Nach dem Rebschnitt im Jänner und Februar sind wir jetzt dabei, die Fruchtruten unserer Weinstöcke festzubinden. Noch sind ihre Knospen sehr klein, aber rundherum erwacht die Natur bereits zu neuem Leben. Dabei kann man gut beobachten, welch vielfältiger Lebensraum Weingärten sein können, wenn sie nachhaltig bewirtschaftet werden.

Krötenwanderung
Jahr für Jahr ziehen tausende Frösche und Kröten vom Waldrand durch unsere Weingärten zu ihren Laichplätzen am Neusiedlersee. Um ihnen ein gefahrloses Queren der Straße zu ermöglichen, wird jeden März ein kilometerlanger mobiler Schutzzaun entlang der Mörbischer Weingärten errichtet. Er leitet die Amphibien in eingegrabene Kübel, die täglich von einem Naturschutzorgan über die Straße getragen und auf der anderen Seite vorsichtig entleert werden.

Meister Adebar
Das hilft nicht nur den Fröschen, sondern sichert auch die Nahrungsgrundlage der Störche. Für Abwechslung auf ihrem Speiseplan sorgen unsere gesunden Weingartenböden, die von Mäusen, Käfern und Regenwürmern bevölkert werden. Fast immer wenn wir im Frühjahr mit dem Traktor den Boden unter den Weinstöcken lockern, ist ein Storch zur Stelle, um einzelne obdachlos gewordene Kleintiere aufzupicken.

Pflanzenvielfalt und Insekten
Den Boden zwischen den Rebzeilen brechen wir nicht um. Verschiedene Begrünungspflanzen sorgen unter der Erde für ein reges Bodenleben und ziehen mit ihren Blüten nützliche Insekten an. Eingesäte Kleearten und Kräuter wachsen dort ebenso, wie die natürliche Pflanzenvielfalt. Besonders stolz sind wir auf den seltenen Grünen Milchstern und die Traubenhyazinthe. Für wunderschöne bunte Farbtupfer in der Landschaft sorgen auch die Mandel- und Kirschbäume, die nicht nur den Bienen Nahrung liefern.
Zu Lande und in der Luft
Größere Tiere leben ebenfalls zwischen den Reben. Hasen und Rehe beobachten wir häufig, hin und wieder finden wir ein Hirschgeweih und auch die scheuen Wildschweine und Dachse hinterlassen ihre Spuren. Immer öfter kommen Silberreiher vom See in die Weingärten und Falken und Bussarde nützen unsere Weingartenpfähle und Bäume, um Beute auszuspähen.