{"id":276,"date":"2007-07-10T06:33:56","date_gmt":"2007-07-10T05:33:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=276"},"modified":"2007-07-11T13:10:39","modified_gmt":"2007-07-11T12:10:39","slug":"weinrallye-1-reif-fur-die-insel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=276","title":{"rendered":"Weinrallye 1 &#8211; Reif f\u00fcr die Insel"},"content":{"rendered":"<p><a href='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/07\/weinrallye-logo-gros-mit-text.jpg' title='Weinrallye'><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/07\/weinrallye-logo-gros-mit-text.jpg' alt='Weinrallye' \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Das Thema<\/strong><\/p>\n<p>Die erste deutschsprachige Wein(blog)rallye befa\u00dft sich nach dem <a href=\"http:\/\/winzerblog.de\/archiv\/weinrally-1-reif-fuer-die-insel-1006\/\">Vorschlag<\/a> des Winzerbloggers mit Weinen, die von einer Insel (Ausnahme Australien als Kontinent) stammen.<\/p>\n<p>Nach englischsprachigem <a href=\"http:\/\/www.winebloggingwednesday.org\/\">Vorbild<\/a> schreiben dabei so viele Weinblogger wie m\u00f6glich \u00fcber ein und das selbe Thema und beleuchten damit nicht nur die Vielfalt an Inselweinen, sondern zeigen mit ihrem jeweils ganz pers\u00f6nlichen Blog-Stil auch die unterschiedlichsten Herangehensweisen an das Thema Wein. (Winzerblogger Thomas hat mittlerweile auch alle Rallye-Beitr\u00e4ge samt Links <a href=\"http:\/\/winzerblog.de\/archiv\/weinrallye-1-reif-fuer-die-insel-zusammenfassung-1058\/\">zusammengefasst<\/a>.)<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Die Auswahl<\/strong><\/p>\n<p>Als Winzer hat man wohl eine etwas kleinere Auswahl an &#8222;fremden&#8220; Weinen im Keller als die meisten ambitionierten privaten Weinliebhaber. Und in der Weinregion und am Land ist die M\u00f6glichkeit sich in relativ kurzer Zeit einen passenden Inselwein zu besorgen auch eher eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Deshalb bereitete mir die Weinsuche f\u00fcr die Rallye anfangs einige Schwierigkeiten, zumal (wie <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=258\">hier<\/a> schon berichtet) meine gro\u00dfe Hoffnung, ein Urlaubsmitbringsel meiner Eltern aus Lanzarote, offenbar l\u00e4ngst seine Bestimmung gefunden hatte. Und eine Uralt-Rarit\u00e4t aus Korsika, die noch irgendwo im Keller existieren m\u00fc\u00dfte schien mir nicht gerade geeignet, um in diesem Rahmen besprochen zu werden.<\/p>\n<p>Als ich schon <a href=\"http:\/\/drinktank.blogg.de\/eintrag.php?id=1867#trackback\">alle<\/a> <a href=\"http:\/\/winzerblog.de\/archiv\/weinrally-1-reif-fuer-die-insel-1006\/\">m\u00f6glichen<\/a> Tipps studiert und m\u00f6gliche Bezugsquellen \u00fcberlegt hatte, kam mir dann der Zufall zu Hilfe und bescherte mir &#8222;meinen&#8220; Inselwein (von zwei Inseln, die die meisten bei ihren Blog-\u00dcberlegungen ganz vergessen haben).<\/p>\n<p><a href='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/montana.JPG' title='Marlborough Sauvignon blanc 2006, Montana Wines Ltd, New Zealand'><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/montana.JPG' alt='Marlborough Sauvignon blanc 2006, Montana Wines Ltd, New Zealand' \/><\/a><\/p>\n<p>Nun ist <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weinbau_in_Neuseeland\">Neuseeland als Weinland<\/a> nat\u00fcrlich nicht (mehr) ganz so kurios wie manch andere Insel (<a href=\"http:\/\/www.nzwine.com\/\">hier<\/a> die offizielle, englische Website), aber erw\u00e4hnenswert ist es allemal. Und die Geschichte, wie ich zu meinem Inselwein gekommen bin ist auch nicht ganz uninteressant.