{"id":377,"date":"2007-10-12T22:27:11","date_gmt":"2007-10-12T21:27:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=377"},"modified":"2007-10-12T22:29:17","modified_gmt":"2007-10-12T21:29:17","slug":"der-vergleich-macht-mich-sicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=377","title":{"rendered":"Der Vergleich macht mich sicher"},"content":{"rendered":"<p>Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit, einige der renommiertesten und teuersten burgenl\u00e4ndischen Rotweine gemeinsam mit Weinen von uns zu verkosten. <\/p>\n<p>Da ich mir diese Weine normalerweise nicht kaufe, ergibt sich eine solche Chance zur Standortbestimmung nicht so oft. Und umso mehr regen diese seltenen Anl\u00e4sse zum Nachdenken an. <!--more--><\/p>\n<p>Fast alle dieser Weine waren sehr gut, und wenn ich daran etwas zu kritisieren h\u00e4tte, dann eher stilistische als qualitative Aspekte. Zum Nachdenken gebracht hat mich daher weniger die Qualit\u00e4t oder der Vergleich mit unseren Weinen gebracht (den ich sowohl in Sachen Qualit\u00e4t als auch Preis-Leistungs nicht f\u00fcrchte), sondern der Vergleich der Methoden, die bei diesen Weinen Verwendung finden. <\/p>\n<p>Damit meine ich nicht irgend welche dubiosen Tricks, sondern relativ banale Dinge. Auch wir arbeiten sehr qualit\u00e4tsorientiert, aber von dem, was bei diesen Weinen heutzutage \u00fcblich ist, sind wir doch ein St\u00fcck entfernt:<\/p>\n<p>Da werden die Trauben beinahe einzeln (gemeint ist in kleinen Kistchen) nach Hause transportiert und nicht nur bei der Lese, sondern zus\u00e4tzlich auch noch vor dem Rebeln und danach mit immensem Personalaufwand sortiert. Anschlie\u00dfend werden sie tagelang mit enormem Energieaufwand vor der G\u00e4rung kaltmazeriert und bei Bedarf mostkonzentriert.<\/p>\n<p>Die G\u00e4rtanks haben jeden Schnickschnack, um z.B. bei Bedarf die Kerne samt bitteren Tanninen abtrennen zu k\u00f6nnen, oder die Maische mit verschiedenen M\u00f6glichkeiten (Druckluft, \u00dcberspr\u00fchen, Untertauchen) zu durchmischen.<\/p>\n<p>Und nach dem Pressen m\u00fcssen es ausschlie\u00dflich neue F\u00e4sser sein, nat\u00fcrlich nur vom allerallerfeinsten, auch wenn das Barrique 1000 Euro kostet. Bei Bedarf setzt man auch schon mal medzinisch reinen Sauerstoff zur Mikrooxidation ein, samt den dazugeh\u00f6rigen Steuerungseinrichtungen.<\/p>\n<p>Und das die Fa\u00dflager gek\u00fchlt werden und die Luftfeuchtigkeit vom Computer exakt geregelt wird, versteht sich ohnehin von selbst.<\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p>Bei manchem Wein k\u00f6nnte man meinen, diese Prozeduren sind nur Selbstzweck, um den Preis wenn schon nicht \u00fcber die Qualit\u00e4t im Glas dann doch wenigstens \u00fcber die Darstellung des unternommenen Aufwandes zu rechtfertigen.<\/p>\n<p>Man mag mir mangelndes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Spitzenweine vorwerfen, oder auch mangelnden Ehrgeiz oder Kompetenz. Aber wenn bei der Menge an Energie, sowohl im engeren als auch im weiteren Sinn, kein f\u00fcr mich deutlich schmeckbarer Qualit\u00e4tsunterschied zu erzielen ist, halte ich vieles davon f\u00fcr eine Verschwendung von Ressourcen an der ich mich, solange ich es mir erlauben kann nicht beteiligen werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit, einige der renommiertesten und teuersten burgenl\u00e4ndischen Rotweine gemeinsam mit Weinen von uns zu verkosten. Da ich mir diese Weine normalerweise nicht kaufe, ergibt sich eine solche Chance zur Standortbestimmung nicht so oft. 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