Chefsache

Rebschnitt aufgehellt und komprimiert

Während viele Betriebe den Rebschnitt von ungelernten Hilfsarbeitern ausführen lassen oder sogar an Fremdfirmen „outgesourct“ haben, ist die erste Arbeit im Weinjahr (so wie die allermeisten folgenden) bei uns immer noch Chefsache.

Zum Glück schaffen wir (d.h. derzeit überwiegend mein Vater) es, alle unsere Reben selbst zu schneiden. Denn auch wenn es für den Laien nicht so aussehen mag, trägt handwerkliches Know-How und Genauigkeit beim Rebschnitt wesentlich bessere Früchte.

Sauber geschnittene (und danach gebundene) Reben treiben im Frühjahr gleichmäßiger aus. Die jungen Triebe (und später auch ihre Trauben) sind besser verteilt, erhalten mehr Sonne und trocknen nach Regen rascher ab.

Nimmt man beim Schneiden auf den Boden, die Sorte und die Entwicklung eines Weingartens im Vorjahr Rücksicht, findet man die beste Balance zwischen Wachstum und Ertrag. Solcherart ausgeglichene Reben können besser mit Wetterextremen umgehen.

Ein individueller Schnitt, der die besondere Situation der einzelnen Stöcke berücksichtigt, bewahrt geschwächte Pflanzen vor Überlastung und sorgt damit für eine gleichmäßigere Traubenreife und -qualität im gesamten Weingarten.

Kompetente Arbeiter erkennen die Schwarzholzkrankheit oder Esca beim Schneiden und versuchen mit oft gutem Erfolg die Rebstöcke zu verjüngen, bevor sie daran absterben.

Und schließlich beeinflußt der Schnitt natürlich maßgeblich die Lebensdauer eines Weingartens. Ohne sogfältige Arbeit büßen die Reben schon nach zwei, drei Jahrzehnten ihre Vitalität ein, anstatt gerade dann die besten Trauben zu liefern.

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