{"id":3036,"date":"2010-08-20T21:40:58","date_gmt":"2010-08-20T20:40:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3036"},"modified":"2010-08-20T21:43:30","modified_gmt":"2010-08-20T20:43:30","slug":"weinrallye-36-wein-und-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=3036","title":{"rendered":"Weinrallye #36: Wein und Musik"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Weinrallye\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/07\/weinrallye-logo-gros-mit-text.thumbnail.jpg\" alt=\"Weinrallye\" width=\"128\" height=\"74\" \/>Heute ist wieder Wein(blog)rallye-Tag, und alle deutschsprachigen Genussblogger, die Lust dazu haben, befassen sich deshalb mit einem bestimmten Thema. Die 36. Etappe wird betreut vom <a href=\"http:\/\/blog.wein-reich.info\">WeinReich-Blog<\/a> und steht unter dem <a href=\"http:\/\/blog.wein-reich.info\/2010\/07\/12\/aufruf-zur-weinrallye-36-%e2%80%93-wein-und-musik\/\">Motto<\/a> &#8222;Wein und Musik&#8220;.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt, weil ich einen ziemlich anstrengenden Tag hinter mir habe, war die Versuchung gro\u00df, einfach <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=579\">diesen<\/a> Beitrag f\u00fcr die Rallye wiederzuverwerten. Zumal sich das damalige Erlebnis vor wenigen Wochen wiederholt hat.<\/p>\n<p>Aber weil das erstens ziemlich langweilig und zweitens wohl der k\u00fcrzeste Weinrallye-Beitrag aller Zeiten w\u00e4re, ist mir dann doch noch etwas anderes eingefallen. Ich habe mir \u00fcberlegt, ob es \u00c4hnlichkeiten zwischen meinen Wein- und Musikvorlieben gibt, und bin tats\u00e4chlich f\u00fcndig geworden:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Obwohl mir beides wichtig ist (zugegeben, der vergorene Traubensaft etwas mehr), bin ich im Alltag sowohl beim Wein, als auch bei der Musik nicht besonders anspruchsvoll. Ordentlich und fehlerfrei gemacht soll er\/sie sein, gerne auch schn\u00f6rkellos, ehrliche Handwerkskunst eben.<\/p>\n<p>In den meisten Situationen ist beides schlie\u00dflich nicht Selbst- sondern Mittel zum Zweck. Beide machen gute Stimmung, f\u00f6rdern die Unterhaltung und ohne sie ist ein gelungener Abend kaum denkbar. Komplizierte Arrangements und tiefgr\u00fcndige Texte bzw. Aromen schaden dabei zwar nicht, aber es ist meist schade drum.<\/p>\n<p>Ganz verh\u00e4lt es sich jedoch, wenn ich mich bewu\u00dft mit Wein oder Musik besch\u00e4ftigen m\u00f6chte.\u00a0Das passiert bei ersterem h\u00e4ufiger, kommt aber auch bei zweiterer vor, und in beiden F\u00e4llen bin ich ziemlich w\u00e4hlerisch.<\/p>\n<p>Das beginnt schon bei den stilistischen Vorlieben, die sehr stark von meinen Jugenderfahrungen gepr\u00e4gt sind. Da kann der Kopf noch so sehr \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe edels\u00fc\u00dfer Weine Bescheid wissen, und der Gaumen gerne\u00a0hin und wieder einen Schluck davon sp\u00fcren wollen\u00a0&#8211;\u00a0das tiefe Gef\u00fchl der Begeisterung stellt sich fast immer nur bei trockenen Wei\u00df- und Rotweinen ein.<\/p>\n<p>Genau so, wie ich zum Beispiel zwar die\u00a0Ausdruckskraft der Klassik achte, ich aber doch eine ganz andere Stilrichtung\u00a0einschalte, wenn die Musik (fast) alles um mich herum vergessen machen soll.<\/p>\n<p>Was die Menschen hinter Musik und Wein betrifft, so sind meine Favoriten nicht unbedingt die ganz gro\u00dfen Stars. Wichtiger als die t\u00e4gliche Schlagzeile in der Klatschpresse ist mir die Authentzit\u00e4t der Personen. Die Frage, ob sie Wein bzw. Musik so machen, wie sie sie machen, weil sie glauben, damit erfolgreich sein zu k\u00f6nnen. Oder weil sie \u00fcberzeugt sind, dass ihr Werk genau so sein mu\u00df.<\/p>\n<p>(Zugegeben, dass ist in beiden F\u00e4llen wohl mehr Einbildung, als Wissen. Weniger pathetisch formuliert k\u00f6nnte man genausogut sagen, dass ich von Winzern wie Musikern wenn schon, dann wenigstens gekonnt \u00fcber ihre wahren Absichten get\u00e4uscht werden m\u00f6chte.)<\/p>\n<p>Weil die Stars aber ihren Status manchmal nicht v\u00f6llig ohne Grund haben, kommen nat\u00fcrlich auch Werke der gro\u00dfen Namen in mein Ohr bzw. \u00fcber meine Lippen. Wobei mir aber interessanterweise in beiden F\u00e4llen oft jene mehr zusagen, die es nicht an die Spitze der einschl\u00e4gigen Hitparaden geschafft haben.<\/p>\n<p>Das liegt wohl daran, dass ich mich zumindest bei meinen Favoriten nicht abschrecken lasse, wenn sich einem ihre Sch\u00f6pfungen nicht gleich beim ersten Mal vollst\u00e4ndig offenbaren. Gibt es etwas Spannenderes, als dass man beim vierten Hineinriechen immer noch eine neue Aromanuance entdecken kann? Als dass einem der wahre Sinn einer Textzeile und ihre geniale Verbindung mit der Melodie erst beim f\u00fcnften Mal bewu\u00dft wird?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist wieder Wein(blog)rallye-Tag, und alle deutschsprachigen Genussblogger, die Lust dazu haben, befassen sich deshalb mit einem bestimmten Thema. Die 36. Etappe wird betreut vom WeinReich-Blog und steht unter dem Motto &#8222;Wein und Musik&#8220;. 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