{"id":8692,"date":"2026-08-07T14:44:27","date_gmt":"2026-08-07T12:44:27","guid":{"rendered":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=8692"},"modified":"2026-08-07T14:44:27","modified_gmt":"2026-08-07T12:44:27","slug":"interessante-zeiten-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=8692","title":{"rendered":"Interessante Zeiten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00f6gest du in interessanten Zeiten leben, sagt ein (angeblich) chinesischer Fluch. Und &#8222;interessant&#8220; ist das Weinjahr 2026 allemal, oder besser gesagt schwierig und sehr herausfordernd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Hitze und der fehlende Regen<\/strong>,&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn wir &#8222;dank&#8220; Klimawandel hoheTemperaturen mittlerweile gewohnt sein sollten, sticht der heurige Sommer diesbez\u00fcglich nocheinmal besonders hervor. Die erste Hitzewelle war ungew\u00f6hnlich fr\u00fch im Juni und hat uns zwei Wochen jenseits der 30 Grad-Marke, ja sehr oft \u00fcber 35 bis an die 40 Grad beschert. Danach war es zwar halbwegs normal, aber aktuell erleben wir erneut mehrere Wochen mit Temperaturen in diesem Bereich und sogar dar\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das macht nicht nur die Arbeit im Weingarten extrem m\u00fchsam, sondern w\u00fcrde auch schon bei normalen Niederschlagsverh\u00e4ltnissen die Reben geh\u00f6rig belasten. Leider erleben wir aber zus\u00e4tzlich zur Hitze auch noch einen krassen Regenmangel seit vielen Monaten, der f\u00fcr zus\u00e4tzlichen Stress sorgt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Screenshot-2026-08-06-174257-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"791\" height=\"406\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Screenshot-2026-08-06-174257-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8696\" srcset=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Screenshot-2026-08-06-174257-1.png 791w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Screenshot-2026-08-06-174257-1-300x154.png 300w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Screenshot-2026-08-06-174257-1-768x394.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 791px) 100vw, 791px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist deshalb eigentlich nicht zu erkl\u00e4ren, wie verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut unsere Weing\u00e4rten (zumindest auf den ersten Blick) immer noch dastehen. Das Triebwachstum ist zwar schon im Juni weitgehend zum Stillstand gekommen, aber anders als <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=7973\">2022<\/a> haben heuer die allermeisten Reben zumindest den obersten Draht unseres Unterst\u00fctzungssystems erreicht. Auch ist der Gro\u00dfteil der Bl\u00e4tter immer noch sattgr\u00fcn, was auf eine halbwegs ausreichende N\u00e4hrstoffversorgung hindeutet. Wassermangel bedeutet n\u00e4mlich auch eine verschlechterte Aufnahme von Stickstoff, Kalium &amp; Co.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst mit der aktuellen Hitzeperiode sind vor allem bei jungen Reben und an exponierten Stellen (Kuppen, sandigere, steinigere Bodenabschnitte,&#8230;) gelbe und vertrocknete Bl\u00e4tter im Bereich der Traubenzone dazugekommen. Aus diesen \u00e4ltesten Bl\u00e4ttern holt sich die Rebe N\u00e4hrstoffe, wenn aus dem Boden nichts mehr kommt und steckt sie in die j\u00fcngeren Bl\u00e4tter und Trauben. Wo das nicht ausreicht, leiden mittlerweile auch die Beeren, werden schlaff und wachsen nicht mehr weiter. Punktuell schneiden wir sie deshalb weg, um die Pflanzen zu entlasten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_192150-kleiner.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_192150-kleiner-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8700\" srcset=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_192150-kleiner-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_192150-kleiner-300x225.jpg 300w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_192150-kleiner-768x576.jpg 768w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_192150-kleiner.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch dort, wo die Weintrauben nicht offensichtlich leiden, sieht man nat\u00fcrlich die Auswirkungen der D\u00fcrre. Die Beeren sind viel kleiner als normalerweise am Beginn der Reife und w\u00fcrden auch wenn es morgen regnen w\u00fcrde nicht mehr ihre Originalgr\u00f6\u00dfe erreichen. Wenn man also schon etwas sicher \u00fcber den Jahrgang 2026 sagen kann, dann dass es mengenm\u00e4\u00dfig eine sehr kleine Ernte werden wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Qualitativ ist hingegen noch vieles offen. Nat\u00fcrlich w\u00e4re es vermessen, wenn man nach so einer Vorgeschichte auf einen grandiosen Wei\u00dfweinjahrgang hoffen w\u00fcrde. Etwas mehr Wettergl\u00fcck in den Wochen bis zur Ernte und ein angepasster Umgang mit den Trauben lassen allerdings immer noch gute, sehr gute und bei alten Weinst\u00f6cken vielleicht sogar ausgezeichnete Weine m\u00f6glich erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_193116-kleiner.