{"id":3682,"date":"2011-03-13T23:38:45","date_gmt":"2011-03-13T22:38:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3682"},"modified":"2011-03-13T23:38:45","modified_gmt":"2011-03-13T22:38:45","slug":"jahrgangsbetrachtungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3682","title":{"rendered":"Jahrgangsbetrachtungen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3683\" style=\"border: 0px;\" title=\"Foto: steve.haider.com\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Haider-76-bearbeitet.jpg\" alt=\"Haider 76 bearbeitet\" width=\"508\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Haider-76-bearbeitet.jpg 508w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Haider-76-bearbeitet-300x248.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><\/p>\n<p>Nach dem <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3222\">ohrenbet\u00e4ubenden Schweigen<\/a> zur Qualit\u00e4t des Jahrgangs 2010\u00a0im vergangenen Herbst gibt es mit dem Anlaufen der allj\u00e4hrlichen Weinpr\u00e4sentationen jetzt auch <a href=\"http:\/\/www.weinburgenland.at\/news\/show\/Weinjahr+2010\">offizielle Stellungnahmen<\/a> mit <a href=\"http:\/\/www.weinburgenland.at\/news\/show\/statements+2010\">Winzer-Statements<\/a> zur letzten Ernte.<\/p>\n<p>Diese fallen naturgem\u00e4\u00df einigerma\u00dfen zur\u00fcckhaltend aus, und es ist durchaus verst\u00e4ndlich, wenn manche nach den regelm\u00e4\u00dfigen und mitunter \u00fcberzogenen Jubelmeldungen der letzten Jahre darin zwischen den Zeilen einen miserablen Jahrgang zu erkennen glauben.<\/p>\n<p>Trotzdem sollte man es sich nicht zu einfach machen, und den Jahrgang allein aufgrund der &#8222;Papierform&#8220; in Gestalt von Wetterdaten und Analysenwerten schon von Beginn an in die unterste Schublade stecken.<\/p>\n<p>Wie beim einzelnen Wein ist die Frage der Qualit\u00e4t n\u00e4mlich auch f\u00fcr einen gesamten Jahrgang oft gar nicht eindeutig zu beurteilen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Schlechte Jahre<\/strong><\/p>\n<p>Dank des verbesserten Winzer-Know-Hows, allgemein niedrigerer (und deshalb auch gleichm\u00e4\u00dfigerer) Ertr\u00e4ge und m\u00f6glicherweise auch wegen des Klimawandels sind wirklich schlechte Jahrg\u00e4nge sind zum Gl\u00fcck recht selten geworden. Nicht zuletzt deshalb sind sie auch relativ eindeutig zu identifizieren.<\/p>\n<p>Fast immer geht es dabei\u00a0um eine nicht ausreichende Traubenreife, die nicht einfach\u00a0nur\u00a0knapp das Optimum verfehlt, sondern mitunter sogar die eher niedrig angesiedelten gesetzlichen Minimalanforderungen.<\/p>\n<p>Versch\u00e4rft wird dieses Problem (nicht nur) in unserer Region durch ein fr\u00fches Einsetzen von Botrytis, die Aromastoffe zerst\u00f6rt, die Weine geschmacklich negativ pr\u00e4gt und ein weiteres Zuwarten mit der Lese unm\u00f6glich macht. Bei uns war das zuletzt <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1549\">1996<\/a> der Fall und davor 1991.<\/p>\n<p><strong>Gute Jahre<\/strong><\/p>\n<p>Auch bei den ganz guten Weinjahren ist es noch relativ einfach, stellen sie doch zumindest theoretisch genau das Gegenteil dar: Perfekt ausgereifte und makellos gesunde Trauben, die ohne besonderes Zutun im Keller aromatische, gehaltvolle und doch ausgewogene Weine ergeben.<\/p>\n<p>Wie bei einzelnen Weinen verschwimmt aber auch bei ganzen Jahrg\u00e4ngen im obersten Qualit\u00e4tsbereich die Grenze zwischen Stil- und Qualit\u00e4tsunterschieden. Oder ander\u00a0gesagt: Ist ein Jahr mit etwas h\u00f6heren Zucker- und etwas niedrigeren S\u00e4urewerten in den perfekt reifen Trauben besser, oder nur anders, als eines mit der gegenteiligen Tendenz?<\/p>\n<p>Ist ein Jahrgang, in dem die Wei\u00dfen in einer Region eine Spur besser gelingen, als die Roten oder S\u00fc\u00dfweine (oder umgekehrt) h\u00f6her einzustufen? Oder eines der wenigen Jahre, in denen nahezu alle Weinsorten und Kategorien die oberste Liga erreichen?<\/p>\n<p><strong>Und die dazwischen?<\/strong><\/p>\n<p>Noch schwieriger wird es bei der Mehrzahl der Jahre, die nicht aufgrund von Wetter- und Reifedaten eindeutig in die eine oder andere Kategorie fallen. Nicht zuletzt deshalb, weil der Einflu\u00df des\u00a0Winzers in Weingarten und Keller zu einer enormen Bandbreite an Qualit\u00e4ten f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Zwar ist jeder Jahrgang ein &#8222;Winzerjahrgang&#8220;, aber\u00a0Jahre wie auch 2010 belohnen die Arbeit der ambitionierteren Weinbauern mehr, weil die\u00a0positiven Auswirkungen\u00a0ihrer Bem\u00fchungen wesentlich deutlicher im Wein zu schmecken sind.<\/p>\n<p>Mitunter erreicht die Weinqualit\u00e4t durch eine Mischung von konsequenter Arbeit und der n\u00f6tigen Portion Gl\u00fcck sogar Spitzenniveau, obwohl die Bl\u00fcte sp\u00e4t, der Juli zu hei\u00df, der August zu k\u00fchl oder der September zu na\u00df war.<\/p>\n<p>Und auch wenn daran nicht selten die eine oder andere kleine Korrektur (wie z.B. <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=558\">diese<\/a>, <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=716\">diese<\/a>, oder <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=172\">diese<\/a>) im Keller beteiligt ist, handelt es sich im wesentlichen doch um ein Jahrgangs- und Naturph\u00e4nomen.<\/p>\n<p>Die Weinrebe ist n\u00e4mlich bei guter Pflege und moderaten Ertr\u00e4gen eine sehr anpassungsf\u00e4hige Pflanze, und manchmal erweisen sich die von ihr gemeinsam mit den Winzer m\u00fchsam erk\u00e4mpften guten Weine als besonders spannend, wenn man ihnen die n\u00f6tige Zeit zur Entwicklung gibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem ohrenbet\u00e4ubenden Schweigen zur Qualit\u00e4t des Jahrgangs 2010\u00a0im vergangenen Herbst gibt es mit dem Anlaufen der allj\u00e4hrlichen Weinpr\u00e4sentationen jetzt auch offizielle Stellungnahmen mit Winzer-Statements zur letzten Ernte. Diese fallen naturgem\u00e4\u00df einigerma\u00dfen zur\u00fcckhaltend aus, und es ist durchaus verst\u00e4ndlich, wenn manche nach den regelm\u00e4\u00dfigen und mitunter \u00fcberzogenen Jubelmeldungen der letzten Jahre darin zwischen den Zeilen &#8230; <a title=\"Jahrgangsbetrachtungen\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3682\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Jahrgangsbetrachtungen\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-3682","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sonstige-weinberichte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3682","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3682"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3682\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3691,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3682\/revisions\/3691"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}