{"id":3796,"date":"2011-04-16T19:49:02","date_gmt":"2011-04-16T18:49:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3796"},"modified":"2011-04-16T19:52:29","modified_gmt":"2011-04-16T18:52:29","slug":"nuchtern-betrachtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3796","title":{"rendered":"N\u00fcchtern betrachtet"},"content":{"rendered":"<p>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3797\" style=\"border: 0px;\" title=\"Foto: steve.haider.com\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Haider-43-komprimiert.jpg\" alt=\"Foto: steve.haider.com\" width=\"508\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Haider-43-komprimiert.jpg 508w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Haider-43-komprimiert-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich enth\u00e4lt <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3793\">mein Bericht<\/a> \u00fcber eine Studie, die festgestellt hat, dass Weininteressierte weniger mit alkohol\u00e4rmeren Weinen anfangen k\u00f6nnen ein wenig Polemik und ein geh\u00f6riges Ma\u00df an Provokation.<\/p>\n<p>Wie durchaus zurecht in den Kommentaren kritisiert, ist die Untersuchung nicht wirklich repr\u00e4sentativ und steht wohl auch methodisch auf schwachen Beinen.<\/p>\n<p>V\u00f6llig von der Hand zu weisen ist der Gedanke, dass\u00a0Weinfreaks sich mit leichten Weinen schwerer tun meiner Meinung nach aber trotzdem nicht. Auch wenn manche Weinprofis sogar behaupten, niemand wolle die dicken Brummer wirklich.<\/p>\n<p>Mehrere Alltagsbeobachtungen legen n\u00e4mlich eher das Gegenteil nahe:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>So passiert es immer wieder, dass Leitartikel und Kommentare zwar weniger Alkohol einmahnen, in den gleichen Publikationen aber bei den Verkostungen dann doch die 14- und 15-Prozenter auf dem Siegertreppchen landen.<\/p>\n<p>Aber nicht nur in den Medien, auch in Weinbauernkreisen haben es leichtere Weine im direkten Wettbewerb meist schwer, sich die verdiente Aufmerksamkeit zu verschaffen. Immer wieder schwingt im Urteil das &#8222;sch\u00f6n, aber ein wenig dichter\/voller\/kr\u00e4ftiger\/l\u00e4nger\/&#8230; sollte er noch sein&#8220; mit.<\/p>\n<p>Interessierte Weinlaien vollziehen dieses Hinaufschrauben der Erwartungshaltung oft recht schnell nach. Erntet man als Vortragender bei Einsteigerseminaren auch f\u00fcr leichte und mittelgewichtige Tropfen noch einige Aufmerksamkeit, werden diese in weiterf\u00fchrenden Kursen sehr h\u00e4ufig nur mehr recht oberfl\u00e4chlich kommentiert.<\/p>\n<p>Umgekehrt plagen sich Weinneulinge nicht selten mit jenen wuchtigen Weinen (die dem unge\u00fcbten Gaumen mit ihrem s\u00fc\u00dflich-vollen K\u00f6rper und einer eher unauff\u00e4lligen S\u00e4ure eigentlich eher zusagen sollten), die den ge\u00fcbteren Verkostern anerkennende &#8222;Ah\u00b4s&#8220; und &#8222;Oh\u00b4s&#8220; entlocken.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr verantwortlich ist nat\u00fcrlich nicht nur der h\u00f6here Alkoholgehalt solcher Weine, sondern zweifellos auch die mit der h\u00f6heren Traubenreife neben der Alkoholzunahme einhergehende Steigerung an Aroma- und Extraktstoffen.<\/p>\n<p>Die meisten Weinliebhaber nehmen also die h\u00f6heren Prozente auf der Suche nach mehr Geschmack und Qualit\u00e4t wohl eher nur in Kauf, als dass sie sie tats\u00e4chlich gezielt anstreben. Aber trotz dieser naheliegenden Erkl\u00e4rung bleibt eine Frage offen:<\/p>\n<p>Wie kam es dazu, dass der Alkohol-Ma\u00dfstab vieler Weinfreaks so weit nach oben verschoben ist? \u00dcber 13 bis allerh\u00f6chstens 14 Prozent hat der Alkoholgehalt in vielen F\u00e4llen n\u00e4mlich kaum noch etwas mit der Traubenreife zu tun, sondern wird nicht selten bewu\u00dft mittels Aufbesserung oder Mostkonzentration im Keller eingestellt.<\/p>\n<p>Oder durch eine bewu\u00dfte Ernte \u00fcberreifer Trauben im Weingarten herbeigef\u00fchrt, die sowohl beim Wei\u00dfwein, wie auch bei den Roten nichts, aber auch gar nichts mit einem Plus an Qualit\u00e4t, sondern allerh\u00f6chstens mit einem anderen Weinstil zu tun hat.<\/p>\n<p>Ist es eine Frage der Gew\u00f6hnung, dass Weinliebhaber im Vergleich zu Normalverbrauchern schweren Weinen gegen\u00fcber oft positiver eingestellt sind?<\/p>\n<p>Liegt es an unterschiedlichen Trinkgewohnheiten? Setzen die einen Weine sehr bewu\u00dft z.B. zum Essen ein, trinken sie m\u00f6glicherweise weniger, daf\u00fcr aber hochwertigere Weine und haben deshalb weniger Probleme im Umgang mit hohen Alkoholwerten?<\/p>\n<p>Oder fehlt den Fachkreisen manchmal einfach nur jemand, der sich wie ein naiver Gelegenheitsweintrinker auch bei teuer bezahlten Flaschen traut, den hohen Alkohol unharmonisch und qualit\u00e4tsmindernd zu nennen?<\/p>\n<p>Ganz so wie das Kind im M\u00e4rchen &#8222;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Des_Kaisers_neue_Kleider\">Des Kaisers neue Kleider<\/a>&#8222;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Nat\u00fcrlich enth\u00e4lt mein Bericht \u00fcber eine Studie, die festgestellt hat, dass Weininteressierte weniger mit alkohol\u00e4rmeren Weinen anfangen k\u00f6nnen ein wenig Polemik und ein geh\u00f6riges Ma\u00df an Provokation. 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