{"id":278,"date":"2007-07-01T22:11:49","date_gmt":"2007-07-01T21:11:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=278"},"modified":"2007-07-01T22:11:49","modified_gmt":"2007-07-01T21:11:49","slug":"cabernet-sauvignon-1999","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=278","title":{"rendered":"Cabernet Sauvignon 1999"},"content":{"rendered":"<p>Als ich unl\u00e4ngst einem Cabernet-Freak alle unsere Cabernet-Jahrg\u00e4nge beschreiben wollte, ist mir aufgefallen, da\u00df ich von ziemlich allen Weinen ein halbwegs aktuelles Bild im Ged\u00e4chtnis habe au\u00dfer vom 97er und vom 99er.<\/p>\n<p>Grund genug, den 99er heute Mittag zum Filetsteak mit Heurigen (Kartoffeln) zu genie\u00dfen. Den 97er habe ich ja bereits im Rahmen unserer Tage der offenen Kellert\u00fcr verkostet und <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=249\">hier<\/a> beschrieben.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Der Jahrgang<\/strong><\/p>\n<p>Ich mu\u00df gestehen, da\u00df ich mich an den Jahrgang 1999 nicht mehr besonders gut erinnern kann. Er war weder hei\u00df und trocken genug, um wie 1990, 1992, 1994, 1997 (trockener Herbst), 2000 und 2003 im Ged\u00e4chtnis zu bleiben, aber auch in Sachen Feuchtigkeit und sp\u00e4te Reife nicht ganz so markant wie 1991, 1995, 1996, 2001 oder 2005.<\/p>\n<p>Meinen damals noch eher sp\u00e4rlich gef\u00fchrten Aufzeichungen zufolge waren die Zuckergrade 1999 niedriger als im Durchschnitt und es gab zur Erntezeit durchaus Botrytisans\u00e4tze, die eine besonders sorgf\u00e4ltige, nicht zu sp\u00e4te Lese erforderlich machten. <\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich hatten wir beim Cabernet mit starker <a href=\"http:\/\/www.wein-plus.de\/glossar\/Stiell%E4hme.htm\">Stiell\u00e4hme<\/a> zu k\u00e4mpfen, die wir damals zum ersten Mal an einem Sortiertisch (nach der Lese, aber noch im Weingarten) aussortiert haben.<\/p>\n<p>Der Zuckergehalt der gesunden Cabernet-Trauben betrug schlie\u00dflich 17,5 \u00b0KMW (86 \u00b0Oe), was den niedrigsten Wert aller unser bisherigen Cabernets darstellt (mit Ausnahme des nicht abgef\u00fcllten Jahrgangs 1996). Damit ist dieser Wein der beste Beweis daf\u00fcr, da\u00df die Zuckerreife und die aromatische Reife der Trauben nicht immer parallel verlaufen und da\u00df in bestimmten F\u00e4llen eine <a href=\"http:\/\/www.wein-plus.de\/glossar\/Anreichern.htm\">Aufbesserung<\/a> mit Zucker die Qualit\u00e4t des Weines sehrwohl tats\u00e4chlich verbessern kann (auch wenn diese Ma\u00dfnahme nat\u00fcrlich keine Wunder bewirken kann).<\/p>\n<p>Ohne Aufbesserung h\u00e4tte der Cabernet n\u00e4mlich unmittelbar nach der G\u00e4rung nur einen Alkoholgehalt von rund 11,5 Prozent aufgewiesen, der nach \u00fcber einem Jahr Fa\u00dflagerung mit entspechenden Verdunstungsverlusten wohl auf etwa 11 Prozent abgesunken w\u00e4re.<\/p>\n<p>Damit h\u00e4tte ihm nicht nur die Substanz gefehlt, um die reife, aber doch markante Tanninstruktur abzupuffern, sondern auch das R\u00fcckgrat f\u00fcr eine jahrelange Flaschenreife (wobei damit nicht gesagt sein soll, da\u00df ein hoher Alkoholgehalt automatisch eine l\u00e4ngere Lagerf\u00e4higkeit bedeutet).<\/p>\n<p>Eine (in diesem Jahr beinahe an die obere Grenze des gesetzlich erlaubten gehende) sinnvolle Aufbesserung auf etwa 20 \u00b0KMW (100 \u00b0Oe) brachte dem Wein hingegen soviel Alkohol, da\u00df er schlie\u00dflich mit rund 13 Prozent abgef\u00fcllt werden konnte und weder in seiner Jugend zu alkoholbetont war, noch in seinem Alter weitmaschig oder d\u00fcnn erscheint.<\/p>\n<p><strong>Der Wein<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn es die meisten Jahrgangstabellen anders sehen war f\u00fcr mich der 98er Cabernet immer besser als der 97er und der 99er. Umso erstaunter war ich heute, als ich einen \u00e4u\u00dferst eleganten und wunderbar gereiften Cabernet im Glas hatte:<\/p>\n<p>Die Farbe ist nach gut sieben Jahren immer noch sehr dunkel und zeigt auch am Rand kaum Anzeichen von Reife.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung in der Nase war die Abwesenheit jeglicher unreifer, &#8222;gr\u00fcner&#8220; Aromen, wie ich sie &#8211; nicht aus der Erinnerung, sondern eher aus einer allgemein skeptischen Haltung heraus &#8211; bef\u00fcrchtet hatte. <\/p>\n<p>Stattdessen ist das Aroma gepr\u00e4gt von dunklen Beeren und den R\u00f6staromen des Holzes im Hintergrund. Dabei ist es zwar nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig konzentriert, sondern eher unspektakul\u00e4r, daf\u00fcr aber sehr angenehm. Die Flaschenreife ist nicht durch eine deutliche &#8222;Alterung&#8220; der Aromatik zu sp\u00fcren, sondern nur durch die fein verwobene Art der verschiedenen Nuancen.<\/p>\n<p>Diese Harmonie und die nicht allzu konzentrierte Art lassen den Wein sehr trinkreif erscheinen und deuten wohl auch auf ein nur noch eingeschr\u00e4nktes weiteres Entwicklungspotential hin.<\/p>\n<p>Auch am Gaumen zeigt der 99er Cabernet das gleiche Bild. F\u00fcr einen Cabernet ist er auffallend elegant (was nicht besch\u00f6nigend f\u00fcr &#8222;mangelnden K\u00f6rper&#8220; gemeint ist) mit einer sch\u00f6nen Harmonie von Fruchtaromatik, dezenten R\u00f6staromen, K\u00f6rper und Kraft. Wie die Aromatik wirkt auch das Tannin nicht unreif, deutet aber &#8222;solo&#8220; noch etwas die Strenge des Cabernet an.<\/p>\n<p>Zum Essen getrunken wirkte der Cabernet noch feiner und die Kombination von leicht s\u00fc\u00dflicher Beerenfrucht mit zarten R\u00f6staromen war wie gemacht f\u00fcr dieses Filetsteak.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich unl\u00e4ngst einem Cabernet-Freak alle unsere Cabernet-Jahrg\u00e4nge beschreiben wollte, ist mir aufgefallen, da\u00df ich von ziemlich allen Weinen ein halbwegs aktuelles Bild im Ged\u00e4chtnis habe au\u00dfer vom 97er und vom 99er. Grund genug, den 99er heute Mittag zum Filetsteak mit Heurigen (Kartoffeln) zu genie\u00dfen. Den 97er habe ich ja bereits im Rahmen unserer Tage &#8230; <a title=\"Cabernet Sauvignon 1999\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=278\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Cabernet Sauvignon 1999\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-278","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-glas"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=278"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/278\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}