<\/p>\n<p><strong>Die Geschichte<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen meiner nebenberuflichen T\u00e4tigkeit f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.weinakademie.at\/\">Weinakademie \u00d6sterreich<\/a>, die gr\u00f6\u00dfte Weinausbildungsinstitution auf dem europ\u00e4ischen Festland, war ich am 12. Juni zum Vorkosten der Pr\u00fcfungsweine und zur Pr\u00fcfungsaufsicht bei der Diplompr\u00fcfung der angehenden Weinakademiker in Rust engagiert.<\/p>\n<p>Diese <a href=\"http:\/\/www.weinakademie.at\/diploma.php\">Ausbildung<\/a>, die vom <a href=\"http:\/\/www.wset.co.uk\/\">Wine and Spirit Education Trust<\/a> in London entwickelt wurde und via Weinakademie \u00d6sterreich in <a href=\"http:\/\/www.weinakademie.at\/diploma_rust.php\">Rust<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.weinakademie.at\/diploma_geisenheim.php\">Geisenheim<\/a> (D) und mittlerweile auch in <a href=\"http:\/\/www.weinakademie.at\/diploma_zuerich.php\">Z\u00fcrich<\/a> angeboten wird, umfa\u00dft theoretisches und praktisches Wissen \u00fcber alle Weine der Welt auf h\u00f6chstem Niveau und gilt als Vorstufe zum <a href=\"http:\/\/www.masters-of-wine.org\/\">Master of Wine<\/a>.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Brocken bis zum positiven Abschlu\u00df ist die Prufung zur sogenannten Unit 3, die am Vormittag zwei einst\u00fcndige Verkostungen mit jeweils sechs Weinen umfa\u00dft, und am Nachmittag 5 Theoriefragen in 4 Stunden. Da am 12. Juni auch die (kleineren) Pr\u00fcfungen zu den Themen Schaumwein, aufgespritete Weine (Sherry, Port und Co.) und Spirituosen abgehalten wurden, hatte ich alles in allem rund 60 Flaschen Wein vorzukosten &#8211; und das ab 7.30 Uhr in der Fr\u00fch!<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wurden die Pr\u00fcfungsweine, die \u00fcbrigens wie die Pr\u00fcfungsfragen auch weltweit ident sind, in neutrale Flaschen umgef\u00fcllt, aus denen sich die Teilnehmer bei Pr\u00fcfungsbeginn selbst einschenken mu\u00dften, damit sie f\u00fcr eventuelle Verwechslungen der Gl\u00e4ser auch selbst verantwortlich sind.<\/p>\n<p>Die Pr\u00fcfung fand weltweit am gleichen Tag statt. Da es durch die Zeitverschiebung ja zumindest die theoretische M\u00f6glichkeit gibt, die offizielle Weinliste nach Pr\u00fcfungsende in Rust noch rechtzeitig vor Pr\u00fcfungsbeginn den Kandidaten z.B. in den USA weiterzugeben, wurde diese erst einige Tage danach als <a href=\"http:\/\/www.weinakademie.at\/Weine_Unit3.pdf\">pdf<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Die Pr\u00fcfung bestand aus insgesamt 4 Serien mit je drei Weinen. Da die Ausbildung den Schwerpunkt beim Weinverkosten nicht auf das <del datetime=\"2007-07-09T19:06:41+00:00\">Erraten<\/del> Erkennen der Weine legt, sondern auf eine umfassende Beschreibung samt detailierter Qualit\u00e4ts- und Markteinsch\u00e4tzung, handelt es sich bei drei Serien &#8222;nur&#8220; um eine teilweise Blindverkostung.<\/p>\n<p>Die drei Weine dieser Serien stammten entweder aus einer Sorte und\/oder einem Weinbaugebiet und die Pr\u00fcfungskandidaten erhielten diese Information, ohne allerdings das Gebiet oder die Sorte genannt zu bekommen. Nur die letzte Serie war daher eine &#8222;echte&#8220; Blindverkostung, bunt gemischt mit einem rassigen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vinho_Verde\">Vinho Verde aus Portugal<\/a>, einem simplen, \u00fcberholzten Chardonnay aus Kalifornien und &#8222;meinem&#8220; Sauvignon aus Neuseeland.