Bodenlose Dummheit

Foto: ÖWM/Faber

Selbst wenn man die rund dreiwöchige Hitzeperiode im Juli berücksichtigt, ist der heurige Sommer bisher sehr niederschlagsreich verlaufen. Erst in den vergangenen Tagen sind wieder zweimal je 25 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Gleichzeitig läßt aber der Wasserbedarf der Reben mit dem Reifebeginn etwas nach, und die gemäßigten Temperaturen der letzten Zeit zwischen 22 und 28°C tun ein übriges, um den Durst der Reben in Grenzen zu halten.

Darüber hinaus sind die Wasserspeicher im Boden gut gefüllt, und die Wahrscheinlichkeit einer andauernden Hitzewelle ist nach dem Wetterverlauf der letzten Wochen einigermaßen gering.

In Anbetracht dieser Situation ist es naheliegend, die Weingartenböden jetzt zu begrünen (so man dies nicht ohnehin wie wir das ganze Jahr über tut). Anders als vielleicht im Juni oder Juli ist nämlich nicht mehr zu befürchten, dass eine Pflanzendecke den Rebwurzeln zu viel Wasser wegnimmt.

Dafür verbessert sie aber nicht nur die Befahrbarkeit des Bodens für die letzten Bearbeitungsgänge und die Lese, sondern bindet auch Nährstoffe wie Stickstoff. Der treibt in der jetzigen Entwicklungsphase der Reben vor allem das Größenwachstum der Trauben an, fördert damit die Quantität zulasten der Qualität und macht die Trauben anfälliger für Fäulnis.

Trotz dieser Binsenweisheit aus dem kleinen Winzer-Einmaleins wurden auch in den letzten Tagen einige Weingärtenböden in der Region erneut umgearbeitet. Für teures (Diesel-)Geld und deutlich überwiegende Nachteile hat sich der eine oder andere Kollege ohne das Gespür für den richtigen Zeitpunkt damit eine vermeintlich schönere Optik erkauft.

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