmen

Nichts ist so, wie es schon einmal war in diesem besonderen Jahrgang 2026. Mehrere wochenlange Hitzewellen um und über 35 Grad, die 40er-Marke erstmals überschritten und monatelang kein ernstzunehmender Tropfen Regen. Hier habe ich Anfang August darüber geschrieben und es ist seither nicht viel anders geworden.

Dementsprechend schwierig ist die Planung der Lese. Dass sie früh sein wird, war klar. Aber so früh habe ich sie dann auch wieder nicht erwartet, deshalb mussten wir in der vergangenen Woche einige Pläne über den Haufen werfen. Weinlieferung vorverlegen, Erntehelfer alarmieren und Presshaus und Keller so schnell wie möglich auf Vordermann bringen.

Zum Glück konnten wir flexibel genug agieren, um bereits am vergangenen Dienstag (den 18. August!) unseren Rosé vom Zweigelt und einen Teil des Grünen Veltliners zu ernten. Die haben wir als Weine gerne nicht zu kräftig und deshalb war es wichtig, sie zu lesen bevor ihr Zuckergehalt (und damit der spätere Alkohol) in unerwünscht hohe Sphären steigt.

Auch bei den anderen Trauben ist die Reife bereits weit fortgeschritten, sodass wir ab morgen Montag, den 24. August mit großer Mannschaft die Hauptlese starten werden. Alte Gewissheiten was die Abfolge der Ernte betrifft, werden uns heuer allerdings kaum helfen. Zu groß ist der Unterschied zwischen jungen und alten Reben und zwischen den Sorten, die den Wassermangel besser verkraften und jenen, die zu mehr Stress neigen.

Gemeinsam mit 2018 ist die heurige Ernte nicht nur unsere früheste, sondern auch die allererste, die wir mit dem Rosé begonnen haben. Abgesehen von der (erwarteten) geringen Erntemenge war der Auftakt am Dienstag durchaus vielversprechend. Das macht mich gemeinsam mit den rund 20mm Regen am Donnerstag durchaus zuversichtlich für den Jahrgang 2026.

Zwar sind die nächsten Wochen die anstrengendsten des ganzen Weinjahres, in denen man mitunter an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gerät. Trotzdem ist heute für mich ein Tag der Freude:

Morgen beginnen wir mit der Lese 2026!

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