{"id":591,"date":"2008-06-04T21:58:13","date_gmt":"2008-06-04T20:58:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=591"},"modified":"2008-06-04T22:02:46","modified_gmt":"2008-06-04T21:02:46","slug":"peronospora-wetter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=591","title":{"rendered":"Peronospora-Wetter"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend viele <a href=\"http:\/\/winzerblog.de\/hagel-1526\/\">Kollegen in Deutschland<\/a>, Wien und dem Nordburgenland in den letzten Tagen von Hagelschlag betroffen waren, haben uns bisher gottseidank nur Ausl\u00e4ufer der Gewitterfronten erreicht. Trotzdem ist das derzeitige Wetter nicht ungef\u00e4hrlich, bietet es doch dem falschen (<a href=\"http:\/\/www.rebschutzdienst.at\/Krankh_Schaedlinge\/Kr_Sch_Beschr_Bilder\/02_Peronospora\/Peronospora.htm\">Peronospora<\/a>) und unter Umst\u00e4nden auch dem echten Mehltau (<a href=\"http:\/\/www.rebschutzdienst.at\/Krankh_Schaedlinge\/Kr_Sch_Beschr_Bilder\/01_Oidium\/Oidium.htm\">Oidium<\/a>) beste Bedingungen.<\/p>\n<p>Die beiden Mehltauerkrankungen der Rebe z\u00e4hlen zu den gr\u00f6\u00dften Herausforderungen in Sachen Pflanzenschutz und k\u00f6nnen zu einem Totalverlust der Ernte f\u00fchren. Da sie erst im 19. Jahrhundert aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt wurden, besitzen die europ\u00e4ischen Edelrebsorten de facto keinerlei Widerstandskraft dagegen und sind enorm anf\u00e4llig. <\/p>\n<p>Sowohl im Bioweinbau, als auch in der von uns praktizierten <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=162\">integrierten Produktion<\/a> k\u00f6nnen (und m\u00fcssen) sie vorbeugend bek\u00e4mpft werden, weil es keine umweltvertr\u00e4glichen Behandlungsmittel mit heilender Wirkung gibt, mit denen man den Schaden im Nachhinein reparieren k\u00f6nnte. <!--more--><\/p>\n<p>Damit die Peronospora-Sporen auf den Bl\u00e4ttern und Trauben auskeimen k\u00f6nnen, ben\u00f6tigen sie eine gewisse Temperatur und fl\u00fcssiges Wasser. Im Vergleich zum Sonntag hat es bei uns zwar abgek\u00fchlt, mit 20 bis 22\u00b0C ist es aber immer noch relativ warm, und die Reben sind wegen der Windstille seit gestern Nachmittag nass. Kurz bevor die letzten Wassertropfen des gestrigen Regens abgetrocknet waren hat es heute erneut leicht geregnet, und auch morgen und in den n\u00e4chsten Tagen ist laut Wetterbericht mit ergiebigen Niederschl\u00e4gen zu rechnen.<\/p>\n<p>Oidium-Sporen gen\u00fcgt schon eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, um die Reben infizieren zu k\u00f6nnen, und obwohl es nicht besonders hei\u00df ist, war es heute den ganzen Tag dr\u00fcckend schw\u00fcl. Dazu kommt noch, dass sich die Reben im Moment in der Hauptwachstumsphase befinden und besonders gro\u00dfe und weiche Pflanzenzellen bilden. Die sind wesentlich anf\u00e4lliger f\u00fcr Angriffe von au\u00dfen, weshalb die Zeit rund um die Bl\u00fcte als besonders gef\u00e4hrlich f\u00fcr Pilzinfektionen gilt.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck hat mein Vater in den letzten Tagen jeweils in den k\u00fchlen fr\u00fchen Morgenstunden unsere erste Spritzung im heurigen Jahr durchgef\u00fchrt (wobei ich urspr\u00fcnglich f\u00fcr ein Zuwarten bis n\u00e4chster Woche pl\u00e4diert hatte), sodass uns wenig passieren sollte. Wegen des prognostizierten Regens in den n\u00e4chsten Tagen und der noch nicht ganz abgeschlossenen Bl\u00fcte w\u00e4re es im Moment sehr schwer, den dringend notwendigen Pflanzenschutz zu betreiben. Nasse Bl\u00e4tter, ein schwer befahrbarer Boden und das Risiko einer schlechten Befruchtung sind keine guten Voraussetzungen zum Spritzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend viele Kollegen in Deutschland, Wien und dem Nordburgenland in den letzten Tagen von Hagelschlag betroffen waren, haben uns bisher gottseidank nur Ausl\u00e4ufer der Gewitterfronten erreicht. Trotzdem ist das derzeitige Wetter nicht ungef\u00e4hrlich, bietet es doch dem falschen (Peronospora) und unter Umst\u00e4nden auch dem echten Mehltau (Oidium) beste Bedingungen. 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