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_193116-kleiner-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8699\" srcset=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_193116-kleiner-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_193116-kleiner-300x225.jpg 300w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_193116-kleiner-768x576.jpg 768w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_193116-kleiner-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_193116-kleiner.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei wird es wichtig sein, bei der Traubenverarbeitung die Kontaktzeit des Saftes mit den Schalen eher kurz zu halten. Letztere werden heuer durch Hitze, Stress und Sonneneinstrahlung besonders dick und gerbstoffreich sein. Da ist es wahrscheinlich schlauer auf ein wenig Aromaintensit\u00e4t und F\u00fclle durch eine <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=77\">Maischestandzeit<\/a> zu verzichten, weil man sie sich durch einen hohen Anteil an Bitterstoffen in Most und Wein erkaufen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem wird man heuer sicher nicht am Thema <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=7007\">S\u00e4uerung<\/a> vorbeikommen. Wenn in der jetzigen Phase das Wasser fehlt, lagert die Rebe n\u00e4mlich deutlich weniger S\u00e4ure in die Trauben ein, die dann w\u00e4hrend des Reifeverlaufes wegen der hei\u00dfen N\u00e4chte bis zur Ernte auch noch schneller abgebaut wird als \u00fcblich. Die Zugabe von Wein- oder \u00c4pfels\u00e4ure kann dieses Defizit ausgleichen und wenn die Trauben von der niedrigen S\u00e4ure abgesehen eine gute Qualit\u00e4t aufweisen auch tats\u00e4chlich eine Verbesserung auf sehr hohes Niveau bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zumindest bei j\u00fcngeren Weing\u00e4rten werde ich heuer wohl auch \u00fcber die Zugabe von Hefen\u00e4hrstoffen zum Most nachdenken m\u00fcssen. Stickstoff und Vitamin B helfen der Hefe bei der Vermehrung und k\u00f6nnen deshalb zu einer sauberen und vollst\u00e4ndigen Verg\u00e4rung des Zuckers beitragen. In vielen Betrieben z\u00e4hlen sie jahrgangsunabh\u00e4ngig zum Standardprocedere, aber ich verzichte normalerweise darauf. Unsere Reben k\u00f6nnen dank humusschonender Bewirtschaftung \u00fcblicherweise ausreichend Stickstoff aufnehmen und in die Trauben einlagern. Au\u00dferdem kl\u00e4re ich f\u00fcr meinen Weinstil weder den Most so stark, dass die Hefe in Stress geraten k\u00f6nnte, noch fahre ich um spezielle Fruchtaromen zu f\u00f6rdern die Temperatur so weit hinunter, dass die G\u00e4rung nur sehr z\u00f6gerlich abl\u00e4uft. Au\u00dferdem hat der von mir bevorzugte <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=468\">Reinzuchthefestamm<\/a> einen niedrigen N\u00e4hrstoffbedarf, auch weil er nicht den Charakter der Trauben mit eigenen Aromen \u00fcberlagert, sondern sich auf die Umwandlung von Zucker zu Alkohol konzentriert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heuer ist aber (fast) alles anders und ein Abgehen von meiner normalen Vorgangsweise deshalb zumindest bei diesbez\u00fcglich besonders exponierten Chargen geboten. Sowohl aus qualitativen Gr\u00fcnden (schleppende G\u00e4rungen sind extrem anf\u00e4llig f\u00fcr Fehlentwicklungen in Richtung <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=4505\">B\u00f6ckser<\/a> und <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=4466\">fl\u00fcchtige S\u00e4ure<\/a>), als auch aus wirtschaftlichen (ich habe in meinem Sortiment keine Verwendung f\u00fcr Weine mit deutlicher Rests\u00fc\u00dfe, k\u00f6nnte also wegen N\u00e4hrstoffmangel vorzeitig in der G\u00e4rung stehen gebliebene Weine nur auf dem sehr niedrigpreisigen Fa\u00dfweinmarkt verkaufen).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rotweinreben stehen nat\u00fcrlich nicht grunds\u00e4tzlich besser da, als die wei\u00dfen. Trotzdem gelten f\u00fcr sie viele dieser Punkte nur in deutlich abgeschw\u00e4chter Form. Es hat schon Gr\u00fcnde, warum hei\u00dfe, trockene Jahre eher als Rotweinjahrg\u00e4nge gelten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_192615-kleiner.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_192615-kleiner-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8698\" srcset=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_192615-kleiner-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_192615-kleiner-300x225.jpg 300w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_192615-kleiner-768x576.jpg 768w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_192615-kleiner-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260806_192615-kleiner.