Kirsche, Mandel, Nuss und mehr

Jahrhundertelang standen angeblich tausende Kirschbäume in den Mörbischer Weingärten. Wahrscheinlich ist sogar unser Ortsname eine Abwandlung des ungarischen Wortes Meggyes für Kirschen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Mörbisch jedenfalls 1254 als possessio Megyes, was man laut Wikipedia mit „kirschenreicher Ort“ übersetzen könnte.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein brachten die Kirschen meinen Vorfahren Geld zu einer Zeit, als die letzte Weinernte oft schon (im Fass) verkauft und die nächste noch lange nicht im Keller war. Gleichzeitig waren die großen Bäume aber natürlich immer auch eine Konkurrenz zu den Reben, die darunter nicht besonders gute Bedingungen vorfanden. Im Zuge der Spezialisierung auf den Weinbau verschwanden aus diesem Grund immer mehr Bäume und die zunehmende Mechanisierung tat und tut immer noch ein übriges.

Mitten in den Weingärten findet man heute kaum noch Bäume, aber in unseren Parzellen bemühen wir uns als guten Kompromiss zumindest am Ende der Rebzeilen oder an nahegelegenen Böschungen und Wendeflächen verschiedene Bäume zu pflegen.

Neben der Kirsche kümmern wir uns vor allem um die für unsere Gegend ebenso typischen Walnuss- und Mandelbäume. Letztere bleiben relativ klein, machen den Reben wenig Schatten und bieten den Bienen ein sehr frühes Blütenangebot, weil sie als erste zu blühen beginnen.

Unsere Bäume bereichern also nicht nur das Landschaftsbild, sondern sind auch ein wichtiger Beitrag zur Biodiversität in unseren Rieden und damit unserer zertifizierten nachhaltigen Bewirtschaftungsweise. Mehr über den Begriff der Nachhaltigkeit und die Zertifizierung gibt es in diesem Beitrag zu lesen. Und weitere diesbezügliche Maßnahmen beschreibe ich (nach und nach) in verschiedenen Beiträgen in der Kategorie „Nachhaltigkeit“.

2 Gedanken zu „Kirsche, Mandel, Nuss und mehr“

  1. Hallo Bernhard,

    sehr schön, dass ihr die Bäume pflanzt! Wie du schreibst, wichtig für die Biodiversität, aber einfach auch eine Wohltat für die Augen des Betrachters, angesichts der Reb- und ein bisschen auch der Landschaftsmonotonie.

    viele Grüße
    Werner

  2. Herzlichen Dank, Werner!

    Die Bäume waren meinen Eltern allein aus optischen Gründen schon ein Anliegen zu einer Zeit wo von Biodiversität gar keine Rede war. Leider wird die die Zunahme der maschinellen Lese ihre Anzahl wohl noch weiter reduzieren, aber wir versuchen zumindest ein bisschen gegenzuhalten.

    Viele Grüße aus Mörbisch

    Bernhard

Schreibe einen Kommentar

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.