{"id":5093,"date":"2012-12-31T12:55:21","date_gmt":"2012-12-31T11:55:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=5093"},"modified":"2012-12-31T13:34:41","modified_gmt":"2012-12-31T12:34:41","slug":"ein-gutes-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=5093","title":{"rendered":"Ein gutes Jahr"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-616\" style=\"border: 0px none;\" title=\"Foto: steve.haider.com\" alt=\"\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/bernhard-fiedler-im-faskeller-2-komprimiert.jpg\" width=\"508\" height=\"208\" \/><\/p>\n<p>Bevor mit dem Jahreswechsel auch die Arbeit am neuen Jahrgang beginnt, m\u00f6chte ich meine Aufmerksamkeit am letzten Tag des alten Jahres der vergangenen Ernte widmen. Auch wenn die Weine jetzt schon einige Monate Reife hinter sich haben (und vom Muskat schon ein kleiner Teil abgef\u00fcllt wurde), ist das nat\u00fcrlich kein abschlie\u00dfendes Urteil. Seri\u00f6ser ist eine Einsch\u00e4tzung jetzt freilich schon als Pressemeldungen Anfang Oktober&#8230;<\/p>\n<p>Insgesamt sind wir mit dem 2012er sehr zufrieden. Alles andere w\u00e4re auch einigerma\u00dfen undankbar angesichts der reifen, gesunden Trauben ohne F\u00e4ulnis und nennenswerten Sortieraufwand, des trockenen Wetters bei der Ernte und der guten Erntemenge, die uns das Jahr beschert hat.<\/p>\n<p>Nicht nur darin \u00e4hnelt der heurige Jahrgang seinem Vorg\u00e4nger. Auch stilistisch gibt es &#8211; in so unmittelbarer Wiederholung eher ungew\u00f6hnlicherweise &#8211; einige Parallelen zwischen den beiden. Eine fr\u00fche Reife und hohe Temperaturen bei der Ernte brachten vergleichswerise hohe Zuckergrade und relativ niedrige S\u00e4urewerte sowie speziell bei den Rotweinsorten reife Tannine und intensive Farbstoffe.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wie schon im Vorjahr haben wir auch heuer alles daran gesetzt, die besonders warmen Trauben so schnell wie m\u00f6glich und noch sauberer und k\u00fchler als sonst zu verarbeiten. Und weil das im neuen Presshaus etwas einfacher gegangen ist, als im alten, hat unser <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?cat=30\">Jahresprojekt<\/a> m\u00f6glicherweise auch einen kleinen Anteil an der Qualit\u00e4t unserer 2012er.<\/p>\n<p>Noch wichtiger ist aber zweifellos der richtige &#8211; in solchen Jahren: nicht zu sp\u00e4te &#8211; Erntetermin und die Tatsache, dass unsere Weing\u00e4rten, <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=2249\">warum auch immer<\/a>, nicht dazu neigen, bis zum Erreichen der physiologischen Traubenreife Unmengen von Zucker (d.h. in Folge Alkohol) in die Beeren einzulagern.<\/p>\n<p>So hat unser Muskat Ottonel auch heuer &#8222;nur&#8220; 11,5 Prozent Alkohol und der Gr\u00fcne Veltliner wird wahrscheinlich sogar noch ein wenig darunter liegen. Letzterer verf\u00fcgt wegen der fr\u00fchen Lese auch \u00fcber ausreichend S\u00e4ure um als sortentypisch und als erfrischender Sommerwein zu gelten.<\/p>\n<p>Wei\u00dfburgunder und Chardonnay sind nat\u00fcrlich kr\u00e4ftiger, aber keinesfalls zu \u00fcppig oder schwer. Von beiden gibt es zahlreiche Chargen, mit enormer aromatischer Vielfalt. Der biologische S\u00e4ureabbau bei den Barriques vom Chardonnay ist ungew\u00f6hnlich schnell und damit auch schonend verlaufen.<\/p>\n<p>Spannend ist auch der Traminer, von dem es heuer wieder einmal eine mehr oder weniger (halb-)trockene Variante geben wird. Eines der F\u00e4\u00dfchen g\u00e4rt noch ein wenig, aber das Ergebnis wird zweifellos sehr interessant werden.<\/p>\n<p>Wie immer in hei\u00dfen Jahren sind die Roten auch heuer ein wenig im Vorteil. Obwohl die Zuckergrade in k\u00fchlen Jahren oft \u00e4hnlich hoch sind, liefern Ernten wie 2012 einfach mehr K\u00f6rper und Substanz. Die Tannine sind reif und wirken selbst bei jungen Fa\u00dfproben von tanninreichen Sorten und Chargen samtig und weich. W\u00e4hrend wir im Vorjahr beim Zweigelt in manchen Weing\u00e4rten bis zu 30 Prozent Einbu\u00dfen durch die <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1790\">Traubenwelke<\/a> zu beklagen hatten, war dieses Ph\u00e4nomen heuer zum Gl\u00fcck kaum zu beobachten.<\/p>\n<p>Gottseidank sind wir voriges Jahr beim langen <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=4400\">Warten auf den S\u00fc\u00dfwein<\/a> auch nicht ungeduldig geworden, denn heuer h\u00e4tte es wahrscheinlich noch l\u00e4nger gedauert. Trockenheitsbedingt dicke Beerenschalen und ein Herbst mit wenig Niederschlag machte es der Edelf\u00e4ule ziemlich schwer, auf den Trauben Fu\u00df zu fassen, weshalb 2012 sicherlich nicht als au\u00dfergew\u00f6hnlicher Pr\u00e4dikatsweinjahrgang in die Annalen eingehen wird.<\/p>\n<p>Bei den Rotweinen hingegen z\u00e4hlt er sicherlich zu den ganz, ganz guten. <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=4570\">Wie im schon im Vorjahr<\/a> sehe ich aber auch heuer keinen Grund, ihn \u00fcber andere sehr gute Rotweinjahrg\u00e4nge der letzten Zeit zu stellen.<\/p>\n<p>Unsere Wei\u00dfweine w\u00fcrde ich hingegen zumindest ein klein wenig \u00fcber die 2011er (mit denen ich aber auch durchaus zufrieden war) stellen. Sie scheinen, warum auch immer, noch eine Spur lebendiger und eleganter zu sein. Dabei haben viele Verkoster schon unsere 2011er als wesentlich frischer und feiner empfunden, als viele ihrer Jahrgangskollegen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bevor mit dem Jahreswechsel auch die Arbeit am neuen Jahrgang beginnt, m\u00f6chte ich meine Aufmerksamkeit am letzten Tag des alten Jahres der vergangenen Ernte widmen. Auch wenn die Weine jetzt schon einige Monate Reife hinter sich haben (und vom Muskat schon ein kleiner Teil abgef\u00fcllt wurde), ist das nat\u00fcrlich kein abschlie\u00dfendes Urteil. 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