{"id":645,"date":"2008-12-22T08:24:35","date_gmt":"2008-12-22T07:24:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=645"},"modified":"2008-12-22T08:28:10","modified_gmt":"2008-12-22T07:28:10","slug":"pedologische-sprachverwirrung-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=645","title":{"rendered":"Pedologische Sprachverwirrung (5)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Humusgehalt&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Unter dem Begriff <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Humus\">Humus<\/a> versteht man abgestorbene organische Substanz wie z.B. verrottendes Schnittholz, Grasschnitt, Wurzelreste, tote Insekten und Mikroorganismen etc. In weinbaulich gen\u00fctzten B\u00f6den macht der Humus zwar nur wenige Prozente aus, haben aber eine enorme Bedeutung f\u00fcr die Qualit\u00e4t eines Bodens.  <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Humus enth\u00e4lt nicht nur N\u00e4hrstoffe f\u00fcr die Reben, sondern er bildet auch die Nahrung f\u00fcr das Bodenleben, das wiederum f\u00fcr die Durchl\u00fcftung und Aufschlie\u00dfung des Bodens sorgt. Humusreiche B\u00f6den sind fruchtbarer, besser befahrbar und k\u00f6nnen &#8211; was vor allem in Trockengebieten nicht zu untersch\u00e4tzen ist &#8211; mehr Wasser speichern als humusarme.<\/p>\n<p>Bei einer vern\u00fcnftigen Bearbeitung und zumindest zeitweiliger Begr\u00fcnung des Bodens sowie Gr\u00fcnbrachezeiten zwischen zwei Weingartengenerationen ist der Humusgehalt \u00fcber Jahrzehnte relativ stabil.<\/p>\n<p>Jahrelange falsche Bewirtschaftung kann aber zu einem \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Abbau der organischen Substanz f\u00fchren, z.B. wenn der Boden durch zu h\u00e4ufiges Bearbeiten \u00fcberm\u00e4\u00dfig stark durchl\u00fcftet und damit der Humusabbau gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n<p>Eine Behebung dieses im Weinbau leider relativ h\u00e4ufigen Problems dauert \u00e4hnlich lange, denn der Humusgehalt l\u00e4\u00dft sich nur mit jahrelangem Einbringen von Kompost, Stallmist, Stroh und Gr\u00fcnd\u00fcngung merkbar steigern.<\/p>\n<p>So positiv solche Ma\u00dfnahmen bei verarmten B\u00f6den auch sind, ab einem gewissen Optimum (das bei leichten B\u00f6den niedriger und bei schweren h\u00f6her ist) kann der Humus auch zum Selbstzweck werden, der mehr dem guten Gewissen und dem Image des Winzers als der Bodenfruchtbarkeit oder Weinqualit\u00e4t dient.<\/p>\n<p><strong>&#8230;und Bodengef\u00fcge<\/strong><\/p>\n<p>Der Humusgehalt ist auch wesentlich am sogenannten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bodengef%C3%BCge\">Gef\u00fcge eines Bodens<\/a> beteiligt. Darunter versteht man die Art und Weise, wie die einzelnen Bestandteile eines Bodens miteinander verbunden sind.<\/p>\n<p>Beim Idealzustand, dem sogenannten Kr\u00fcmelgef\u00fcge, sind <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=643\">die mineralischen Bestandteile<\/a> (also Sandk\u00f6rnchen, Tonminerale etc.) gut und stabil (u.a. durch die Aktivit\u00e4t der Bodenlebewesen) mit dem Humus verbunden. So bilden sie eine gut bearbeitbare, aber auch gut belebte und durchl\u00fcftete Bodenmasse, die den Rebwurzeln ideale Bedingungen bietet.<\/p>\n<p>H\u00e4ufiges Befahren von zu nassen B\u00f6den und zu seltenes Lockern kann das Bodengef\u00fcge ebenso st\u00f6ren wie eine \u00fcbertriebene mechanische Bearbeitung und Humusmangel.<\/p>\n<p>Die Folgen sind schlechtere Bearbeitbarkeit, h\u00f6here Erosionsgefahr (da einzelne K\u00f6rnchen leichter abgeschwemmt werden als der Verbund von Sand, Ton und Humus), eine geringere Bodenfruchtbarkeit, (da die N\u00e4hrstoffe schlechter von den Wurzeln aufgenommen, vom Regen aber umso leichter ausgewaschen werden) und ein geringeres Wurzelwachstum der Reben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=626\">Hier<\/a> geht\u00b4s zu Teil 1 mit den Links zu allen Beitr\u00e4gen dieser Serie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Humusgehalt&#8230; Unter dem Begriff Humus versteht man abgestorbene organische Substanz wie z.B. verrottendes Schnittholz, Grasschnitt, Wurzelreste, tote Insekten und Mikroorganismen etc. In weinbaulich gen\u00fctzten B\u00f6den macht der Humus zwar nur wenige Prozente aus, haben aber eine enorme Bedeutung f\u00fcr die Qualit\u00e4t eines Bodens.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-645","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-weingarten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=645"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/645\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":802,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/645\/revisions\/802"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}