{"id":4796,"date":"2012-06-24T07:23:59","date_gmt":"2012-06-24T06:23:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=4796"},"modified":"2012-06-24T07:23:59","modified_gmt":"2012-06-24T06:23:59","slug":"mein-blog-ist-kein-selbstbedienungsladen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=4796","title":{"rendered":"(M)ein Blog ist kein Selbstbedienungsladen"},"content":{"rendered":"<p>Wie wohl f\u00fcr sehr viele, die Bilder und Texte produzieren, ist es <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=192\">auch f\u00fcr mich nicht neu<\/a>, dass sich faule und wenig einfallsreiche Zeitgenossen die geistige Arbeitsleistung anderer ungefragt unter den Nagel rei\u00dfen.<\/p>\n<p>Nicht das ich noch nie die eine oder andere Redewendung, den einen oder anderen Satz oder den Zugang zu einem bestimmten Thema von jemand anderem \u00fcbernommen h\u00e4tte. Aber den Artikel eines Berufskollegen ungefragt \u00fcber weite Strecken wortgleich in meinen Newsletter\u00a0gestellt um meine Weine zu bewerben habe ich noch nie.<\/p>\n<p>Eine Frechheit. Umsomehr, als mich der Kollege pers\u00f6nlich kennt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"MARGIN-BOTTOM: 0cm\" align=\"justify\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Wann sind die Trauben reif?<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"MARGIN-BOTTOM: 0cm\" align=\"justify\">Die Lese ist die wichtigste Zeit im Weinjahr. Sie bedarf einer guten Vorbereitung im Keller, regelm\u00e4\u00dfiger Besichtigung der Weing\u00e4rten, Arbeitsbereitschaft, Nervenst\u00e4rke und Flexibilit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"MARGIN-BOTTOM: 0cm\" align=\"justify\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Die physiologische Reife<\/span><\/strong> der Trauben ist ausschlaggebend f\u00fcr die Qualit\u00e4t der Weine. Diese bestimmt man durch die optische und sensorische Pr\u00fcfung der Traube. Die Faktoren Kernfarbe, Geschmack sowie <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>verfl\u00fcssigtes Fruchtfleisch und weiche Schale<\/strong><\/span> sind dabei wesentlich. Jedoch nicht immer m\u00fcssen die Trauben physiologisch reif sein. Bei leichten, fruchtbetonten Wei\u00dfweinen wie etwa bei unserem Gr\u00fcnen Veltliner\u2026oder beim Gelben Muskateller ist die physiologische Reife nicht unbedingt erforderlich, bei Pr\u00e4dikatsweinen m\u00fcssen die Trauben mehr als reif sein. Als wichtiger <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Reifeparameter<\/span><\/strong> dient die Bestimmung des Zuckergehalts. Bei best\u00e4ndigem <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Wetter nimmt<\/span><\/strong> dieser <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">relativ gleichm\u00e4\u00dfig zu<\/span><\/strong>. Meist bewegt sich das zwischen <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>1<\/strong><\/span> und <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">2\u00b0 KMW pro Woche<\/span><\/strong>. Ist der <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Zuckergehalt<\/span><\/strong> in der Traube bei <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>18 bis 19\u00b0 KMW<\/strong><\/span> angelangt (daraus gewinnt man <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Weine<\/span><\/strong> von <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">12 bis 13% Alkohol<\/span><\/strong>), <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">steigt<\/span><\/strong> er <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">langsamer weiter oder bleibt<\/span><\/strong> l\u00e4ngere Zeit <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">konstant<\/span><\/strong>.<\/p>\n<p style=\"MARGIN-BOTTOM: 0cm\" align=\"justify\">Gerade <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>in k\u00fchleren Jahren<\/strong><\/span> ist es oftmals <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">sinnvoll zuzuwarten, bis sich der S\u00e4uregehalt in der Traube harmonis<\/span><\/strong>iert hat. <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">S\u00e4uregehalt, S\u00e4urezusammensetzung<\/span><\/strong> und pH-Wert sind ebenfalls von gro\u00dfer Bedeutung. <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Da sich der Weins\u00e4uregehalt in den Trauben w\u00e4hrend der Reife kaum \u00e4ndert, der \u00c4pfels\u00e4uregehalt aber stark abnimmt, \u00fcberwiegt in k\u00fchlen Jahren eher die \u00c4pfels\u00e4ure, in warmen Jahren<\/strong><\/span> wie auch heuer <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">die Weins\u00e4ure<\/span><\/strong>.