{"id":618,"date":"2008-07-10T22:21:07","date_gmt":"2008-07-10T21:21:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=618"},"modified":"2008-07-10T22:48:51","modified_gmt":"2008-07-10T21:48:51","slug":"warnschusse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=618","title":{"rendered":"Warnsch\u00fcsse"},"content":{"rendered":"<p>2008 ist (bisher) ein Jahr zwischen Hoffen und Bangen. Auf der einen Seite stimmen der fr\u00fche Bl\u00fctebeginn und die ungew\u00f6hnlich gute Wasserversorgung durchaus positiv, auf der anderen Seite erinnert uns die Natur aber gerade heuer immer wieder daran, wer im Weingarten letztlich den Ton angibt.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck haben uns bisher nur relativ harmlose Warnsch\u00fcsse erreicht, w\u00e4hrend viele Kollegen mit ernsten Problemen zu k\u00e4mpfen haben.<\/p>\n<p><strong>Schwere Gewitter, Hagel&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Die Hagelversicherung meldet \u00f6sterreichweit Rekordsch\u00e4den, und auch in unserer Umgebung gab es in den letzten Wochen schlimme Hagelschl\u00e4ge. Gut 20 Kilometer s\u00fcdlich ist das Mittelburgenland stark betroffen, 15 Kilometer im Nordwesten wurden Eisenstadt und St. Georgen mit ihren Weing\u00e4rten heimgesucht, am Nordufer des Neusiedlersees soll es in Jois schwere Sch\u00e4den geben und auch aus Gols und Frauenkirchen nord\u00f6stlich des Sees h\u00f6rt man nichts Gutes.<\/p>\n<p>Bei uns in M\u00f6rbisch fielen bei all den vielen Gewittern der letzten Wochen zum Gl\u00fcck nur ganz ganz vereinzelt ein paar Hagelk\u00f6rner, deren Auswirkungen man an einigen wenigen angeschlagenen Beeren sehen kann. <\/p>\n<p>Und auch von ernsthaften Erosionssch\u00e4den wie <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=321\">im Vorjahr<\/a> sind wir (nicht zuletzt wegen einer an die Witterung angepa\u00dften Bodenpflege) bislang verschont geblieben.<\/p>\n<p><strong>&#8230;und Pilzkrankheiten<\/strong><\/p>\n<p>Wie Anfang Juni (!) <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=591\">hier<\/a> bereits bef\u00fcrchtet, bereiten uns uns bei dem feucht-warmen Wetter auch die Pilzkrankheiten einige Sorgen. Durch eine sorgf\u00e4ltige Laubarbeit ist es uns aber bisher gelungen, unsere Trauben auch ohne erh\u00f6hten Pflanzenschutzaufwand weitestgehend gesund zu halten. <!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.rebschutzdienst.at\/Krankh_Schaedlinge\/Kr_Sch_Beschr_Bilder\/01_Oidium\/Oidium.htm\">Oidium<\/a>, der echte Mehltau, ist in unseren Weing\u00e4rten nur ganz selten auf einzelnen Beeren zu finden. Der &#8222;falsche&#8220; Mehltau (<a href=\"http:\/\/www.rebschutzdienst.at\/Krankh_Schaedlinge\/Kr_Sch_Beschr_Bilder\/02_Peronospora\/Peronospora.htm\">Peronospora<\/a>) hingegen, der nasse Bl\u00e4tter und Trauben besonders liebt, tritt allerdings doch recht h\u00e4ufig auf. <\/p>\n<p>Auf den jungen Bl\u00e4ttern, die besonders empfindlich sind (und durch Spritzungen kaum gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen, wenn sie erst danach wachsen), finden sich in allen Weing\u00e4rten typische Peronospora-Symptome.<\/p>\n<p><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/olflecken1-komprimiert.jpg' alt='Peronospora-\u00d6lflecken im Fr\u00fchstadium' \/><\/p>\n<p>Wenn sich der Pilz im Blattgewebe ausbreitet, sieht man anfangs nur gelbe, \u00f6lig-gl\u00e4nzende Flecken, die sogenannten \u00d6lflecken. Erst sp\u00e4ter wird auf der Blattunterseite das grau-wei\u00dfe Pilzgeflecht sichtbar und die befallenen Stellen sterben ab.<\/p>\n<p><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/olflecken2-komprimiert.jpg' alt='Peronospora-\u00d6lflecken' \/><\/p>\n<p>Findet der Pilz gute Bedingungen vor, kann er zum Absterben des ganzen Blattes (bzw. aller Bl\u00e4tter) f\u00fchren, weshalb die Peronospora auch Blattfallkrankheit genannt wird. Auch die Trauben k\u00f6nnen befallen werden und verschrumpeln zu sogenannten Lederbeeren.<\/p>\n<p>Dieser Fall ist ist in unseren Weing\u00e4rten bislang (noch) nicht eingetreten, aber das Risiko bleibt bis zum Reifebeginn hoch. Schlie\u00dflich senden die befallenen Bl\u00e4tter jede Menge Sporen aus, und wie es scheint bleibt der Sommer bis auf weiteres feucht.<\/p>\n<p>Auch einen derartig massiven Oidiumbefall an den Trauben konnte ich in unseren Weing\u00e4rten (noch) nicht entdecken:<\/p>\n<p><a href='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/oidium-traube-komprimiert.jpg' title='Oidiumbefall'><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/oidium-traube-komprimiert.jpg' alt='Oidiumbefall' \/><\/a><\/p>\n<p>Der echte Mehltau bildet einen grauen Belag auf Blattoberseite und Trauben. Wie auf dem Foto im unteren Bereich der Traube zu erkennen, behindert er das Wachstum der Beeren. Im Sp\u00e4tstadium l\u00e4\u00dft er sie so aufplatzen, dass die Kerne sichtbar werden (was Samenbruch genannt wird).<\/p>\n<p>Zum Vergleich hier ein Foto von gesunden Trauben, wie sie aussehen sollen. In diesem Fall handelt es sich um Cabernet Sauvignon in der Riede Goldberg, fotografiert am 3. Juli 2008:<\/p>\n<p><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/cabernet-goldberg-03-07-2008-komprimiert.jpg' alt='Cabernet Anfang Juli 2008' \/><\/p>\n<p>Trotz einiger Warn- und Streifsch\u00fcsse der Natur haben wir bis jetzt allen Grund, der Ernte 2008 optimistisch entgegenzusehen. Ein wirkliches Aufatmen gibt es aber erst, wenn alle Trauben im Keller sind&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2008 ist (bisher) ein Jahr zwischen Hoffen und Bangen. Auf der einen Seite stimmen der fr\u00fche Bl\u00fctebeginn und die ungew\u00f6hnlich gute Wasserversorgung durchaus positiv, auf der anderen Seite erinnert uns die Natur aber gerade heuer immer wieder daran, wer im Weingarten letztlich den Ton angibt. Zum Gl\u00fcck haben uns bisher nur relativ harmlose Warnsch\u00fcsse erreicht, &#8230; <a title=\"Warnsch\u00fcsse\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=618\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Warnsch\u00fcsse\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-618","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-weingarten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/618","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=618"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/618\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=618"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=618"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=618"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}