{"id":2356,"date":"2010-02-14T23:24:29","date_gmt":"2010-02-14T22:24:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=2356"},"modified":"2010-02-14T23:31:46","modified_gmt":"2010-02-14T22:31:46","slug":"2356","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=2356","title":{"rendered":"Von Vorgestern"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2357\" style=\"border: 0px;\" title=\"Schnittholz\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Edelreiser-4-bearbeitet.jpg\" alt=\"Edelreiser 4 bearbeitet\" width=\"508\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Edelreiser-4-bearbeitet.jpg 508w, https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Edelreiser-4-bearbeitet-300x163.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><\/p>\n<p>Das nachhaltigste Resultat meiner Fachausbildung ist ein \u00fcberwiegend kritisches Verh\u00e4ltnis zu sehr vielen g\u00e4ngigen Lehrmeinungen in Sachen Weinbau und Kellerwirtschaft. Diese Skepsis beruht auf zwei eigentlich v\u00f6llig gegens\u00e4tzlichen Ph\u00e4nomenen, von denen die Fachliteratur nur so strotzt.<\/p>\n<p>Entweder werden bestimmte Lehrs\u00e4tze \u00fcber Jahrzehnte unhinterfragt und ohne Ber\u00fccksichtigung der sich \u00e4ndernden Umst\u00e4nde immer und immer wieder abgeschrieben und wiederholt. Oder sie werden alle 20 oder 30 Jahre mehr oder weniger pauschal verdammt und durch v\u00f6llig gegenteilige Empfehlungen ersetzt.<\/p>\n<p>Ein sch\u00f6nes Beispiel f\u00fcr ersteres flatterte uns vor zwei Wochen\u00a0in Form einer einschl\u00e4gigen Publikation ins Haus.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In einem Artikel \u00fcber den <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=461\">Rebschnitt<\/a> wurden darin n\u00e4mlich weitgehend unhinterfragt die gleichen Angaben zur Schnittl\u00e4nge gemacht, die in den 1960er- und 70er-Jahren empfohlen wurden.<\/p>\n<p>W\u00fcrde man aber in einem zeitgem\u00e4\u00df bewirtschafteten Weingarten tats\u00e4chlich so viele Augen (Knospen) pro Quadratmeter belassen, k\u00f6nnte man z.B. bei Blaufr\u00e4nkisch oder Zweigelt wohl 15.000 bis 20.000 kg Trauben pro Hektar ernten, was bis Ende der 1980er-Jahre zwar nicht qualitativ, sehrwohl aber wirtschaftlich durchaus sinnvoll sein konnte.<\/p>\n<p>Heutzutage k\u00e4me man damit aber nicht nur mit dem gesetzlichen Hektarh\u00f6chstertrag f\u00fcr Qualit\u00e4tswein von 9.000 kg (!) sondern auch mit den Anspr\u00fcchen der allermeisten Konsumenten in Konflikt. Und nachdem sich das Fa\u00dfweinpreisniveau f\u00fcr Weine aus Massenertr\u00e4gen derzeit bei 20 bis 40 Cent pro Liter bewegt, lie\u00dfe sich auch \u00fcber die Masse nicht wirklich Geld verdienen.<\/p>\n<p>Lustig ist bei derartigen Angaben immer auch der Hinweis, beim Schneiden m\u00f6glichst solche Triebe als Fruchtholz auszuw\u00e4hlen, die aus zweij\u00e4hrigem Holz entspringen. Die sind n\u00e4mlich angeblich fruchtbarer und erbringen mehr und gr\u00f6\u00dfere Trauben.<\/p>\n<p>Von denen in vielen F\u00e4llen sp\u00e4ter mit enormem Arbeitsaufwand im Zuge des <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=293\">Ausd\u00fcnnens<\/a> die H\u00e4lfte oder gar zwei Drittel weggeschnitten werden (m\u00fcssen), bevor die Reife einsetzt&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das nachhaltigste Resultat meiner Fachausbildung ist ein \u00fcberwiegend kritisches Verh\u00e4ltnis zu sehr vielen g\u00e4ngigen Lehrmeinungen in Sachen Weinbau und Kellerwirtschaft. 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