{"id":3767,"date":"2011-04-04T21:37:15","date_gmt":"2011-04-04T20:37:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3767"},"modified":"2011-05-26T21:59:11","modified_gmt":"2011-05-26T20:59:11","slug":"bodenstandige-betrachtungen-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3767","title":{"rendered":"Bodenst\u00e4ndige Betrachtungen (1)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3768\" style=\"border: 0px;\" title=\"Offener Boden\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Offener-Boden.jpg\" alt=\"Offener Boden\" width=\"508\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Offener-Boden.jpg 508w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Offener-Boden-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><\/p>\n<p>Obwohl der Boden wahrscheinlich das gr\u00f6\u00dfte Kapital des Weinbauern ist, wird er von manchen weder als solches verstanden, noch gew\u00fcrdigt, oder gar bewu\u00dft gehegt und gepflegt.<\/p>\n<p>Das liegt auch (aber bei weitem nicht ausschlie\u00dflich) daran, dass der Boden selbst und seine Bewirtschaftung eine ziemlich komplexe Sache darstellt. Ersteres habe ich bereits in meiner Serie &#8222;<a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=626\">Pedologische Sprachverwirrung<\/a>&#8220; versucht, zu erkl\u00e4ren, weshalb sich die n\u00e4chsten Beitr\u00e4ge die Bearbeitung der Erde drehen werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Bodenqualit\u00e4t im Wandel der Zeit<\/strong><\/p>\n<p>Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein erfolgte die Bearbeitung des Bodens zwischen den Weinst\u00f6cken nach dem gleichen Schema und mit den gleichen Methoden wie bereits im Mittelalter und wahrscheinlich auch schon davor.<\/p>\n<p>Die Reben waren dicht gepflanzt, und der knappe Raum dazwischen wurde von Hand oder mit Ochs und Pferd bearbeitet. Die Lockerung des Bodens sollte ein \u00dcberhandnehmen von Unkr\u00e4utern verhindern, den Rebwurzeln bessere Bedingungen bieten und Wasser und N\u00e4hrstoffe leichter verf\u00fcgbar machen.<\/p>\n<p>Allein der daf\u00fcr notwendige enorme Arbeitsaufwand verhinderte ein zu h\u00e4ufiges Umbrechen der Erde, und bei dem\u00a0vergleichsweise geringen Gewicht von Mensch, Tier und Arbeitsger\u00e4t war auch nicht an eine Verdichtung des Bodens zu denken.<\/p>\n<p>Auch die ersten Traktoren waren noch relativ leicht und verursachten diesbez\u00fcglich keine Probleme. Allerdings erleichterten sie die Bodenbearbeitung dramatisch und machten m\u00f6glich, was es davor wohl kaum gegeben hatte: einen gro\u00dffl\u00e4chig und dauerhaft unbewachsenen (d.h. &#8222;offenen&#8220;) Boden zwischen den Rebst\u00f6cken.<\/p>\n<p>Jahrzehntelang wurde (und wird bis heute) in vielen F\u00e4llen die oberste Bodenschicht w\u00e4hrend der Vegetationsperiode in Abst\u00e4nden von wenigen Wochen so lange immer und immer wieder gelockert, bis der gr\u00f6\u00dfte Teil des nat\u00fcrlichen Humusgehaltes abgebaut und der Boden dementsprechend leblos war.<\/p>\n<p>Die &#8222;saubere&#8220; Optik frisch umgearbeiteter Erde entsprach dem Weinweltbild der damaligen Zeit, zumal sich die Ertragseinbu\u00dfen aufgrund mangelnder Bodenfruchtbarkeit recht gut mit Minerald\u00fcngern ausgleichen lassen.<\/p>\n<p>Alle anderen Auswirkungen des Raubbaues durch die zu h\u00e4ufige und falsche Bodenbearbeitung \u00a0waren damals entweder nicht so wichtig (wie z.B. Einbu\u00dfen bei der Weinqualit\u00e4t) oder wurden als zwar l\u00e4stige, aber letztlich kaum vermeidbare Nebenaspekte betrachtet (wie z.B. die zunehmenden Erosionssch\u00e4den).<\/p>\n<p>Mit der Verbreitung schwererer Weinbautraktoren verschlimmerte sich die Lage in vielen F\u00e4llen sogar noch, weil diese besonders bei humusarmen B\u00f6den zu Verdichtungsproblemen in tieferen Schichten f\u00fchren, die wiederum mit h\u00e4ufiger (und tiefer) Lockerung behoben werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Trotz einzelner Pioniere ab den 1960er- und 70er- Jahren setzte aber erst in den 90ern mit der Etablierung (und staatlichen F\u00f6rderung) des <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=26\">integrierten Weinbaues<\/a> langsam ein Umdenken in Sachen Bodenbewirtschaftung ein.<\/p>\n<p>Auf welchen Grundlagen dieser Wandel basiert und welche T\u00fccken dabei im Detail lauern gibt es demn\u00e4chst zu lesen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3779\">Teil 2<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3939\">Teil 3<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl der Boden wahrscheinlich das gr\u00f6\u00dfte Kapital des Weinbauern ist, wird er von manchen weder als solches verstanden, noch gew\u00fcrdigt, oder gar bewu\u00dft gehegt und gepflegt. Das liegt auch (aber bei weitem nicht ausschlie\u00dflich) daran, dass der Boden selbst und seine Bewirtschaftung eine ziemlich komplexe Sache darstellt. 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