{"id":424,"date":"2008-01-10T00:02:33","date_gmt":"2008-01-09T23:02:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=424"},"modified":"2008-01-11T23:29:09","modified_gmt":"2008-01-11T22:29:09","slug":"wein-rallye-7-alles-auser-glas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=424","title":{"rendered":"Wein-Rallye 7: Alles au\u00dfer Glas"},"content":{"rendered":"<p><a href='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/07\/weinrallye-logo-gros-mit-text.jpg' title='Weinrallye'><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/07\/weinrallye-logo-gros-mit-text.jpg' alt='Weinrallye' \/><\/a><\/p>\n<p><strong>\u201cTrinkbare\u201d Weine aus Tetra Pak, Bag in box und Co.<\/strong><\/p>\n<p>Bei der siebenten Ausgabe der <a href=\"http:\/\/winzerblog.de\/archiv\/vorschlag-einer-weinrallye-1000\/\">vom Winzerblogger initiierten Wein(blog)rallye<\/a> dreht sich auf <a href=\"http:\/\/kaulwein.wordpress.com\/2007\/11\/20\/weinrallye-7-im-kauwein-weblog\/\">Anregung der bloggenden Winzerbr\u00fcder Kaul<\/a> alles um Weine aus alternativen Verpackungen. <\/p>\n<p>Alle deutschsprachigen <a href=\"http:\/\/www.genussblogs.net\/\">Genussblogs<\/a> sind eingeladen, sich mit Wein in Tetrapack, Bag-in-Box, Dosen, Pet-Flaschen, Tonamphoren und sonstigen Beh\u00e4ltern zu befassen und heute dar\u00fcber zu bloggen. Eine Zusammenfassung aller Beitr\u00e4ge gibt es <a href=\"http:\/\/kaulwein.wordpress.com\/2008\/01\/11\/weinrallye-7-die-zusammenfassung\/\">hier<\/a> im Kaulwein-Weblog zu lesen.<\/p>\n<p>Ich habe diese Gelegenheit gen\u00fctzt, um mich endlich einmal einem Wein zu widmen, \u00fcber den ich schon oft <del datetime=\"2008-01-09T20:55:14+00:00\">gel\u00e4stert<\/del> gesprochen, den ich aber noch nie probiert habe: Dem 99-Cent-Tafelwein im Tetrapack!<\/p>\n<p><a href='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/tetrapack2.jpg' title='Ganz unten im Supermarktregal: Wein im Tetrapack'><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2008\/01\/tetrapack2.jpg' alt='Ganz unten im Supermarktregal: Wein im Tetrapack' \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Das Tetrapack-Image<\/strong><\/p>\n<p>Um meinen Weinseminar-Teilnehmern plakativ die Verwertung von minderwertigen Weinchargen darzustellen, verwende ich meist den Satz: &#8222;Irgend etwas mu\u00df ja auch in die Tetrapacks gef\u00fcllt werden.&#8220; Diese Methode hat sich durchaus bew\u00e4hrt, weil praktisch alle Teilnehmer das gleiche schlechte Bild von Tetrapack-Wein haben wie ich (obwohl sie ihn wahrscheinlich ebensowenig jemals probiert haben wie ich bis heute).<\/p>\n<p>Dabei geht es mir konkret vor allem um jenen Wein, der aus dem tr\u00fcben Bodensatz entsteht, der beim <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=83\">Entschleimungsvorgang<\/a> von Wei\u00dfweinen abgetrennt wird, damit die G\u00e4rung reint\u00f6niger verl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Wie wir auch verg\u00e4ren viele kleinere und mittlere Betriebe den Bodensatz aller Chargen gemeinsam und unterlassen jeden Versuch, die Qualit\u00e4t des daraus entstehenden Weines zu verbessern. Der daf\u00fcr notwendige zeitliche und technische Aufwand lohnt sich n\u00e4mlich oft nicht, zumal die Zeit w\u00e4hrend der Weinlese ohnehin das knappste Gut der Kellermeister ist.<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t des Weines aus den gesammelten Trubstoffen aller Sorten ist nat\u00fcrlich dementsprechend bescheiden. Das veranla\u00dft die Winzer in der Regel dazu, den Wein m\u00f6glichst bald nach der Ernte zum Tagespreis im Fa\u00df zu verkaufen. Salopp k\u00f6nnte man diese Vorgangsweise etwa so zusammenfassen: &#8222;Ein Tank im Keller mu\u00df schlecht werden, damit die anderen richtig gut werden k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Urteil oder Vorurteil?