{"id":480,"date":"2008-03-11T20:36:52","date_gmt":"2008-03-11T19:36:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=480"},"modified":"2008-03-12T23:50:23","modified_gmt":"2008-03-12T22:50:23","slug":"rebschnitt-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=480","title":{"rendered":"Rebschnitt (4)"},"content":{"rendered":"<p>In meinem zweiten Blog-Winter widme ich mich auch dem Rebschnitt. Unterhalb des <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=461\">ersten Beitrages<\/a> entsteht nach und nach ein \u00dcberblick \u00fcber die gesamte Serie in Form von Querverweisen zu den einzelnen Teilen.<\/p>\n<p><strong>Der Bogenschnitt (Guyot)<\/strong><\/p>\n<p>Bei dieser Art des Schneidens sind die Fruchtaugen (Knospen) f\u00fcr das kommende Jahr auf einem oder zwei l\u00e4ngeren einj\u00e4hrigen Trieben angeordnet, die beim Rebschnitt belassen werden. Salopp k\u00f6nnte man eine Anleitung zum Bogenschnitt daher etwa wie folgt formulieren:<\/p>\n<p>Suche einen sch\u00f6nen, gesunden und kr\u00e4ftigen einj\u00e4hrigen Trieb m\u00f6glichst nahe beim Rebstamm und k\u00fcrze ihn so, dass die erw\u00fcnschte Anzahl von Augen erhalten bleibt. Anschlie\u00dfend entferne alle anderen Triebe aus dem Vorjahr und binde den Fruchtbogen mehr oder weniger waagrecht oder halbrund am daf\u00fcr vorgesehenen Draht fest.<\/p>\n<p>In der (tagesaktuellen) Praxis sieht der Rebstock vor dem Schnitt zum Beispiel so aus: <!--more--><\/p>\n<p><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/rebschnitt-1.jpg' alt='Vor dem Schnitt' \/><\/p>\n<p>Nach dem Schneiden und dem Entfernen der nicht ben\u00f6tigten Triebe wirkt der selbe Stock ziemlich kahl:<\/p>\n<p><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/rebschnitt-2.jpg' alt='Nach dem Schnitt' \/><\/p>\n<p>Und auch der n\u00e4chste Arbeitsschritt, das Binden der Fruchtb\u00f6gen, \u00e4ndert daran nichts:<\/p>\n<p><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/rebschnitt-3.jpg' alt='Nach dem Anbinden' \/><\/p>\n<p>(Um einen klareren Foto-Hintergrund zu bekommen habe ich den Endstock einer Rebzeile ausgew\u00e4hlt, der selten so exakt bearbeitet werden kann, wie die restliche Reihe. An den Lichtverh\u00e4ltnissen sieht man, dass wir im Moment auf Hochdruck bis in die D\u00e4mmerung hinein am Abschlu\u00df des Rebschnittes arbeiten \ud83d\ude09 . F\u00fcr unsere Verh\u00e4ltnisse sind wir zwar fr\u00fch dran, aber die Natur ist heuer noch ein klein wenig schneller&#8230;)<\/p>\n<p>Hier sieht man, wie ein sehr exakt formierter und von uns bevorzugter Flachbogen aussieht:<\/p>\n<p><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/flachbogen.jpg' alt='Flachbogen' \/><\/p>\n<p>Und im Weingarten des Nachbarn findet sich eine deutlich rundere Form:<\/p>\n<p><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/halbbogen.jpg' alt='Rundbogen' \/><\/p>\n<p><strong>Vorteile<\/strong><\/p>\n<p>Der Bogenschnitt ist einfach zu erlernen und durchzuf\u00fchren. Au\u00dferdem sorgt er f\u00fcr eine sehr gleichm\u00e4\u00dfige Verteilung der Triebe. Die Augen des Fruchtbogens und die daraus wachsenden Triebe haben einen halbwegs gleichm\u00e4\u00dfigen, optimalen Abstand um die<br \/>\n10 Zentimeter.