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die dickere Schale mit mehr Gerbstoffen zum Beispiel ist bei Blaufr\u00e4nkisch &amp; Co. kein Problem, zumindest, wenn diese Gerbstoffe gut ausgereift sind. Schlie\u00dflich sind die sogenannten Tannine ja (anders als beim Wei\u00dfwein) ein ma\u00dfgebliches Strukturelement der Roten. Auch der absehbar niedrige S\u00e4uregehalt in den Trauben ist leichter zu verschmerzen, weil der fertige Rotwein ja ohnehin weniger S\u00e4ure haben soll. Es fehlt dieses Jahr wohl eher an der \u00c4pfels\u00e4ure, aber die wird beim sp\u00e4teren <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=131\">biologischen S\u00e4ureabbau<\/a> im roten Jungwein ja ohnehin ab- bzw. umgebaut und heuer haben die entsprechenden Bakterien dann halt einfach weniger zu tun. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bleibt noch die Sache mit dem Mangel an Hefen\u00e4hrstoffen, aber auch da ist Rotwein etwas weniger gef\u00e4hrdet. Anders als Wei\u00dfwein wird er ja nicht als Most vergoren (dem auch noch ein Teil der <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=83\">Trubstoffe entfernt<\/a> wird), sondern <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=118\">auf der Maische<\/a>. Das hei\u00dft mit dem gesamten Fruchtfleisch und den Schalen, womit die Hefe die ganze N\u00e4hrstoffmenge der Traube zur Verf\u00fcgung hat, was gemeinsam mit den rotweintypischen h\u00f6heren G\u00e4rtemperaturen reichen sollte, um die Hefe nicht in Stress geraten zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&#8230;Flavescence dor\u00e9e<\/strong>&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie Anfang Juni <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=8677\">hier beschrieben<\/a> hat das Thema Flavescence dor\u00e9e (auch Goldgelbe Vergilbung genannt) in den letzten Jahren auch uns erreicht. Ging es zun\u00e4chst nur um eine Befallstelle dieser neuen Rebkrankheit in der Nachbargemeinde, deren amtliche Sicherheitszone auch unsere Weing\u00e4rten streift, wurde mittlerweile &#8211; erwartungsgem\u00e4\u00df &#8211; auch in M\u00f6rbisch zumindest ein Befallsherd nachgewiesen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der ist allerdings gleich so heftig, dass vom betroffenen Weingarten eines Kollegen nach der verpflichtenden sofortigen Rodung aller befallenen St\u00f6cke kaum noch etwas \u00fcbrig bleiben wird. Bei uns in seiner unmittelbaren Nachbarschaft ist der Schaden nicht ganz so gro\u00df, allerdings haben wir dort auch bereits rund 80 Weinst\u00f6cke roden m\u00fcssen, die Symptome gezeigt haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Existenz unseres Weingartens ist damit noch nicht gef\u00e4hrdet, es ist allerdings zu bef\u00fcrchten, dass es im n\u00e4chsten Jahr \u00e4hnlich weitergeht. Schlie\u00dflich greifen unsere Ma\u00dfnahmen (verpflichtende Pflanzenschutzma\u00dfnahmen gegen die Amerikanische Rebzikade, den \u00dcbertr\u00e4ger der Krankheit und das Entfernen befallener Rebst\u00f6cke um Infektionsquellen f\u00fcr das Insekt zu minimieren) ja erst mit einer Zeitverz\u00f6gerung. Au\u00dferdem haben wir in allen Rieden einzelne verd\u00e4chtige Rebst\u00f6cke gefunden und gerodet. Die fehlen uns jetzt schon und sind ein Indiz daf\u00fcr, dass 2027 auch in anderen Weing\u00e4rten gr\u00f6\u00dfere Probleme zu bef\u00fcrchten sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&#8230;und der maue Markt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts der ertragsreduzierenden Probleme mit dem Wetter und der neuen Rebkrankheit werden Zyniker wahrscheinlich sagen, dass es dann doch positiv ist, wenn derzeit weniger Wein, insbesondere Rotwein, getrunken wird.  Ganz falsch ist das f\u00fcr die gesamte Branche nat\u00fcrlich nicht, f\u00fcr den einzelnen Betrieb sind schwierige Marktbedingungen aber eine weitere, zus\u00e4tzliche Herausforderung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umso dankbarer sind wir unseren Stammkunden, die uns zum Teil schon \u00fcber Generationen die Treue halten und uns den Gro\u00dfteil unserer Ernten abnehmen. Au\u00dferdem erweist es sich sp\u00e4testens jetzt als gro\u00dfer Vorteil, dass wir dem in den letzten Jahrzehnten gelegentlich aufgekommenen Ehrgeiz zur Betriebsvergr\u00f6\u00dferung widerstanden haben. Wir sind gro\u00df genug f\u00fcr jene Weinvielfalt, die wir gerne anbieten m\u00f6chten, aber auch klein genug, um als Familienbetrieb flexibel agieren und unsere Kosten im Griff halten zu k\u00f6nnen. Dazu kommt noch, dass unser Weinbaugebiet sowohl spannende Wei\u00dfweine, also auch tolle Rote hervorbringen kann und wir deshalb mittelfristig auch gut auf \u00c4nderungen der Geschmacksvorlieben reagieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht zuletzt deshalb freue ich mich trotz der aktuell schlechten Stimmung auf die kommende Ernte. Sie wird sicher eine Herausforderung, aber ich habe zumindest einen groben Plan um sie zu meistern. Au\u00dferdem bin ich \u00fcberzeugt davon, dass sich gerade heuer die sorgf\u00e4ltige, intensive  und pers\u00f6nliche Pflege die wir unseren Rebst\u00f6cken angedeihen lassen bezahlt machen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6gest du in interessanten Zeiten leben, sagt ein (angeblich) chinesischer Fluch. Und &#8222;interessant&#8220; ist das Weinjahr 2026 allemal, oder besser gesagt schwierig und sehr herausfordernd. 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