{"id":26,"date":"2006-08-08T23:52:57","date_gmt":"2006-08-08T21:52:57","guid":{"rendered":"http:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=26"},"modified":"2006-08-27T22:34:03","modified_gmt":"2006-08-27T20:34:03","slug":"opul-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=26","title":{"rendered":"\u00d6PUL 2007"},"content":{"rendered":"<p>Das <strong>\u00f6<\/strong>sterreichische <strong>P<\/strong>rogramm f\u00fcr eine <strong>u<\/strong>mweltschonende <strong>L<\/strong>andwirtschaft (oder so \u00e4hnlich) ist die praktische Umsetzung des politischen Gedankens, da\u00df\u00a0die Bauern mit einer schonenden und nachhaltigen Wirtschaftsweise einen Zusatznutzen zur reinen Nahrungsmittelproduktion erbringen, der von der Allgemeinheit nach kontrollierten Richtlinien honoriert wird.<\/p>\n<p>Da die landwirtschaftliche Produktion in Zeiten des weltweiten Trends zur Marktliberalisierung immer weniger direkt gef\u00f6rdert wird (nicht zuletzt, um keinerlei Anreize zur \u00dcberproduktion angesichts ohnehin voller Lager zu bieten) und die Produktpreise f\u00fcr Milch, Getreide, Zucker und Fleisch kaum ein gewinnbringend sind, ist das \u00d6PUL eine der wichtigsten Eink\u00fcnfte f\u00fcr \u00d6sterreichs Bauern.<!--more--><\/p>\n<p>Die F\u00f6rdergelder daf\u00fcr stammen zum Teil aus dem \u00f6sterreichischen Agrarbudget, zum Teil aber auch aus dem EU-Agrarressort, weshalb die l\u00e4nderweise unterschiedlich strukturierten F\u00f6rderungprogramme von Br\u00fcssel\u00a0genehmigt werden m\u00fcssen. \u00d6sterreich war dabei bisher recht erfolgreich und konnte Bedingungen aushandeln, die einerseits f\u00fcr die Mehrzahl der Landwirte praktikabel waren und von diesen\u00a0auch umgesetzt wurden (so hat \u00d6sterreich den gr\u00f6\u00dften Anteil an Biobauern in der EU), die andererseits aber auch den EU-Vorgaben entsprachen, um m\u00f6glichst viele F\u00f6rdergelder lukrieren zu k\u00f6nnen. Aus diesem Grund erh\u00e4lt die heimische Landwirtschaft dramatisch mehr Umweltf\u00f6rderungen, als ihr nach ihrem Anteil an der EU-Gesamtfl\u00e4che zustehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die bis ins heurige Fr\u00fchjahr unklare Situation um das k\u00fcnftige EU-Budget (Einigung der Regierungschefs Ende 2005, Beschlu\u00dfkompromi\u00df im EU-Parlament unter \u00f6sterreichischem EU-Vorsitz im Fr\u00fchjahr) hat die \u00d6PUL-Planer vor ziemliche Probleme gestellt. Um Zeit zu gewinnen wurde zuerst das \u00d6PUL 2000, das 2005 enden sollte mit einem Kunstkniff um ein Jahr verl\u00e4ngert und in der Zwischenzeit ein Entwurf f\u00fcr die n\u00e4chste Periode bis 2013 erarbeitet. Dieser Entwurf, der heute bei einer Informationsveranstaltung der Landwirtschaftskammer vorgestellt wurde kommt gerade rechtzeitig, wenige Wochen vor dem Herbstanbau und den Abgabeterminen f\u00fcr die F\u00f6rderantr\u00e4ge, mu\u00df aber erst noch in Br\u00fcssel eingereicht und genehmigt werden.<\/p>\n<p>Die heimischen Landwirte m\u00fcssen daher entweder heuer im Herbst F\u00f6rderma\u00dfnahmen beantragen und damit Verpflichtungen eingehen,\u00a0die sich im Detail noch \u00e4ndern k\u00f6nnen. Oder sie verzichten auf ein F\u00f6rderjahr und steigen erst im Herbst 2007 in das Programm ein.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr den Weinbau gibt es seit 1995 F\u00f6rderungen aus dem \u00d6PUL-Programm. Bei der <strong>k<\/strong>ontrollierten <strong>i<\/strong>ntegrierten <strong>P<\/strong>roduktion verpflichtet sich der Weinbauer zu einem naturnahen Weinbau, der versucht wirtschaftliche Notwendigkeiten mit der Schonung der Natur zu verbinden. Das beinhaltet eine nachhaltige Bodenbearbeitung, vorbeugenden Pflanzenschutz durch z.B. eine m\u00f6glichst lockere Laubwand um Pilzkrankheiten zu vermeiden und eine genaue Beobachtung der Sch\u00e4dlinge und der Witterungsbedingungen mit Kleinwetterstationen, um den Pflanzenschutz m\u00f6glichst gezielt betreiben zu k\u00f6nnen. Die Auswahl der\u00a0Pflanzenschutzmittel, die verwendet werden d\u00fcrfen ist genau festgelegt und zum Teil eingeschr\u00e4nkt auf eine bestimmte Anzahl von Behandlungen oder auf einen Einsatz nur nach einem genau dokumentierten Auftreten eines bestimmten Sch\u00e4dlings.<\/p>\n<p>Auch die D\u00fcngung ist sehr genau geregelt und wenn sich\u00a0der Winzer zus\u00e4tzlich zur KIP zum Erosionsschutz im Weinbau verpflichtet, dann ist je nach Hangstufe auch eine Begr\u00fcnung der Rebreihen von 1. November bis 30. April oder\u00a0ganzj\u00e4hrig vorgeschrieben. Verpflichtende Aufzeichnungen \u00fcber alle Ma\u00dfnahmen und stichprobenartige Vor-Ort-Kontrollen (inklusive Blattproben, um im Labor die tats\u00e4chlich verwendeten Pflanzenschutzmittel zu ermitteln) stellen sicher, da\u00df es zu keinem F\u00f6rderungsbetrug in gr\u00f6\u00dferem Ausma\u00df kommen kann. Biologisch wirtschaftende Betriebe erhalten f\u00fcr die strengeren Richtlinien einen erh\u00f6hten F\u00f6rdersatz.<\/p>\n<p>Die F\u00f6rders\u00e4tze im \u00d6PUL 2007 betragen voraussichtlich \u20ac 400,- pro Hektar f\u00fcr die KIP und \u20ac 125,- pro Hektar f\u00fcr den Erosionsschutz bzw. den Schutz vor N\u00e4hrstoffauswaschung ins Grundwasser in der Ebene und in Flachen Hanglagen. In steileren Lagen ist der F\u00f6rdersatz h\u00f6her.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das \u00f6sterreichische Programm f\u00fcr eine umweltschonende Landwirtschaft (oder so \u00e4hnlich) ist die praktische Umsetzung des politischen Gedankens, da\u00df\u00a0die Bauern mit einer schonenden und nachhaltigen Wirtschaftsweise einen Zusatznutzen zur reinen Nahrungsmittelproduktion erbringen, der von der Allgemeinheit nach kontrollierten Richtlinien honoriert wird. 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