<\/p>\n<p>In Junganlagen ist diese Art des Schneidens rasch und einfach zu etablieren. Sp\u00e4ter h\u00e4lt sie den Stock sehr kompakt und vermeidet dadurch eine Vergreisung einzelner Teile. Au\u00dferdem kann sie von Jahr zu Jahr einfach an sich \u00e4ndernde Bedingungen (Frostsch\u00e4den, h\u00f6here oder niedrigere angestrebte Ertr\u00e4ge,&#8230;) angepa\u00dft werden, indem einfach ein l\u00e4ngerer (oder ein zus\u00e4tzlicher zweiter) oder aber auch ein k\u00fcrzerer Fruchtbogen angeschnitten wird.<\/p>\n<p><strong>Nachteile<\/strong><\/p>\n<p>Der Bogenschnitt ist nicht so stark zu mechanisieren, wie der alternative Kordonschnitt. Da zumindest ein relativ langer einj\u00e4hriger Trieb ben\u00f6tigt wird, kann mit Vorschneideger\u00e4ten nur ein kleinerer Teil des m\u00fchsamen Entfernens der Triebe aus dem Drahtrahmen mechanisiert werden. Vorschneideger\u00e4te zerkleinern die nicht ben\u00f6tigten Triebe schon vor dem Schnitt im Drahtrahmen und erleichtern das m\u00fchsame und zeitaufw\u00e4ndige Entfernen der Triebe.<\/p>\n<p>Besonders lange Fruchtb\u00f6gen neigen dazu, nicht gleichm\u00e4\u00dfig aus allen Augen (Knospen) auszutreiben. Das erschwert die sp\u00e4tere Bearbeitung, weil z.B. nicht alle Triebe zum selben Zeitpunkt in den Drahtrahmen gesteckt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem erfordert der Guyot-Schnitt einen zus\u00e4tzlichen Arbeitsdurchgang:<\/p>\n<p><strong>Das Anbinden der Fruchtruten<\/strong><\/p>\n<p>Das Binden ist eine nicht zu untersch\u00e4tzende Arbeit, die zwar im Vergleich zum Schneiden recht schnell von statten geht, aber auch ihre T\u00fccken hat.<\/p>\n<p>Da ein exakt gebundener Fruchtbogen f\u00fcr die sp\u00e4tere Verteilung der Bl\u00e4tter und Trauben sehr wichtig ist, achtet man darauf, diesen Arbeitsdurchgang so exakt wie m\u00f6glich durchzuf\u00fchren. Nicht selten kommt es dabei vor, dass man mehr m\u00f6chte, als die Rebe bereit ist, zu geben und Fruchtb\u00f6gen beim Biegen abbrechen. <\/p>\n<p>Vor allem beim Blaufr\u00e4nkisch passiert das sehr leicht und l\u00e4\u00dft sich auch durch die Auswahl von besonders g\u00fcnstig stehenden Reben beim Schnitt nicht vermeiden. Bricht der Fruchtbogen ab, nimmt der Stock zwar keinen Schaden, aber er tr\u00e4gt weniger Trauben, als er sollte und der Platz, der ihm in der Laubwand zur Verf\u00fcgung steht, bleibt ein Jahr ungen\u00fctzt.<\/p>\n<p>Die halbrunde Formierung der Fruchtb\u00f6gen ist sehr beliebt, weil sie weniger Bruch provoziert. Au\u00dferdem beugt sie der ungleichen Wuchskraft der Augen vor, indem sie die schw\u00e4cheren Augen in der Mitte des Bogens durch die h\u00f6here Stellung f\u00f6rdert und die st\u00e4rkeren am Ende durch die tiefere Stellung bremst.<\/p>\n<p>Flachb\u00f6gen sind dagegen schwieriger zu binden und beim Schnitt im n\u00e4chsten Jahr m\u00fchsamer wieder zu entfernen. Sie sind aber unserer Erfahrung nach weniger windbruchgef\u00e4hrdet und f\u00fchren zu einer besseren, gleichm\u00e4\u00dfigeren Verteilung der Triebe, Bl\u00e4tter und Trauben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinem zweiten Blog-Winter widme ich mich auch dem Rebschnitt. Unterhalb des ersten Beitrages entsteht nach und nach ein \u00dcberblick \u00fcber die gesamte Serie in Form von Querverweisen zu den einzelnen Teilen. 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