{"id":4570,"date":"2012-01-15T23:53:56","date_gmt":"2012-01-15T22:53:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=4570"},"modified":"2012-01-18T23:44:03","modified_gmt":"2012-01-18T22:44:03","slug":"der-jahrgang-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=4570","title":{"rendered":"Der Jahrgang 2011"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4572\" style=\"border: 0px;\" title=\"Foto: steve.haider.com\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Haider-144-bearbeitet.jpg\" alt=\"Foto: steve.haider.com\" width=\"508\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Haider-144-bearbeitet.jpg 508w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/Haider-144-bearbeitet-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><\/p>\n<p>Nach dem <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3222\">ohrenbet\u00e4ubenden Schweigen<\/a> zum 2010er wird der der Weinjahrgang 2011 allerorten um\u00a0so mehr \u00fcber den gr\u00fcnen Klee gelobt. Immer wieder ist von einem gro\u00dfen Jahrgang die Rede,\u00a0einem der allerbesten der letzten drei Jahrzehnte.<\/p>\n<p>Der fr\u00fche Vegetationsbeginn, ein sonniger und niederschlagsarmer Sp\u00e4tsommer und Herbst sowie die deshalb besonders gesunden und sehr reifen Trauben seien daf\u00fcr verantwortlich, hei\u00dft es oft.<\/p>\n<p>Deutlich seltener ist hingegen von den in vielen Betrieben au\u00dfergew\u00f6hnlich hohen Alkoholwerten die Rede (\u00fcber die ich <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=4307\">hier<\/a> bereits im Oktober berichtet habe), und den zum Teil sehr niedrigen S\u00e4urewerten (die naturgem\u00e4\u00df vorwiegend ein Wei\u00dfweinproblem darstellen).<\/p>\n<p>Wenn man also schon Pauschalurteile f\u00e4llen m\u00f6chte, dann w\u00fcrde ich den heurigen Jahrgang beim Wei\u00dfwein als \u00e4hnlich schwierig (wenn auch aus ganz anderen Gr\u00fcnden) wie seinen Vorg\u00e4nger bewerten, mit sch\u00f6nen Lichblicken aber auch gar nicht so wenig Schatten.<\/p>\n<p>Die roten 2011er sind hingegen zweifellos h\u00f6her einzustufen. Der niedrigere S\u00e4uregehalt ist ihrer Harmonie nicht so schnell abtr\u00e4glich, und ihre Qualit\u00e4t ist noch viel st\u00e4rker von gesundem Traubenmaterial mit h\u00f6chstm\u00f6glicher Reife abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Worin aber ihre Einzigartigkeit im Vergleich zu den anderen sehr guten Rotweinjahrg\u00e4ngen der letzten zehn Jahre (also v.a. 2009, 2006, 2004, 2003, 2002 und 2000) liegen soll, will sich mir dennoch nicht ganz erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Ganz sicher kein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Jahrgang ist der 2011er hingegen bei den h\u00f6hergradigen Pr\u00e4dikatsweinen. Trotz langer Warterei gab es kaum Edelf\u00e4ule, die die Zuckergradationen nach oben treiben h\u00e4tte k\u00f6nnen. Auch die Hoffnung auf Eiswein wurde (zumindest bis jetzt, angesichts des Datums und der Wetterprognose aber wahrscheinlich sogar endg\u00fcltig) nicht erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Eine etwas detailiertere Jahrgangseinsch\u00e4tzung sieht f\u00fcr unseren Keller derzeit folgenderma\u00dfen aus:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Obwohl das angesichts der Wetterbedingungen nicht unbedingt zu erwarten war, ist der <strong>Gr\u00fcne Veltliner<\/strong> heuer einer meiner pers\u00f6nlichen Favoriten. Wie es scheint, haben wir den idealen Lesetermin erwischt, um einen im Jahrgangskontext geradezu au\u00dfergew\u00f6hnlich leichten Wein (mit knapp \u00fcber 11 Prozent) mit trotzdem nicht unreif wirkender Aromatik zu keltern.<\/p>\n<p>Auch der <strong>Muskat Ottonel<\/strong> bringt mit 11,5 Prozent kaum mehr Alkohol auf die Waage und pr\u00e4sentiert sich trotz enorm hoher Traubentemperaturen bei der Lese sauber, aromatisch und fein.