{"id":525,"date":"2008-03-15T21:58:04","date_gmt":"2008-03-15T20:58:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=525"},"modified":"2008-03-15T21:58:04","modified_gmt":"2008-03-15T20:58:04","slug":"rebschnitt-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=525","title":{"rendered":"Rebschnitt (5)"},"content":{"rendered":"<p>In meinem zweiten Blog-Winter widme ich mich auch dem Rebschnitt. Unterhalb des <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=461\">ersten Beitrages<\/a> entsteht nach und nach ein \u00dcberblick \u00fcber die gesamte Serie in Form von Querverweisen zu den einzelnen Teilen.<\/p>\n<p><strong>Kordonschnitt<\/strong><\/p>\n<p>Anders als beim Bogenschnitt befinden sich die Fruchtaugen f\u00fcr die kommende Vegetationsperiode bei dieser Variante nicht auf einem langen einj\u00e4hrigen Trieb, dem Bogen, sondern auf mehreren kurzen Zapfen.<\/p>\n<p>Damit die aus den Augen wachsenden gr\u00fcnen Triebe trotzdem gut verteilt sind, hat der Stamm eine waagrechte Verzweigung und \u00e4hnelt einem &#8222;T&#8220;. Der waagrechte, von altem Holz gebildete Teil des Stockes, der die Zapfen tr\u00e4gt, wird Kordon genannt. <!--more--><\/p>\n<p>Ein (in unserer Gegend sehr seltener) Kortonschnitt-Weingarten sieht schon von weitem deutlich anders aus, als einer, der nach dem System Guyot geschnitten wurde:<\/p>\n<p><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/kordon-2.jpg' alt='Kordonschnitt 2' \/><\/p>\n<p>Aus der N\u00e4he betrachtet kann man den mehr oder weniger exakt formierten Kordon erkennen, und &#8211; mit etwas Phantasie &#8211; die kurzen Fruchtzapfen mit jeweils zwei oder drei Augen:<\/p>\n<p><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/kordon-1.jpg' alt='Kordonschnitt 1' \/><\/p>\n<p><strong>Vorteile<\/strong><\/p>\n<p>Beim Kordonschnitt entf\u00e4llt das j\u00e4hrliche Binden der (nicht vorhandenen) Fruchtb\u00f6gen. Au\u00dferdem ist eine Teilmechanisierung des Rebschnittes gut m\u00f6glich. Die daf\u00fcr verwendeten Vorschneideger\u00e4te k\u00f6nnen den allergr\u00f6\u00dften Teil der einj\u00e4hrigen Triebe im Drahtrahmen zerkleinern (und damit das m\u00fchsame h\u00e4ndische Entfernen ersparen), ohne dass auf den Schnitt R\u00fccksicht genommen werden mu\u00df. Von Hand braucht man anschlie\u00dfend nur noch die verbliebenen Stummel weiter eink\u00fcrzen oder falls notwendig komplett entfernen.<\/p>\n<p>Rebst\u00f6cke mit Kordon haben mehr altes Holz und damit mehr Speicherkapazit\u00e4t f\u00fcr Reservestoffe. (Sp\u00e4t)Fr\u00f6ste, Hagel und andere Extremereignisse k\u00f6nnen sie manchmal besser verkraften, als solche ohne Kordon. Au\u00dferdem regen die kurzen Zapfen das Wachstum an uns sorgen f\u00fcr gleichm\u00e4\u00dfig kr\u00e4ftige Triebe aus allen Fruchtaugen.<\/p>\n<p><strong>Nachteile<\/strong><\/p>\n<p>Mit Kordon braucht es ein paar Jahre l\u00e4nger, bis ein junger Rebstock seine endg\u00fcltige Form erreich. Das Etablieren eines Kordons ist dabei eine ziemlich m\u00fchsame Aufgabe. Auch der j\u00e4hrliche Schnitt ist mit Kordon m\u00fchsamer, weil mehr dickes, altes Holz beschnitten werden mu\u00df.<\/p>\n<p>Kordone neigen zum Verkahlen. Das bedeutet, dass es mit zunehmendem Alter immer wieder Stellen gibt, an denen man keinen brauchberen Trieb f\u00fcr einen Fruchtzapfen findet. In diesen F\u00e4llen riskiert man entweder eine schlechte Verteilung der Fruchtknospen, oder man mu\u00df den Kordon mit der S\u00e4ge zur\u00fcckschneiden und m\u00fchsam neu aufbauen.<\/p>\n<p>Deshalb ist der Kordonschnitt ist schwieriger zu erlernen und verzeiht weniger Fehler als der Bogenschnitt, bei dem fast jedes Jahr ohne Probleme ein &#8222;Neubeginn&#8220; m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Manche Sorten haben die Eigenschaft, dass die Triebe, die aus den unteren Augen der einj\u00e4hrigen Triebe wachsen kaum Trauben tragen. In solchen F\u00e4llen kann der Kordonschnitt (dessen Fruchtholz-Zapfen ja ausschlie\u00dflich solche Augen aufweisen) zu einem deutlich niedrigeren Ertrag f\u00fchren. <\/p>\n<p>Die meisten Winzer sehen darin einen Nachteil, einzelne versuchen aber diesen Umstand zu n\u00fctzen, um die Ertragskraft von besonders reichtragenden Sorten auf nat\u00fcrlichem Weg zu reduzieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinem zweiten Blog-Winter widme ich mich auch dem Rebschnitt. Unterhalb des ersten Beitrages entsteht nach und nach ein \u00dcberblick \u00fcber die gesamte Serie in Form von Querverweisen zu den einzelnen Teilen. 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