{"id":777,"date":"2008-12-14T21:20:55","date_gmt":"2008-12-14T20:20:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=777"},"modified":"2008-12-14T21:20:55","modified_gmt":"2008-12-14T20:20:55","slug":"rigolen-oder-nicht-rigolen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=777","title":{"rendered":"Rigolen oder nicht rigolen,"},"content":{"rendered":"<p><strong>das ist hier die Frage<\/strong><\/p>\n<p>Die Zeit vor der Auspflanzung von Junganlagen sollte man nicht nur zur <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=733\">Beseitigung von Erosionssch\u00e4den<\/a>, sondern auch f\u00fcr eine m\u00f6glichst tiefe Bodenlockerung n\u00fctzen. Solange auf einem Grundst\u00fcck keine Reben stehen, kann man noch mit st\u00e4rkeren Traktoren arbeiten und mu\u00df auch keine Verletzung der Rebwurzeln bef\u00fcrchten.<\/p>\n<p>Die Tiefenlockerung beseitigt Bodenverdichtungen, die im Lauf eines Weingartenlebens durch das jahrzehntelange Befahren der beinahe immer gleichen Spur kaum zu vermeiden sind. Und wenn man diese Arbeiten im Herbst durchf\u00fchrt, hilft auch noch der Winterfrost mit, den grobscholligen Boden locker und fein zu machen. Die im kommenden Fr\u00fchling neu gepflanzten Reben haben damit alle M\u00f6glichkeiten, ein gutes Wurzelsystem zu entwickeln. <!--more--><\/p>\n<p>Die einfachste, weil weniger Kraftaufwand ben\u00f6tigende M\u00f6glichkeit f\u00fcr diese Pflanzvorbereitung ist das Rigolen. Darunter versteht man ein besonders tiefes Pf\u00fcgen, je nach Bodenvoraussetzungen bis zu einem halben Meter und mehr.<\/p>\n<p>Dabei wird der Boden nicht nur gelockert, sondern wie bei jeder Arbeit mit dem Pflug (und beim h\u00e4ndischen Umgraben) auch gewendet. Der n\u00e4hrstoff- und humusreiche Oberboden kommt nach unten und eine relativ unbelebte Unterbodenschicht nach oben.<\/p>\n<p>Wie (fast) alles, hat auch das Rigolen Vor- und Nachteile. N\u00e4hrstoffe wie Phosphor und Kalium, die im Boden sehr unbeweglich sind k\u00f6nnen mit dem Rigolen in den Hauptwurzelbereich der Reben gebracht werden. Das ist besonders wichtig, wenn bei einer Bodenuntersuchung gravierende M\u00e4ngel festgestellt und diese vor der Auspflanzung mit einer sogenannten Vorratsd\u00fcngung behoben werden.<\/p>\n<p>Mehr oder weniger abgestorbene Rebwurzeln der vorangegangenen Rebengeneration kommen daf\u00fcr an die Oberfl\u00e4che und k\u00f6nnen entfernt werden, damit bei ihrem Verrottungsproze\u00df keine Substanzen entstehen, die das Wachstum der jungen Rebwurzeln hemmen.<\/p>\n<p>Andererseits wird beim Rigolen sehr viel Bodenleben in Tiefen verfrachtet, in denen es u.a. wegen Luftmangel wenig Nutzen bringen kann. Und bis die oberste Bodenschicht wieder \u00e4hnlich gut von Beikr\u00e4utern durchwurzelt und von W\u00fcrmern, K\u00e4fern, Pilzen und Bakterien belebt ist, vergehen ein paar Jahre.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wird beim Rigolen sehr viel Erdmasse bewegt, was bei schmalen Parzellen und unf\u00e4higen oder unwilligen Lohnunternehmern dazu f\u00fchren kann, dass ein vormals ebenes Grundst\u00fcck nach dem Rigolen eine Seitenneigung aufweist. Oder einen Erdaufw\u00f6lbung in der Mitte. Die zu beheben erfordert einigen Zusatzaufwand, und wenn sie nicht beseitigt wird, kann sie ein Weingartenleben lang Schwierigkeiten bei der maschinellen Bearbeitung bereiten.<\/p>\n<p>Aus diesen (und anderen) Gr\u00fcnden bevorzugen wir seit Jahren meistens eine Tiefenlockerung mittels Grubber, bei der der Boden nur angehoben, nicht aber gewendet wird. Meist kommt man auf diese Weise nicht ganz so tief hinunter, wie beim Rigolen, unsere Junganlagen haben sich aber trotzdem fast immer sch\u00f6n entwickelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>das ist hier die Frage Die Zeit vor der Auspflanzung von Junganlagen sollte man nicht nur zur Beseitigung von Erosionssch\u00e4den, sondern auch f\u00fcr eine m\u00f6glichst tiefe Bodenlockerung n\u00fctzen. Solange auf einem Grundst\u00fcck keine Reben stehen, kann man noch mit st\u00e4rkeren Traktoren arbeiten und mu\u00df auch keine Verletzung der Rebwurzeln bef\u00fcrchten. 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