<\/p>\n<p><strong>Der Wein<\/strong><\/p>\n<p>Dem Anla\u00df entsprechend halte ich mich bei der Beschreibung an die Degustationscheckliste des WSET (auf Seite 54 dieser ausf\u00fchrlichen <a href=\"http:\/\/www.weinakademie.at\/Spezifikationen.pdf#search=%22wset%20checklist%20degustation%22\">Pdf-Beschreibung<\/a> der Diplomseminarinhalte), die versucht, nicht nur (Frucht-)Vergleiche f\u00fcr die Aromatik zu finden, sondern auch die wichtigen und etwas weniger subjektiven &#8222;Eckdaten&#8220; des Weines zu beschreiben. (Eine interessante <a href=\"http:\/\/www.talk-about-wine.de\/topic.asp?TOPIC_ID=825&#038;whichpage=1\">Diskussion<\/a> \u00fcber die Weinsprache gibt es \u00fcbrigens im Moment mit einem <a href=\"http:\/\/www.talk-about-wine.de\/topic.asp?TOPIC_ID=825&#038;whichpage=10\">Beitrag von mir<\/a> bei Talk-about-wine.)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.montana.co.nz\/wines\/classic_msauvb2006.html\">Marlborough Sauvignon blanc 2006<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.montana.co.nz\/index2.html?countrylda=18&#038;day=7&#038;month=10&#038;year=1969&#038;_send_date_=Enter\">Montana<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.montana.co.nz\/winenz\/index.html\">Neuseeland<\/a><\/p>\n<p>Aussehen:<br \/>\nklar, helles gr\u00fcnliches Gelb, mittlere Schlierenbildung, ganz leichtes CO2 beim Einschenken<\/p>\n<p>Geruch:<br \/>\nsauber, jugendlich und intensiv, dominante Fruchtaromen nach Stachelbeeren, schwarzen Johannisbeeren und reifen tropischen Fr\u00fcchten; dahinter ganz leichte &#8222;gr\u00fcne&#8220; Elemente, aber dennoch eher einfach und wenig komplex; kein Holzeinsatz erkennbar; wirkt sehr sauber, fruchtig und aromatisch, aber auch eindimensional und &#8222;gemacht&#8220;<\/p>\n<p>Geschmack:<br \/>\ntrocken, m\u00f6glicherweise mit ein paar Gramm Restzucker; rassige S\u00e4ure, die die beinahe kitschigen Fruchtaromen etwas im Zaum h\u00e4lt; hinter der \u00fcppigen Fruchtigkeit ein eher schlanker K\u00f6rper, der Wein wirkt auch am Gaumen eher simpel (wenn auch gekonnt) gestrickt; mittlerer bis kr\u00e4ftiger Alkohol (13%), den der Wein gerade noch einbinden kann, eher kurzer, von eindimensionalen Fruchtaromen und auch etwas vom Alkohol gepr\u00e4gter Abgang<\/p>\n<p>Schlu\u00dffolgerung:<br \/>\nEin Wein von einfacher bis mittlerer Qualit\u00e4t, sauber und gekonnt gemacht, nicht unharmonisch aber doch sehr vordergr\u00fcndig von simplen, beinahe k\u00fcnstlich wirkenden Fruchtaromen gepr\u00e4gt. Der Wein ist trinkreif, hat keinerlei Potential zur Weiterentwicklung und sollte daher in sp\u00e4testens ein bis zwei Jahren getrunken sein.<\/p>\n<p>Nicht das Neuseeland (beim Sauvignon, aber auch beim Pinot noir und wahrscheinlich auch beim Riesling) nicht mehr k\u00f6nnte als das. Aber trotzdem ist dieser Wein durchaus typisch f\u00fcr seine Herkunft: <\/p>\n<p>Neuseeland hat sich sehr gut als (Sauvignon-)Land mit frucht- und durchaus s\u00e4urebetonten Weinen ohne Holzeinsatz profiliert und damit nach der Holz-Chardonnay-Welle aus Kalifornien und Australien den Nerv der Zeit getroffen. Dabei verleugnet man keineswegs, da\u00df man ein Neue-Welt-Weinland ist, das sich nicht scheut, mit einfach und leicht zu erschmeckenden (f\u00fcr Weinfreaks aber eher \u00fcbertrieben oder banal wirkenden) Weinen in gro\u00dfer St\u00fcckzahl und gutem Marketing gutes Geld zu verdienen.<\/p>\n<p>Oberfl\u00e4chlichen Preisrecherchen zufolge d\u00fcrfte dieser Wein etwa zwischen sieben und zehn Euro kosten. (\u00dcbrigens: Die Recherche hat auch mehrere voneinander abweichende Angaben \u00fcber S\u00e4ure und Restzuckergehalt des 2006ers erbracht, was ein Indiz daf\u00fcr sein k\u00f6nnte, da\u00df es mehrere Abf\u00fcllungen davon gibt, die sich in Stil und Qualit\u00e4t aber wohl nicht grundlegend unterscheiden werden.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema Die erste deutschsprachige Wein(blog)rallye befa\u00dft sich nach dem Vorschlag des Winzerbloggers mit Weinen, die von einer Insel (Ausnahme Australien als Kontinent) stammen. 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