{"id":264,"date":"2007-06-22T20:53:01","date_gmt":"2007-06-22T19:53:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=264"},"modified":"2007-06-22T21:18:32","modified_gmt":"2007-06-22T20:18:32","slug":"ab-gipfeln-wipfeln-oder-entspitzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=264","title":{"rendered":"(Ab-)gipfeln, Wipfeln oder Entspitzen"},"content":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter werden die Triebe in den meisten Weing\u00e4rten zu lang f\u00fcr den durch das Erziehungssystem vorgegebenen Platz. Sp\u00e4testens dann m\u00fcssen sie maschinell oder von Hand eingek\u00fcrzt werden, bevor sie der Wind abbricht oder sie sich durch ihr Gewicht nach unten senken und den Bl\u00e4ttern und Trauben darunter Schatten machen.<\/p>\n<p>In Weing\u00e4rten wie den unseren, die eine Drahtrahmenerziehung aufweisen und deren Triebe von Hand (oder auch maschinell) zum Gro\u00dfteil in diesen Drahtrahmen eingestrickt werden, kann das Entspitzen gut maschinell erfolgen (sofern das Gel\u00e4nde es zul\u00e4\u00dft).<\/p>\n<p><a href='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/laubschneider1.jpg' title='Laubschneider'><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/laubschneider1.jpg' alt='Laubschneider' \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Unser Laubschneider funktioniert \u00e4hnlich wie das M\u00e4hwerk eines Rasenm\u00e4hers. Die schnell rotierenden Messer schneiden alle Triebe ab, die sich ihnen in den Weg stellen.<\/p>\n<p><a href='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/laubschneider2.jpg' title='Funktionsprinzip Laubschneider'><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/laubschneider2.jpg' alt='Funktionsprinzip Laubschneider' \/><\/a><\/p>\n<p>Um trotz dieser unselektiven Funktionsweise qualit\u00e4tsorientiert mit dem Laubschneider arbeiten zu k\u00f6nnen mu\u00df man mehrere Dinge beachten:<\/p>\n<ol>Die Reben m\u00fcssen weitgehend in den Drahtrahmen eingestrickt sein und nicht ungeordnet seitlich abstehen oder heraush\u00e4ngen. Damit vermeidet man, da\u00df die unteren Messer des Laubschneiders solche Triebe viel zu kurz abschneiden und konzentriert die Arbeit des Ger\u00e4tes auf den oberen Querbalken.<\/p>\n<p>Die H\u00f6he des Laubschnittes richtet sich nach dem Erziehungssystem und den (meist durch den Wind vorgegebenen) statischen M\u00f6glichkeiten. Idealerweise erfolgt der erste Laubschnitt etwas niedriger als der zweite, damit man beim zweiten Mal nicht jene jungen, leistungsf\u00e4higen Bl\u00e4tter wegschneiden mu\u00df, die nach dem ersten Laubschnitt oben (gut besonnt!) gewachsen sind.<\/p>\n<p>Das Entspitzen der Triebe sollte zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Diesen zu erwischen ist mit dem leitstungsf\u00e4higen Laubschneider leichter als mit zeitaufreibender Handarbeit. Sind die Triebe noch nicht lang genug, mu\u00df man sie entweder sehr (zu) kurz abschneiden, um den Gro\u00dfteil zu erwischen oder die Arbeit relativ bald wiederholen, um die nachwachsenden ungek\u00fcrzten Triebe auch eink\u00fcrzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Trotzdem ist es im Zweifelsfall besser zu fr\u00fch als zu sp\u00e4t zu arbeiten. Sind die Triebe n\u00e4mlich zu lang, senken sie sich durch ihr Eigengewicht und werden dann oft nicht mehr vom Laubschneider erfa\u00dft. Au\u00dferdem hat der Rebstock zu diesem Zeitpunkt bereits unn\u00f6tig viel Energie in jene Triebe investiert, die dann weggeschnitten werden.<\/ol>\n<p>Beim Wipfeln geht es n\u00e4mlich nicht darum, m\u00f6glichst viel wegzuschneiden. Um den gew\u00fcnschten Effekt zu erreichen gen\u00fcgt es eigentlich schon die Triebspitze (also etwa einen Zentimeter) zu entfernen. Ohne Triebspitze konzentriert die Rebe ihre Wuchskraft n\u00e4mlich nicht mehr nur auf einen Vegetationspunkt (&#8222;Spitzenf\u00f6rderung&#8220;), sondern verteilt sie auf die Trauben und viele kleine Seitentriebe (die sogenannten Geiztriebe).<\/p>\n<p>Die Geiztriebe wachsen aus den Blattachseln des Haupttriebes und werden im Bereich der Trauben meist h\u00e4ndisch entfernt, um mehr Luft und Licht zu den Trauben zu lassen. Im oberen Bereich der Laubwand erf\u00fcllen die Geiztriebe aber gerade im qualit\u00e4tsorientierten Weinbau eine wichtige Funktion.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Bl\u00e4tter des Haupttriebes n\u00e4mlich zur Reifezeit der Trauben schon relativ alt und nicht mehr besonders leistungsf\u00e4hig sind, stehen die Bl\u00e4tter der (sp\u00e4ter gewachsenen) Geiztriebe im August und September am H\u00f6hepunkt ihrer Leistungsf\u00e4higkeit. Sie produzieren also den Hauptanteil des Zuckers (und aller daraus gebildeter Traubeninhaltsstoffe), der hochreife Trauben von weniger reifen unterscheidet.<\/p>\n<p>Geiztriebe k\u00f6nnen selbst auch kleine Trauben tragen. Diese entwickeln sich aber naturgem\u00e4\u00df sp\u00e4ter als die &#8222;Haupttrauben&#8220; und erreichen daher in den meisten Jahren keine zufriedenstellende Reife.<\/p>\n<p>Idealerweise sieht man gerade beim ersten Laubschnitt den Unterschied zwischen davor und danach erst auf den zweiten Blick (nicht nur wegen der bescheidenen Fotoqualit\u00e4t \ud83d\ude09 ):<\/p>\n<p><a href='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/laubschnitt-vorher2.jpg' title='Vor dem Laubschnitt'><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/laubschnitt-vorher2.jpg' alt='Vor dem Laubschnitt' \/><\/a><\/p>\n<p><a href='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/laubschnitt-nachher2.jpg' title='Nach dem ersten Laubschnitt'><img src='https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/laubschnitt-nachher2.jpg' alt='Nach dem ersten Laubschnitt' \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter werden die Triebe in den meisten Weing\u00e4rten zu lang f\u00fcr den durch das Erziehungssystem vorgegebenen Platz. 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