{"id":5573,"date":"2013-11-05T20:54:14","date_gmt":"2013-11-05T19:54:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=5573"},"modified":"2013-11-05T20:54:14","modified_gmt":"2013-11-05T19:54:14","slug":"hausverstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=5573","title":{"rendered":"Hausverstand"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2338\" style=\"border: 0px currentColor;\" title=\"Holzfass\" alt=\"\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Holzfass3.jpg\" width=\"508\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Holzfass3.jpg 508w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Holzfass3-300x255.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><\/p>\n<p>W\u00e4hrend in vielen Kellern bereits die Filter auf Hochtouren laufen, um die jungen, hefetr\u00fcben Wei\u00dfweine blitzblank zu machen, reifen sie (nicht nur) bei uns noch einige Zeit in ihrem milchig-wei\u00dfen Rohzustand. Schlie\u00dflich k\u00f6nnen die in Schwebe befindlichen Hefezellen das Geschmacksbild der Weine positiv beeinflu\u00dfen und sch\u00fctzen den Wein auf nat\u00fcrliche Art vor zu viel Sauerstoffeinflu\u00df.<\/p>\n<p>Eine fr\u00fche Filtration erfordert mehr Aufwand (z.B. in Form von h\u00f6herem Druck) und belastet die Weine deshalb deutlich st\u00e4rker. Fruchtaromen und nat\u00fcrliche G\u00e4rungskohlens\u00e4ure gehen verloren, was durch die\u00a0meist fr\u00fche Abf\u00fcllung solcher Weine nur zum Teil wettgemacht werden kann.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Weil wir die Wei\u00dfen l\u00e4nger und tr\u00fcb reifen lassen, bringen wir sie normalerweise erst zwischen Ende J\u00e4nner und Mai in die Flasche. Und in den selten F\u00e4llen, in denen wir eine kleine Teilmenge einer Sorte noch im Jahr der Ernte abf\u00fcllen (m\u00fcssen), versuchen wir, unseren Hausverstand einzusetzen, um Filtrationsgewaltakte vermeiden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Vergangene Woche habe ich unsere verschiedenen Chargen vom Muskat Ottonel von den bis dahin zu Boden gesunkenen Hefezellen abgezogen und dabei gleich zu einer einheitlichen Gesamtmenge\u00a0verschnitten. \u00a0Den weitaus gr\u00f6\u00dferen Teil habe ich danach wieder in Tanks gef\u00fcllt, wo er leicht tr\u00fcb (&#8222;auf der Feinhefe&#8220;) bis zur ersten Filtration im J\u00e4nner weiterreifen darf.<\/p>\n<p>Gut 1000 Liter kamen aber das Hochzeitsfass meiner Eltern, weil sich die feinen Schwebeteilchen in Holzf\u00e4ssern erfahrungsgem\u00e4\u00df viel schneller absetzen als in Tanks. Kaum eine Woche sp\u00e4ter ist der Wein hier im oberen Drittel auch ohne Filtration schon beinahe spiegelklar, und in zwei, drei Wochen wird er sich problem- und drucklos f\u00fcr die Abf\u00fcllung filtrieren lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend in vielen Kellern bereits die Filter auf Hochtouren laufen, um die jungen, hefetr\u00fcben Wei\u00dfweine blitzblank zu machen, reifen sie (nicht nur) bei uns noch einige Zeit in ihrem milchig-wei\u00dfen Rohzustand. 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