{"id":203,"date":"2007-03-26T12:21:46","date_gmt":"2007-03-26T11:21:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=203"},"modified":"2007-08-19T23:11:40","modified_gmt":"2007-08-19T22:11:40","slug":"weingarten-restaurierung-version-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=203","title":{"rendered":"Weingarten-Restaurierung, Version 2"},"content":{"rendered":"<p>Wie ich vor ein paar Tagen in der ersten Version diese Beitrages <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=202\">hier<\/a> beschrieben habe, sind wir gerade dabei, einen alten, zugekauften Weingarten zu &#8222;restaurieren&#8220;.<\/p>\n<p>Anders als in der fiktiven (und nicht ganz ironiefreien) Presseaussendung im zweiten Teil dieses Beitrages dargestellt, hat die M\u00fche, die wir uns dabei machen relativ profane Gr\u00fcnde:<!--more--><\/p>\n<p><strong>Das Grundst\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>Der urspr\u00fcngliche Besitzer des Weingartens hat mit dem <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=156\">hier<\/a> von mir beschriebenen Ende der M\u00f6rbischer Winzergenossenschaft seine einzige Traubenverkaufsperspektive verloren und war, wie viele andere M\u00f6rbischer Kleinst- und Nebenerwerbswinzer bereit seinen Weingarten zu verkaufen.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns bot sich damit die Chance, eine unserer knapp 30 Parzellen von einem Viertelhektar auf ein halbes Hektar zu verdoppeln und damit unsere interne Betriebsstruktur wieder ein klein wenig zu verbessern. Da wir kein dramatisch expandierender Betrieb sind, geht es uns beim Kauf von Grundst\u00fccken nicht um eine Steigerung der Rebfl\u00e4che, sondern vor allem um eine Optimierung der Bewirtschaftung.<\/p>\n<p>Vor etwa 30 Jahren, als meine Eltern die Grundst\u00fccke von ihren Eltern \u00fcbernahmen, verteilten sich unsere knapp 10 Hektar Rebfl\u00e4che n\u00e4mlich auf rund 60 Parzellen. Seither haben sie es vor allem \u00fcber Grundst\u00fcckstausch, aber auch \u00fcber Zu- und gelegentlich Verkauf von Weing\u00e4rten geschafft, bei gleichbleibender Fl\u00e4che die Zahl der Parzellen auf knapp 30 zu halbieren. Das ist immer noch recht viel, bedeutet aber bereits eine sp\u00fcrbare Erleichterung der Bearbeitung.<\/p>\n<p>Die Lage Goldberg, in der wir mit mehreren Parzellen vertreten sind, z\u00e4hlt zu unseren besten Rieden. (Wie in der fiktiven Presseaussendung beschrieben ist der Goldberg tats\u00e4chlich ein Osthang am Waldrand mit sandig-lehmigem Boden auf Schiefer-Untergrund.) Eine Erweiterung der Fl\u00e4che in dieser Lage erscheint uns deshalb sehr sinnvoll, zumal der Grundst\u00fcckspreis in M\u00f6rbisch im Vergleich zu anderen Gemeinden aus verschiedenen Gr\u00fcnden vergleichsweise niedrig ist. Das erworbene Grundst\u00fcck erg\u00e4nzt in der Form unsere Parzelle optimal und erleichtert so eine k\u00fcnftige gemeinsame Neuauspflanzung.<\/p>\n<p><strong>Der Weingarten<\/strong><\/p>\n<p>Im Normalfall sind die Weing\u00e4rten, die wir beim Grundst\u00fcckstausch oder -kauf erwerben reif f\u00fcr die Rodung. Fast immer sind sie schlecht gepflegt, das Unterst\u00fctzungsger\u00fcst ist desolat, Erziehungssystem und Pflanzweite entsprechen nicht den heutigen Anforderungen und die Sorte pa\u00dft nicht in unser Sortiment oder steht auf dem falschen Platz.<\/p>\n<p>Auch im konkreten Fall war der Weingarten in keinem besonders guten Zustand und die Reihenbreite l\u00e4\u00dft eine Bearbeitung mit unserem ohnehin recht schmalen Traktor nur relativ knapp zu. Trotzdem haben wir uns daf\u00fcr entschieden, den Weingarten weiter zu bewirtschaften und daf\u00fcr sinnvollerweise zu &#8222;restaurieren&#8220;. Aus folgenden, recht praktischen Gr\u00fcnden:<\/p>\n<p>Eine Neuauspflanzung macht aus Sicht einer optimierten Pflanzdichte nur gemeinsam mit unserem bestehenden Weingarten Sinn. Der ist aber erst 15 Jahre alt und soll noch wenigstens 20 Jahre lang gute Cabernet Sauvignons liefern. Ein Hinausz\u00f6gern der Rodung der neuen Parzelle er\u00f6ffnet also die Chance, auf einen einheitlichen Weingarten in der n\u00e4chsten Generation.<\/p>\n<p>Die Sorte Gr\u00fcner Veltliner hat in unserem Betrieb durchaus Zukunft, auch wenn die burgenl\u00e4ndischen Veltliner innerhalb \u00d6sterreichs immer noch mit manchen Vorurteilen zu k\u00e4mpfen haben. Wir haben uns heuer daf\u00fcr entschieden, im Bereich der leichteren (Einstiegs-)Wei\u00dfweine nur noch einen Veltliner anzubieten und keinen Welschriesling mehr abzuf\u00fcllen. <\/p>\n<p>Da wir im Moment nur zwei Veltliner-Weing\u00e4rten bewirtschaften (von denen einer in einer frostgef\u00e4hrdeten Lage steht und \u00fcber 30 Jahre alt ist), ist eine Erweiterung unserer Veltliner-Fl\u00e4che kein Nachteil.<\/p>\n<p>Der auf den ersten Blick verwahrlost aussehende Weingarten war bei n\u00e4herer Betrachtung durchaus ausbauf\u00e4hig. Die Reben sind zwar \u00e4u\u00dferst schwach gewachsen, wirken davon abgesehen aber durchaus vital und im ganzen Weingarten fehlt kaum ein Stock. Da wir den Weingarten seit Jahren kennen, ist uns sein Hauptproblem (Trockenstre\u00df und zum Teil erst dadurch hervorgerufener N\u00e4hrstoffmangel) bekannt.<\/p>\n<p>Dagegen l\u00e4\u00dft sich aber relativ einfach vorgehen: Mit einer vern\u00fcnftigen, an den Boden, den Entwicklungszustand der Rebe und den Niederschlag angepa\u00dfte Bodenbarbeitung sowie einer bedarfsorientierten, geringf\u00fcgigen D\u00fcngung nach einer Untersuchung der Bodenn\u00e4hrstoffe.<\/p>\n<p>Unter diesen Gesichtspunkten macht eine &#8222;Restaurierung&#8220; auch Sinn, wenn man keinen biodynamischen, spontanvergorenen Terroir-Veltliner keltern m\u00f6chte. Mal sehen, ob wir die Reben richtig eingesch\u00e4tzt haben. Ich werde \u00fcber die weitere Entwicklung berichten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ich vor ein paar Tagen in der ersten Version diese Beitrages hier beschrieben habe, sind wir gerade dabei, einen alten, zugekauften Weingarten zu &#8222;restaurieren&#8220;. 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