{"id":2617,"date":"2010-04-06T22:09:58","date_gmt":"2010-04-06T21:09:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=2617"},"modified":"2010-04-06T22:09:58","modified_gmt":"2010-04-06T21:09:58","slug":"quo-vadis-blaufrankisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=2617","title":{"rendered":"Quo vadis, Blaufr\u00e4nkisch?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1244\" style=\"border: 0px;\" title=\"Foto: Wein Burgenland\/Lukan\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/rotweinbeere-komprimiert.jpg\" alt=\"Rotweinbeere, Foto: Wein Burgenland\/Lukan\" \/><\/p>\n<p>Seit zwei, drei Jahren ist die durchaus wechselhafte j\u00fcngere heimische Rotweingeschichte um eine Facette reicher. Nach den unreif-holz\u00fcberladenen Blaufr\u00e4nkischen der 1980er, den tannin\u00fcberladenen Cabernets der 1990er und den weichgesp\u00fclten, aber auf h\u00f6herem Niveau oft immer noch holz\u00fcberladenen Cuv\u00e9es der 2000er-Jahre findet man heutzutage immer \u00f6fter eine neue Stilrichtung der Sorte Blaufr\u00e4nkisch\u00a0auf den Siegertreppchen der einschl\u00e4gigen Publikationen.<\/p>\n<p>Wie in <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1240\">dieser<\/a> Blaufr\u00e4nkisch-Chronologie bereits angedeutet, handelt es sich dabei um Weine, die von ihren Produzenten sehr bewu\u00dft als avantgardistische Gegenbewegung zum Mainstream in Szene gesetzt, und von den Meinungsmachern der Branche offenbar gerne angenommen werden.<\/p>\n<p>Um dem neuen, gerne &#8222;mineralisch&#8220; genannten Geschmacksbild zu entsprechen, streben die Trendsetter unter den Winzern bei ihren Blaufr\u00e4nkischen vergleichsweise moderate Alkoholgehalte, mitunter auffallend hohe S\u00e4urewerte und kaum wahrnehmbare Eichenholzaromen an.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist mir diese Entwicklung nicht verborgen geblieben, aber erst vor einigen Tagen hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit, mehrere dieser preisgekr\u00f6nten Weine im Vergleich zu anderen pr\u00e4mierten heimischen Rotweinen des Jahrgangs 2007 zu verkosten. Meine Bilanz fiel, um es gleich vorweg zu sagen, einigerma\u00dfen ern\u00fcchternd aus.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dabei stehe ich &#8211; um Kritik aus dieser Richtung gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen &#8211; dieser Interpretation des Blaufr\u00e4nkisch grunds\u00e4tzlich durchaus positiv gegen\u00fcber. Ich bin gerne bereit mich damit auseinanderzusetzen und lehne sie, im Unterschied zu manchen Kollegen, nicht aus ideologischen Gr\u00fcnden pauschal (und mit zum Teil \u00e4u\u00dferst polemischen Formulierungen) ab.<\/p>\n<p>Auch wenn es einem die neuen Blaufr\u00e4nkischen nicht leicht machen, habe ich nach bestem Wissen und Gewissen versucht, Feinheit und Eleganz nicht mit einem Mangel an Konzentration zu verwechseln, eine lebendige Struktur nicht mit dem f\u00fcr unreife Trauben typischen S\u00e4uregehalt, und ein subtiles Spiel der Aromen nicht\u00a0mit einem Mangel an Ausdrucksst\u00e4rke.<\/p>\n<p>Nicht immer bin ich an diesem Unterfangen gescheitert, und umso mehr war ich \u00fcber die durchwegs hohen Medienbewertungen jener Weine verbl\u00fcfft, die f\u00fcr mich doch recht eindeutig auf jeweils letzteres schlie\u00dfen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Aber auch die wenigen f\u00fcr mich gut gelungenen Exemplare der neuen Welle lie\u00dfen mich einigerma\u00dfen ratlos zur\u00fcck. Ist es wirklich nicht m\u00f6glich, herkunftsgepr\u00e4gte, eigenst\u00e4ndige Blaufr\u00e4nkische zu keltern, die nicht \u00e4u\u00dferst gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig riechen und\/oder mit ihrem S\u00e4uregehalt vielen Wei\u00dfweinen den Rang ablaufen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit zwei, drei Jahren ist die durchaus wechselhafte j\u00fcngere heimische Rotweingeschichte um eine Facette reicher. 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