Ausgleichsflächen

Seit vielen Jahren sind die Fahrgassen zwischen unseren Rebzeilen begrünt, und vor allem bei Junganlagen gelingt es uns durch gezielte Einsaat auch Blühpflanzen zu etablieren. Durch die Bewirtschaftung dominieren nach einigen Jahren allerdings meistens Gräser, weil diese das Befahren mit dem Traktor besser vertragen.

Um den für uns großteils nützlichen Insekten trotzdem einen guten Lebensraum zu bieten, säen wir deshalb auch in alten Weingärten gelegentlich erneut blühende Begrünungsmischungen ein, vor allem aber pflegen wir spezielle Biodiversitätsflächen. Das sind überwiegend Parzellen in der Ebene zum Neusiedlersee, die wir aus qualitativen und oder wirtschaftlichen Gründen nicht mehr mit Weinreben bepflanzen.

In der Riede Bauwiesort, wo wir den gut 30 Jahre alten Weingarten nach der Lese 2020 gerodet haben, wächst jetzt zum Beispiel weitgehend ungestört eine Bienenweide-Mischung. Im Moment dominieren die Blüten der Phacelia und es summt und brummt, dass es eine Freude ist. Später werden andere Arten sichtbar werden und über Monate abwechslungsreiche Insektenverpflegung bieten.

Die vielen Blüten bereichern also nicht nur das Landschaftsbild, sondern sind auch ein wichtiger Beitrag zur Biodiversität in unseren Rieden und damit unserer zertifizierten nachhaltigen Bewirtschaftungsweise. Mehr über den Begriff der Nachhaltigkeit und die Zertifizierung gibt es in diesem Beitrag zu lesen. Und weitere diesbezügliche Maßnahmen beschreibe ich (nach und nach) in verschiedenen Beiträgen in der Kategorie „Nachhaltigkeit“.

5 Gedanken zu „Ausgleichsflächen“

  1. Ja, das ist ein höchst lobenswerte und sehr wichtige Aktivität! Bewirkt eine erhöhte Insektenpopulationen was bei dem bewiesenen „Insektensterben“ wichtig ist.
    Sollte auch vom Land gefördert werden!

    Liebe Grüße in schöne Burgenland,
    Willi Skalda

  2. Unfassbar, was man bei Dir lernen kann. Danke Bernhard. Es braucht hin und wieder eine authentische Sicht auf das, was wir so produzieren – resp. geniessen.

  3. Hallo Andy und hallo Willi,

    herzlichen Dank für Euer Lob und die Kommentare. Ich bitte um Entschuldigung dass ich sie sehr verspätet freigeschaltet habe, sie waren aus unerfindlichen Gründen im Spam-Filter hängengeblieben.

    Viele Grüße und alles Gute

    Bernhard Fiedler

  4. Alles schön und recht. Phacelien sehen schön aus und bieten auch Nektar für Insekten. Aber: Als amerikanische Pflanze bieten die Phacelien keine Nahrungsgrundlage für die Larven. Um gegen das Insektensterben vorzugehen braucht es nicht nur mehr Blumen, sondern auch allgemein mehr Pflanzen. Viele Insektenlarven sind auf ihre speziellen Wirtspflanzen spezialisiert.
    Was hilft dem Tagpfauenauge ein Feld voll Blüten, wenn es keine Brennnessel für die Eiablage findet.
    Einen ähnliches Problem gibt es mit dem asiatischen Schmetterlingsflieder (Buddleja). Seine Blüten wurden rege von Schmetterlingen besucht und deshalb oft in Gärten gepflanzt. Alles in gute Absicht. Heute gibt es immer weniger Besucher, kein einheimische Raupe kann sich auf dem Busch entwickeln. Und es kam noch schlimmer. Der Schmetterlingsflieder hat sich verselbständigt und stellt als invasiver Neophyt gar eine Gefahr für die lokale Flora dar.

  5. Danke für den Kommentar, Reto!

    Ein blühendes Feld allein wird die Insektenvielfalt natürlich nicht retten, das ist uns klar. Aber es ist ein Anfang, zumal die dort gesäte Begünungsmischung nicht nur Phacelia enthält, sondern insgesamt 17 verschiedene Arten. Wie es die Natur halt haben will, hat sich an dieser Stelle und zu dieser Zeit die Phacelia durchgesetzt, an anderer Stelle war die Ringelblume beim Keimen im Vorteil und wieder anderswo ist das Bild vielfältiger. Derzeit z.B. steht auf einem Eck der Fenchel in Blüte. Darüber hinaus ist gerade unser Weinbaugebiet in Mörbisch sehr vielfältig (z.B. auch mit wilden Brennesseln), weil durch den Strukturwandel viele Kleinparzellen zwischen den Weingärten nicht mehr bepflanzt sind und wenn überhaupt nur sehr extensiv als Wiesen genutzt werden.

    Herzliche Grüße

    Bernhard

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