{"id":329,"date":"2008-07-01T21:48:00","date_gmt":"2008-07-01T20:48:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=329"},"modified":"2008-07-01T21:48:53","modified_gmt":"2008-07-01T20:48:53","slug":"das-gespur-fur-den-richtigen-zeitpunkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=329","title":{"rendered":"Das Gesp\u00fcr f\u00fcr den richtigen Zeitpunkt"},"content":{"rendered":"<p>In niederschlagsreichen Zeiten wie <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=610\">diesen<\/a> ist der Umgang mit dem Boden besonders wichtig. Welche Belastung kann man ihm wann zumuten? Und wann ist er f\u00fcr eine Bearbeitung noch zu feucht oder schon zu trocken?<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise gibt es auch schon technische Hilfsmittel, die bei der Beantwortung dieser Fragen helfen, wirklich ausschlaggebend ist aber trotzdem letztlich einzig und allein das Gef\u00fchl des (Wein)Bauern. <\/p>\n<p>Er verkn\u00fcpft sein Wissen \u00fcber den bisherigen Niederschlagsverlauf des Jahres mit der aktuellen Regenmenge, ber\u00fccksichtigt die Auswirkungen von Wind und Sonne auf den Verdunstungsgrad und legt das auf die zum Teil extrem unterschiedlich reagierenden Bodenarten um. Selbstverst\u00e4ndlich bedenkt er dabei auch, ob und wann der Boden zuletzt bearbeitet wurde, oder ob und wie er begr\u00fcnt ist. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Auch wenn dieser Prozess sehr vage erscheinen mag, echte Profis m\u00fcssen die Arbeit im Weingarten nur selten einstellen, weil sie sich verkalkuliert haben. Obwohl das g\u00fcnstige Zeitfenster zum Beispiel bei sehr lehmigen, sogenannten Minutenb\u00f6den nur sehr klein ist.<\/p>\n<p>Leider scheint aber das Gesp\u00fcr f\u00fcr den Boden (und den richtigen Zeitpunkt) mehr und mehr verloren zu gehen, und mit ihm ein gro\u00dfes St\u00fcck b\u00e4uerliche Kompetenz.<\/p>\n<p>Immer \u00f6fter beobachte ich n\u00e4mlich, dass Kollegen durch ein Befahren oder eine Bearbeitung des Bodens zum falschen Zeitpunkt mehr Schaden anrichten, als Nutzen stiften. Und auch der \u00c4rger \u00fcber den geringeren Arbeitskomfort, \u00fcber die mit nassem Boden verklebten Ger\u00e4te, \u00fcber den Reinigungsaufwand und die h\u00f6here Dieselrechnung kann sie nicht davon abhalten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist man manchmal gezwungen, in den Weingarten zu fahren, obwohl der Boden eigentlich zu nass daf\u00fcr ist. Zum Beispiel, wenn es wochenlang regnet, und eine Bek\u00e4mpfung der Mehltauarten unumg\u00e4nglich ist, um die Ernte zu retten. Oder wenn anhaltende Niederschl\u00e4ge und die damit einhergehende F\u00e4ulnis den Erntetermin diktieren.<\/p>\n<p>Wenn aber Traktorarbeiten, die flexibel innerhalb von ein oder zwei Wochen ausgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen unmittelbar nach dem siebenten ergiebigen Regen in zehn Tagen erledigt werden, frage ich mich schon, ob der- oder diejenige wirklich keine andere Arbeit hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In niederschlagsreichen Zeiten wie diesen ist der Umgang mit dem Boden besonders wichtig. Welche Belastung kann man ihm wann zumuten? Und wann ist er f\u00fcr eine Bearbeitung noch zu feucht oder schon zu trocken? 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