Same procedure as last year?

Same procedure as every year!

Zum Jahreswechsel wird vieles teurer. Sagen uns seit Wochen nicht nur die Vertreter der Glas-, Kork- und Verpackungsbranche. Der Ölpreis! Die Inflation! Die neuen Kollektivverträge! Die LKW-Maut! Und überhaupt!

Aber wenn jetzt sofort bestellt wird, und heuer noch ausgeliefert, dann, ja dann…

Also habe ich heute einen Halbjahresbedarf an Flaschen bestellt, eine kleine Menge an besonders teuren Korken und einen Zweijahresbedarf an Weinkartons. Der Stückpreis bei individuell angefertigten Dingen sinkt nämlich rapide mit der Auflage.

Etliche tausend Euro, einfach so, per Fax, E-Mail oder Telefon. Ob allen Weinfreunden bewußt ist, welche Kosten rund um den Inhalt der Flasche entstehen, von der er gerade ein Gläschen trinkt?

7 Gedanken zu „Same procedure as last year?“

  1. „Ob allen Weinfreunden bewußt ist, welche Kosten rund um den Inhalt der Flasche entstehen, von der er gerade ein Gläschen trinkt?“

    Ich denke eher nicht 🙂

    Übrigens – die Ersparnisse bei Großeinkäufen müssen die Kapitalkosten decken können (erhöhtes gebundenes Kapital). Auf der andere Seite kann man ja auch so das Ergebnis vor Steuern drücken 🙂

    Viele Grüße

    Lars

  2. Bernhard,

    ob Euch Winzern klar ist, wie wenig das den Verbraucher interessiert? (im Sinne von ‚Unterschied machen‘, nicht im Sinne von ‚Dein Blogeintrag ist uninteressant‘)
    Ich kann Dir aus dem Gedächtnis nicht sagen, welcher meiner Lieblingswinzer Standardpostpakete verwendet und wer bedruckte Versandkartons hat. Auch wer die schweren Flaschen verwendet und wer die billigsten, weiss ich nicht auf Anhieb.
    Ich kann Dir aber ziemlich genau sagen, wer leckeren Wein macht… 😉

    cheers
    Felix

  3. Hallo Bernhard,

    so ein paar tausend Euro „einfach so“ klingt vielleicht viel, aber wenn man es auf die zehntausenden bis hunderttausenden Flaschen umlegt, die damit verpackt werden, dann fällt es doch wieder unter die Kategorie „peanuts“, oder ?

    Grüße,
    Gerald

  4. @Lars:

    Dazu muß es natürlich ein Ergebnis vor Steuern geben 😉 . Abgesehen davon, daß das für (kleinere und mittelgroße) steuerlich (teil-)pauschalierte Betriebe, die nicht buchführungspflichtig sind, sowieso keine Rolle spielt.

    @Felix:
    Natürlich ist das für die Profis kein Kriterium. Für den Verkauf an den Otto-Normalwein-Trinker wird die Verpackung aber zunehmend wichtiger. Zumal der immer mehr Wein im Handel ohne jegliche Beratung kauft.

    Ich wollte mit meinem Beitrag ja nicht jammern, sondern auch dieses Thema, weil es gerade so aktuell ist, mal ansprechen. Damit es bei den diversen Preis(erhöhungs)diskussionen nicht ganz unter den Tisch fällt.

    @Gerald:
    Mit den hunderttausenden Flaschen überschätzt du uns doch einigermaßen. Soviel Bodenhaftung habe ich schon noch (und so riesig ist unser Umsatz auch wieder nicht), daß fünf- oder zehntausend Euro für mich keine „peanuts“ sind.

  5. Hallo Bernhard,
    da hast Du aber noch Glück, dass Du in Österreich wohnst. Hier in Deutschland wird man von allen Läden verrückt gemacht wegen der Mehrwertsteuererhöhung. Da gibt es derzeit zwei verschiedene Vekaufskampagnen. Entwerder wollen einem die Händler die Mehrwertsteuer komplett streichen. Oder es gibt Werbung nach der die Preise im nächsten Jahr gleich bleiben (erscheint dann zumeißt nach einer Preiserhöhung mit der die Steuererhöhung bereits vor dem Jahreswechsel eingepreist wurde). Da sind mir die alljährlichen Rituale doch lieber.
    Viele Grüße
    Thomas

  6. Hallo Bernhard,

    „peanuts“ ist vielleicht ein bisschen überzeichnet, ich hätte aber immer angenommen, dass die langfristigen Fixkosten das größte Problem für einen Winzer darstellen. Also z.B. die Kredite für Maschinen, Neubauten, Instandhaltung etc.

    Die Aufwendungen für Flaschen und Kartons kann man ja relativ kurzfristig an die Nachfragesituation anpassen, größere Liquiditätsprobleme sollten dadurch kein Thema sein, denke ich jedenfalls.

    Wo ich – wäre ich Winzer – das meiste Bauchweh hätte, das wären die sündteuren „Designerkeller“, die manche deiner Kollegen sich in die grüne Wiese gestellt haben, wo die (entsprechend hohen) Kreditraten erst einmal verdient werden müssen. Wenn da die unerwartet die Nachfrage einbricht (siehe die weniger bekannten Bordeaux-Winzer), dann möchte ich nicht in deren Haut stecken …

    Grüße,
    Gerald

  7. „dass die langfristigen Fixkosten das größte Problem für einen Winzer darstellen. Also z.B. die Kredite für Maschinen, Neubauten, Instandhaltung etc.“

    Es ist tatsächlich eher die Lohnkosten (variable Kosten) die sorgfältig und effizient „verbratet“ werden sollen (Beispiel: 10ha VDP Steillagenbetrieb – 30% Sonstige Kosten / 70% Lohnkosten). Alleine die Handlese macht viel aus…

    Viele Grüße

    Lars

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