<\/strong><\/p>\n<p>Um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob meine abf\u00e4lligen Bemerkungen \u00fcber Tetrapack-Weine \u00fcberhaupt gerechtfertigt sind, habe ich mir schon \u00f6fter vorgenommen, eine Packung zu kaufen und zu verkosten. <\/p>\n<p>Mit 99 Cent pro Liter ist so ein Tetrapack zwar keine gro\u00dfe Investition, aber es brauchte trotzdem erst den Weinrallye-Aufruf, um mich endlich dazu aufzuraffen, meine Vorurteile mit der Realit\u00e4t zu konfrontieren.<\/p>\n<p>In meinem Hinterkopf hegte ich dabei die Bef\u00fcrchtung, den Tetrapack-Weinen jahrelang Unrecht getan zu haben. Eigentlich erwartete ich n\u00e4mlich ein zwar banales, aber doch sauberes und trinkbares Produkt.<\/p>\n<p>Wenn es nicht auf aromatische Feinheit und Komplexit\u00e4t ankommt, l\u00e4\u00dft sich mit einigen Methoden der Kellerwirtschaft doch ziemlich viel reparieren. Und was die in diesem Preissegment besonders wichtigen Produktionskosten betrifft, so macht es wenig Unterschied, ob man einen schlechten oder einen brauchbaren Wein produziert. Diesen Unterschied macht das Know-How, das man aber bei Gro\u00dfproduzenten wohl durchaus erwarten darf.<\/p>\n<p><strong>Die Probe aufs Exempel<\/strong><\/p>\n<p>Heute war es also soweit, und ich mu\u00df tats\u00e4chlich zugeben, dass ich die Tetrapack-Weine bisher v\u00f6llig falsch eingesch\u00e4tzt habe. Zumindest der heute von mir verkostete war n\u00e4mlich noch schlechter, als in meinen abf\u00e4lligsten Bemerkungen unterstellt. <\/p>\n<p>Bei den zwei oder drei Probierschlucken, zu denen ich mich gezwungen habe, kam mir tats\u00e4chlich die Frage in den Sinn, wie es \u00fcberhaupt m\u00f6glich sein kann, dass ein Wein ohne wirklichen Weinfehler so schlecht schmeckt. Ich bin sogar fast geneigt, alle daran beteiligten Personen f\u00fcr diese Leistung zu bewundern, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das auch mit Absicht niemals so hinbekommen w\u00fcrde&#8230;<\/p>\n<p>Farbe:<br \/>\nklares, blasses Gelb, etwas stumpf, kaum Schlieren, kein CO2<\/p>\n<p>Geruch:<br \/>\nsauber im Sinne der Abwesenheit von Weinfehlern wie B\u00f6ckser, Oxidation, Schimmel oder \u00e4hnlichem; geringe bis mittlere Intensit\u00e4t, ein Hauch von m\u00fcder, \u00fcberalterter Fruchtigkeit, wirkt auch frisch ge\u00f6ffnet schon irgendwie abgestanden und ermattet, leicht &#8222;metallische&#8220; Elemente; insgesamt zwar nicht gerade absto\u00dfend, aber auch keinerlei Lust auf das Kosten machend<\/p>\n<p>Geschmack:<br \/>\ntrocken mit mittlerer bis lebendiger S\u00e4ure, leichter, fast w\u00e4ssriger K\u00f6rper, weitgehend geschmacksfrei mit etwas deutlicheren &#8222;metallischen&#8220; Elementen, leichter, unauff\u00e4lliger Alkoholgehalt; sehr kurzer, etwas bitterer Abgang; das Schlucken kosten mich einige \u00dcberwindung<\/p>\n<p>Fazit:<br \/>\nDieser Werbeslogan auf der Packung stimmt zwar grunds\u00e4tzlich, trifft aber auf den konkreten Inhalt in keinster Weise zu: &#8222;Der Saft der Reben versch\u00f6nert das Leben!&#8220;<\/p>\n<p>Daf\u00fcr pa\u00dft diese Angabe umso mehr: &#8222;Fruchtiger Wei\u00dfwein f\u00fcr den t\u00e4glichen Genuss. Pa\u00dft zu jedem Essen.&#8220; Wer so etwas n\u00e4mlich tats\u00e4chlich trinken kann, der kann das auch ruhig jeden Tag und zu jedem Essen tun. Sein Geschmackssinn hat sich offenbar ohnehin schon l\u00e4ngst verabschiedet und es kommt ihm wohl eher auf die 11 Prozent Ethanol um 99 Cent an&#8230;<\/p>\n<p><strong>Der Wein<\/strong><\/p>\n<p>Tafelwein<br \/>\ntrocken, 11%Vol, Abf\u00fclldatum 25. 6. 2007<br \/>\nVerschnitt von Weinen aus mehreren L\u00e4ndern der EU<br \/>\nAbf\u00fcller der Redaktion bekannt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cTrinkbare\u201d Weine aus Tetra Pak, Bag in box und Co. Bei der siebenten Ausgabe der vom Winzerblogger initiierten Wein(blog)rallye dreht sich auf Anregung der bloggenden Winzerbr\u00fcder Kaul alles um Weine aus alternativen Verpackungen. 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