{"id":3482,"date":"2011-01-09T09:00:17","date_gmt":"2011-01-09T08:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3482"},"modified":"2011-01-09T09:00:17","modified_gmt":"2011-01-09T08:00:17","slug":"frost-im-weingarten-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3482","title":{"rendered":"Frost im Weingarten (1)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3483\" style=\"border: 0px;\" title=\"Raureif\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Raureif2-bearbeitet.jpg\" alt=\"Raureif\" width=\"508\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Raureif2-bearbeitet.jpg 508w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Raureif2-bearbeitet-300x224.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><\/p>\n<p>Der Frost z\u00e4hlt zu den schlimmsten Naturgewalten, die uns Weinbauern heimsuchen k\u00f6nnen. Anders als viele Kollegen an der Ostseite des Neusiedlersees (wie <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3458\">hier<\/a> berichtet), hatten wir im heurigen strengen Winter bisher Gl\u00fcck, doch die Erinnerungen an <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=2469\">unser letztes schlimmes Frostjahr<\/a> sind auch nach 24 Jahren noch pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Aber was passiert eigentlich, wenn Reben erfrieren? Woran kann man solche Sch\u00e4den erkennen? Und was kann man dagegen tun bzw. wie geht man damit um?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Wasser, Eis&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Die Ursache f\u00fcr das Absterben von Pflanzengewebe nach zu starker K\u00e4lteeinwirkung ist schnell erkl\u00e4rt: Wenn Wasser zu Eis gefriert, dehnt es sich aus. Und da der Pflanzensaft \u00fcberwiegend aus Wasser besteht, dehnt sich auch dieser bei Frost aus.<\/p>\n<p>Der dadurch in den Zellen\u00a0entstehende Druck bringt diese zum Platzen, da die Zellwand und die Membranen der Zellbestandteile dieser Belastung nicht standhalten k\u00f6nnen. Die Sch\u00e4den sind irreversibel und f\u00fchren je nach Intensit\u00e4t und Verteilung zum Absterben von ganzen Pflanzen oder Teilen von ihnen.<\/p>\n<p>Je wasserh\u00e4ltiger das Gewebe, umso anf\u00e4lliger ist es naturgem\u00e4\u00df f\u00fcr Frostsch\u00e4den. Deshalb reicht im April oder Mai schon ein leichter (Sp\u00e4t-)Frost, um die frisch austreibenden, besonders wasserhaltigen Triebe zu vernichten, w\u00e4hrend ein Rebstock in perfekter Winterruhe zwischen -15 und -20\u00b0C problemlos \u00fcberstehen kann.<\/p>\n<p>Gegen Ende der Vegetationsperiode verst\u00e4rkt die Rebe n\u00e4mlich nicht nur die Zellw\u00e4nde, sondern sie reduziert auch den Wassergehalt in den Trieben. Diese sogenannte Holzreife macht das Gewebe robuster und verschiebt den Gefrierpunkt nach unten, weil der solcherart erh\u00f6hte Anteil an gel\u00f6sten Stoffen im Zellsaft wie ein Frostschutzmittel wirkt.<\/p>\n<p>Den Impuls f\u00fcr den Abschlu\u00df dieses Prozesses geben dem Weinstock die ersten Tage mit Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt. Sinken die Temperaturen wie im Dezember 2010 sehr fr\u00fch auf kritische Werte, kann es jedoch passieren, dass die St\u00f6cke damit noch nicht fertig und deshalb k\u00e4lteanf\u00e4lliger sind.<\/p>\n<p>W\u00e4rmeperioden w\u00e4hrend des Sp\u00e4twinters bewirken zwar genau das Gegenteil, in dem sie der Pflanze signalisieren, den Wassergehalt f\u00fcr den vermeintlich nahenden Fr\u00fchling hochzufahren. Das Problem ist aber das gleiche: Eine h\u00f6here Frostempfindlichkeit beim n\u00e4chsten Wetterumschwung.<\/p>\n<p>Ebenfalls sehr gef\u00e4hrlich ist das Zusammentreffen von starkem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raureif\">Raureif<\/a> (siehe Foto) mit niedrigen Temperaturen. In diesem Fall kommt das frostschutzverd\u00fcnnende Wasser von au\u00dfen in die Reben.<\/p>\n<p><strong>&#8230;und kalte Luft<\/strong><\/p>\n<p>Wie kalt es tats\u00e4chlich wird, h\u00e4ngt nat\u00fcrlich von der Gro\u00dfwetterlage ab, aber die Luftstr\u00f6mungen aus dem Norden oder Osten schaffen nur die Grundlage f\u00fcr Frostsch\u00e4den. Ob es einem Rebstock tats\u00e4chlich zu kalt wird, h\u00e4ngt dar\u00fcber hinaus auch von lokalen Wetterfaktoren und von seinem speziellen Standort ab.<\/p>\n<p>Gibt es z.B. eine geschlossene Schneedecke im Weingarten, k\u00fchlt die Luft dort st\u00e4rker aus, weil tags\u00fcber mehr Sonnenlicht reflektiert wird und der Boden\u00a0nachts kaum W\u00e4rme abgibt. Wolken oder Nebel bremsen hingegen das Ausk\u00fchlen des Bodens und k\u00f6nnen den Unterschied zwischen Sein und Nichtsein ausmachen.<\/p>\n<p>Weht in den gef\u00e4hrlichen N\u00e4chten eine leichte Brise, wird die k\u00e4lteste und deshalb schwerste Luftschicht in Bodenn\u00e4he st\u00e4ndig mit etwas w\u00e4rmerer Luft von weiter oben durchmischt. Ist es hingegen windstill, bleibt sie unten liegen und flie\u00dft dabei \u00e4hnlich wie Wasser von Hanglagen und Kuppen in Flachlagen und Mulden.<\/p>\n<p>Diese Standorte sind deshalb besonders\u00a0frostgef\u00e4hrdet,\u00a0wobei schon kleine Erhebungen\u00a0oder etwas h\u00f6here h\u00f6here Reberziehungssysteme existenzentscheidende Temperaturunterschiede bedeuten k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Frost z\u00e4hlt zu den schlimmsten Naturgewalten, die uns Weinbauern heimsuchen k\u00f6nnen. Anders als viele Kollegen an der Ostseite des Neusiedlersees (wie hier berichtet), hatten wir im heurigen strengen Winter bisher Gl\u00fcck, doch die Erinnerungen an unser letztes schlimmes Frostjahr sind auch nach 24 Jahren noch pr\u00e4sent. Aber was passiert eigentlich, wenn Reben erfrieren? Woran &#8230; <a title=\"Frost im Weingarten (1)\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3482\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Frost im Weingarten (1)\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-3482","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-das-wetter"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3482","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3482"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3482\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3508,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3482\/revisions\/3508"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3482"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3482"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3482"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}