Selbstreflexion eines Besserwissers

Viele meiner Beiträge in verschiedenen Weindiskussionsforen und hier in meinem Blog entstehen aus dem Bedürfnis, falsch oder verkürzt dargestellte Zusammenhänge richtigzustellen. Dabei ist es kein Kunststück, sondern eine Selbstverständlichkeit, daß ein „Profi“ in seinem Metier viele Dinge besser weiß als der „Amateur“ im besten Wortsinn.

Vom „besser wissen“ zur Besserwisserei ist es aber nur ein kleiner Schritt. Dieser Tatsache bin ich mir beim Schreiben meist bewußt. Besonders dann, wenn jemand meine Beiträge vor meinen Weinen kennenlernt. Da stelle ich mir dann oft die Frage, ob ich mit meinen Beiträgen die Latte für meine Weine nicht zu hoch gelegt habe. Und ob meine Erläuterungen klar genug zum Ausdruck bringen, das es auch andere Wahrheiten als die meine geben kann.

Die Profis unter meinen Lesern haben bisher meist dankenswerter Weise über die diversen Vereinfachungen aus dramaturgischen oder erzähltechnischen Gründen geschwiegen. Die gibt es natürlich, auch wenn ich versuche, die Weinbereitung nicht als starres Konzept, sondern als Fülle von Möglichkeiten darzustellen. Und natürlich gibt es auch Dinge, die ich mir trotz umfassender Ausbildung und aller Offenheit aus meiner Perspektive als burgenländischer Weinbauer nur schwer vorstellen kann.

Bei allem was ich schreibe sollte man immer bedenken, was mein Vater gelegentlich sagt: Es gibt beim Wein nichts, was es nicht gibt.

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