<\/p>\n<p>Nicht ganz so eindeutig ist das Bild bei den vielen verschiedenen Chargen vom <strong>Pinot blanc<\/strong>.\u00a0 Die Bandbreite reicht von leicht und frisch bei j\u00fcngeren Reben mit hohem Ertrag \u00fcber ausgewogen und elegant bis zu einem Tank mit \u00fcppiger, (und zumindest derzeit) zu breiter Statur. Zum Gl\u00fcck k\u00f6nnen wir bei unserer Lieblingssorte aus dem Vollen sch\u00f6pfen und haben alle\u00a0M\u00f6glichkeiten,\u00a0um die sch\u00f6nste Zusammenstellung f\u00fcr die Abf\u00fcllung zu finden.<\/p>\n<p>Beim <strong>Chardonnay<\/strong> haben wir heuer mit der <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=4215\">Jungfernlese von unserer Junganlage am Goldberg<\/a> erstmals zwei Chargen, die sich seit der G\u00e4rung recht unterschiedlich pr\u00e4sentieren. Die erste Ernte vom Goldberg ist sehr aromatisch, allerdings aufgrund des geringen Ertrages doch etwas \u00fcberreif und mit \u00fcber 14 Prozent und wenig S\u00e4ure zwar sehr spektakul\u00e4r aber auch recht s\u00e4ttigend.<\/p>\n<p>Der Chardonnay von unseren \u00e4lteren Rebst\u00f6cken (der zum Gl\u00fcck die gr\u00f6\u00dfere Menge stellt) ist nicht ganz so \u00fcppig und hat auch deutlich mehr S\u00e4ure. Mit seinem Aroma konnte ich lange Zeit wenig anfangen aber\u00a0wie es scheint, wiederholt sich <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=116\">die(se)<\/a> Geschichte aus dem Jahr 2006. Seit Weihnachten gef\u00e4llt er mir von Tag zu Tag besser.<\/p>\n<p>Von Anfang an hat sich hingegen der <strong>Zweigelt<\/strong> in guter Form pr\u00e4sentiert. Wie man nicht zuletzt an der enormen Farbintensit\u00e4t sehen kann, haben unsere Lesehelfer\u00a0 die in manchen Weing\u00e4rten heuer\u00a0sehr zahlreichen <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1790\">welken Trauben<\/a> gut aussortiert.<\/p>\n<p>Auch der <strong>Blaufr\u00e4nkisch<\/strong> ist heuer sehr farbkr\u00e4ftig. Noch mehr freue ich mich allerdings dar\u00fcber, dass wir trotz Hitzejahr keine \u00fcppig-weichen Sortenvertreter sondern durchwegs knackig strukturierte Chargen im Keller haben.<\/p>\n<p>Ebenfalls gro\u00dfe Freude macht mir der <strong>Cabernet Sauvignon<\/strong>, dem solche Jahrg\u00e4nge ja bekannterma\u00dfen sehr entgegenkommen. W\u00e4hrend wir beim 2010er am Ende doch entschieden haben, ihn nicht reinsortig zu f\u00fcllen, wird es den 2011er in ein paar Jahren ganz sicher auch solo geben.<\/p>\n<p>Vielverspechend entwickelt sich auch unsere s\u00fc\u00dfe <strong>Auslese vom Traminer und Wei\u00dfburgunder<\/strong>, auf die wir ja recht lange <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=4384\">warten<\/a> mu\u00dften. Angesichts der Harmonie von S\u00fc\u00dfe, S\u00e4ure und Alkohol scheint der Zeitpunkt der G\u00e4rungsunterbrechung gepa\u00dft zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Nach dem ohrenbet\u00e4ubenden Schweigen zum 2010er wird der der Weinjahrgang 2011 allerorten um\u00a0so mehr \u00fcber den gr\u00fcnen Klee gelobt. Immer wieder ist von einem gro\u00dfen Jahrgang die Rede,\u00a0einem der allerbesten der letzten drei Jahrzehnte. Der fr\u00fche Vegetationsbeginn, ein sonniger und niederschlagsarmer Sp\u00e4tsommer und Herbst sowie die deshalb besonders gesunden und sehr reifen Trauben seien &#8230; <a title=\"Der Jahrgang 2011\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=4570\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Der Jahrgang 2011\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[],"class_list":["post-4570","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lese-2011"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4570"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4570\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4581,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4570\/revisions\/4581"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}