{"id":202,"date":"2007-03-23T22:53:35","date_gmt":"2007-03-23T21:53:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=202"},"modified":"2007-03-26T12:52:38","modified_gmt":"2007-03-26T11:52:38","slug":"weingarten-restaurierung-version-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=202","title":{"rendered":"Weingarten-Restaurierung, Version 1"},"content":{"rendered":"<p>Vor einigen Wochen konnten wir in einer unserer besten Lagen, dem M\u00f6rbischer Goldberg eine Nachbarparzelle kaufen, die von ihrem Besitzer in den letzten Jahren nur mehr recht notd\u00fcrftig gepflegt worden war. <\/p>\n<p>Aus verschiedenen Gr\u00fcnden entschieden wir uns nach dem Kauf anders als sonst in solchen F\u00e4llen daf\u00fcr, den Weingarten nicht zu roden, sondern zu &#8222;restaurieren&#8220;.<!--more--><\/p>\n<p>In den letzten Tagen haben wir zu diesem Zweck zahlreiche morsche Holzpf\u00e4hle des Drahtrahmens entfernt und durch neue ersetzt, die Verankerungen des Drahtrahmens am Ende der Reihen erneuert, alle Holzstecken bei den Rebst\u00e4mmen durch Metallst\u00e4be ersetzt, diese am Drahtrahmen fixiert und daran die nicht immer besonders gerade gewachsenen St\u00e4mme ausgerichtet und festgebunden.<\/p>\n<p>Nach diesen Arbeiten sieht der ganze Weingarten wieder sehr gerade und exakt aus. F\u00fcr eine maschinelle Bearbeitung ist das unerl\u00e4\u00dflich, um Verletzungen der Rebst\u00f6cke zu vermeiden. Zumal es sich um sehr schmale Rebzeilen handelt, die wir mit unseren Ger\u00e4ten gerade noch bearbeiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Wochen werden wir den seit Jahren auch unter den St\u00f6cken begr\u00fcnten Boden umbrechen und damit eine Mobilisierung der in den Gr\u00fcnpflanzen (Problemunkraut Quecke vulgo Baier) fixierten N\u00e4hrstoffe bewirken. Zus\u00e4tzlich werden wir wahrscheinlich eine ma\u00dfvolle D\u00fcngung durchf\u00fchren, da die Reben zuletzt wegen N\u00e4hrstoff- und Wassermangel (durch die Begr\u00fcnung w\u00e4hrend der trockenen Sommermonate) nur sehr k\u00fcmmerliche Triebe (und Trauben) entwickelt haben.<\/p>\n<p>Diese Ma\u00dfnahmen sollten nach unseren Erfahrungen\/Erwartungen noch in diesem Jahr die Lebensgeister in den sehr schwachen Rebst\u00f6cken wecken, ein vern\u00fcnftiges Wachstum mit gen\u00fcgend Bl\u00e4ttern bewirken und einen qualitativ und quantitativ zufriedenstellenden Ertrag im Herbst.<\/p>\n<p>Winzerkollegen mit professionellen PR-Beratern w\u00fcrden daraus wohl folgende Presseaussendung basteln:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Zur\u00fcck zu den Wurzeln<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Burgenland heute vor allem f\u00fcr seine Rot- und S\u00fc\u00dfweine bekannt ist, h\u00e4lt Bernhard Fiedler vom Weingut Grenzhof-Fiedler in M\u00f6rbisch ganz gegen den Trend dem Wei\u00dfwein die Stange. Dabei setzt er auf die wichtigste und traditionsreichste Wei\u00dfweinrebe des Burgenlandes, den Gr\u00fcnen Veltliner, dessen burgenl\u00e4ndische Identit\u00e4t durch den Rotweinboom der letzten Jahre v\u00f6llig in Vergessenheit geraten ist.<\/p>\n<p>Nach m\u00fchevoller Suche fand Bernhard Fiedler eine Parzelle in der M\u00f6rbischer Top-Lage Goldberg, die mit alten Veltliner-Reben in hoher, qualit\u00e4tsf\u00f6rdernder Pflanzdichte bestockt ist. Es gelang ihm, diese Parzelle zu erwerben und er scheute keine Kosten und M\u00fchen, um die alte Anlage zu rekultivieren. Schlie\u00dflich handelt es sich dabei um eine alte Selektion von Veltliner-Reben, die nicht durch die moderne Klonenz\u00fcchtung auf Massenertrag getrimmt wurde. Und die tiefreichenden Wurzeln der alten St\u00f6cke lassen besonders ausdrucksstarke Weine erwarten.<\/p>\n<p>Wie alte Aufzeichungen belegen, ist der M\u00f6rbischer Goldberg besonders f\u00fcr den Gr\u00fcnen Veltliner geeignet. Sein karger, aber tiefgr\u00fcndiger Urgesteinsboden auf Millionen Jahre alten Glimmerschieferablagerungen f\u00f6rdert die mineralische W\u00fcrze des Veltliners, die Ostneigung l\u00e4\u00dft die Trauben von der W\u00e4rme des Neusiedlersees profitieren und direkt anschlie\u00dfende Wald im Westen sch\u00fctzt vor allzu heftigen Winden und sichert den Weinen mit seinem k\u00fchlenden Einflu\u00df eine harmonsiche S\u00e4urestruktur.<\/p>\n<p>Um das Terroir im Wein besonders zur Geltung zu bringen, soll die erste Ernte des &#8222;neuen&#8220; alten Weingartens in traditionellen 500-Liter-F\u00e4ssern mit der nat\u00fcrlichen Hefeflora vergoren werden und zumindest ein Jahr auf der Hefe reifen. Mittelfristig ist f\u00fcr Bernhard Fiedler eine biologisch-dynamische Bewirtschaftung vorstellbar, um auch die allerletzten Nuancen des Terroirs unverf\u00e4lscht herausarbeiten zu k\u00f6nnen. Erste Versuche in dieser Richtung laufen bereits.<\/p><\/blockquote>\n<p>Liest sich gut, oder?<\/p>\n<p>Wie ein weniger PR-begabter, daf\u00fcr aber realistischerer Winzer die Weingartenrestaurierung erkl\u00e4rt, gibt es <del datetime=\"2007-03-26T11:23:52+00:00\">demn\u00e4chst<\/del> <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=203\">hier<\/a> in der Version 2 zu lesen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Wochen konnten wir in einer unserer besten Lagen, dem M\u00f6rbischer Goldberg eine Nachbarparzelle kaufen, die von ihrem Besitzer in den letzten Jahren nur mehr recht notd\u00fcrftig gepflegt worden war. 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