<\/p>\n<p style=\"MARGIN-BOTTOM: 0cm\" align=\"justify\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Ein h\u00f6herer \u00c4pfels\u00e4uregehalt<\/span><\/strong> l\u00e4sst die <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">(Wei\u00df-)Weine fruchtiger, frischer und lebendiger wirken<\/span><\/strong>, aber <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">auch s\u00e4urebetonter, spitzer und unharmonischer<\/span><\/strong>. Die \u00c4pfels\u00e4ure ist f\u00fcr das Geschmacksprofil eines frischen Gr\u00fcnen Veltliner jedoch wichtig, sorgt sie doch f\u00fcr eine apfeligfruchtige Komponente. <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Weine mit \u00fcberwiegendem Weins\u00e4uregehalt schmecken weicher, reifer und runder und wirken selbst als Jungweine oft gar nicht ausgesprochen jugendlich und erfrischend<\/span><\/strong>. Diese Weine sind deutlich <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">stabil<\/span><\/strong>er <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">und altern langsamer<\/span><\/strong>. <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Bei Wei\u00dfweinen<\/span><\/strong> ist es oftmals <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">sinnvoll<\/span><\/strong>er, auf einen h\u00f6heren <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Zucker<\/span><\/strong>gehalt <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">zu verzichten, um<\/span><\/strong> sich daf\u00fcr <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">einen ausreichenden S\u00e4uregehalt zu sichern. Zu sp\u00e4t geerntete Trauben<\/span><\/strong> bedeuten <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">s\u00e4urearme und alkohollastige Weine<\/span><\/strong>.<\/p>\n<p style=\"MARGIN-BOTTOM: 0cm\" align=\"justify\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Die Entwicklung von Aroma, Extrakt und Tannin in den Trauben folgt eigenen Gesetzen. Von der Bl\u00fcte<\/strong><\/span> bis zur <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Geschmacksreife<\/span><\/strong> dauert es <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">etwa 100 bis 110 Tage<\/span><\/strong>, dabei ist die <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Temperatur<\/span><\/strong> nicht ausschlaggebend. <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">In k\u00fchlen Gebieten produziert die Rebe weniger Zucker, schafft es aber bei einer ausreichend langen Vegetationsperiode, die Trauben trotzdem reif schmecken zu lassen. Hei\u00dfe Gebiete oder Jahrg\u00e4nge lassen zwar den Zuckergehalt in den Trauben rasch ansteigen, die geschmackliche Reife hinkt aber<\/span><\/strong> oft <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">hinterher. Im unteren Reifebereich schmecken die meisten Traubensorten relativ \u00e4hnlich. Es dominieren \u201egr\u00fcne\u201c, grasig-vegetale Aromen und unreife Tannine (bei den Rotweinsorten). Schreitet die Reife fort, werden die Sortenunterschiede deutlicher. Im mittleren Reifebereich<\/span><\/strong> der \u201e<strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Bukettreife<\/span><\/strong>\u201c, <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">in den meisten Jahren bei etwa 16 bis 18\u00b0 KMW, schmeckt der Gr\u00fcne Veltliner am pfeffrigsten und der Riesling am intensivsten nach Steinobst<\/span><\/strong>. Diese Weine pr\u00e4sentieren sich trinkfreudig und <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">animierend<\/span><\/strong>, die Haltbarkeit ist jedoch begrenzt, da die <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Aromastoffe<\/span><\/strong> nach einigen <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Jahren zerfallen<\/span><\/strong>.<\/p>\n<p style=\"MARGIN-BOTTOM: 0cm\" align=\"justify\">Bei h\u00f6herer <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Trauben<\/strong><\/span>ausreifung <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">entwickeln sich die Aromastoffe weiter. Im oberen Reifebereich sind sie zwar meist weniger intensiv, die Sortenunterschiede werden geringer, und die Komplexit\u00e4t und Haltbarkeit der Aromen nimmt zu<\/span><\/strong>. Gerade die Gr\u00fcnen <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Veltliner schmecken daher im hochreifen Bereich nicht immer so typisch, daf\u00fcr bleibt ihr Bukett \u00fcber Jahre stabil und zeigt<\/span><\/strong> erst <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">sp\u00e4ter und in weit geringerem Ausma\u00df Alterserscheinungen<\/span><\/strong>.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Alle fett gedruckten und unterstrichenen W\u00f6rter in diesem Artikel aus einer Winzer-Kundenzeitung sind wortgleich (wenn auch gelegentlich anders gereiht) mit <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=56\">diesem<\/a> Beitrag, den ich am 6. Septmber 2006 hier in meinem Blog erstmals ver\u00f6ffentlicht habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie wohl f\u00fcr sehr viele, die Bilder und Texte produzieren, ist es auch f\u00fcr mich nicht neu, dass sich faule und wenig einfallsreiche Zeitgenossen die geistige Arbeitsleistung anderer ungefragt unter den Nagel rei\u00dfen. Nicht das ich noch nie die eine oder andere Redewendung, den einen oder anderen Satz oder den Zugang zu einem bestimmten Thema &#8230; <a title=\"(M)ein Blog ist kein Selbstbedienungsladen\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=4796\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber (M)ein Blog ist kein Selbstbedienungsladen\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-4796","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-in-den-weinmedien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4796"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4796\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4865,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4796\/revisions\/4865"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}