{"id":1988,"date":"2009-11-11T23:31:54","date_gmt":"2009-11-11T22:31:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1988"},"modified":"2009-11-11T23:39:46","modified_gmt":"2009-11-11T22:39:46","slug":"dominanter-traminer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1988","title":{"rendered":"Dominanter Traminer"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1987\" style=\"border: 0px;\" title=\"Foto: \u00d6WM \/ Lukan\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/Weinglas-\u00d6WM-Lukan-komprimiert.jpg\" alt=\"Foto: \u00d6WM \/ Lukan\" width=\"508\" height=\"334\" \/><\/p>\n<p>Nachdem unsere &#8222;S\u00fc\u00dfe Auslese&#8220; aus dem Jahrgang 2006 zur Neige geht, war klar, dass wir bei der heurigen Ernte einen Nachfolger anstreben werden.<\/p>\n<p>Wie schon\u00a02006 haben wir schlie\u00dflich beim Traminer und einem Wei\u00dfburgunder-Weingarten auf die \u00dcberreife spekuliert. Der Traminer, der sich sehr gut f\u00fcr solche\u00a0Pr\u00e4dikatsweine eignet, h\u00e4tte n\u00e4mlich besonders heuer f\u00fcr sich allein eine zu geringe Menge erbracht.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist es bei dieser dickschaligen Sorte nicht immer leicht, die f\u00fcr einen hohen Zuckergehalt notwendige Schrumpfung mit oder ohne Edelf\u00e4ule zu erhalten. Beim d\u00fcnnschaligen Wei\u00dfburgunder ist die \u00dcberreife zwar auch nicht garantiert, die Chancen stehen aber erfahrungsgem\u00e4\u00df deutlich besser.<\/p>\n<p>Auch heuer ging unsere Rechnung aber am Ende bei beiden Sorten auf. Der Traminer erreichte dank extremer Traubenreife ohne Edelf\u00e4ule und Schrumpfung 22,5\u00b0KMW und der Wei\u00dfburgunder mit deutlichem Edelf\u00e4ulebefall fast 24\u00b0KMW. Damit haben wir die Mindestgradation f\u00fcr Auslese von 21\u00b0KMW wie erhofft deutlich \u00fcberschritten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Leider waren beim Wei\u00dfburgunder gar nicht so wenige Trauben von Essigbakterien befallen und mu\u00dften bei der Lese sorgf\u00e4ltig aussortiert werden. Und weil sich in solchen F\u00e4llen nie ganz ausschlie\u00dfen l\u00e4\u00dft, dass trotz bestm\u00f6glicher Arbeit der Erntehelfer auch Spuren davon im Wein zu finden sind, haben wir die beiden Sorten getrennt vergoren, damit im schlimmsten Fall wenigstens der Traminer davon unbehelligt bleibt.<\/p>\n<p>Was die Arbeit im Keller betrifft, w\u00e4re ein Verschnitt im Moststadium\u00a0zweifellos recht praktisch und angesichts der Lese von Traminer und Wei\u00dfburgunder am selben Tag auch recht naheliegend gewesen. Schlie\u00dflich war es ja immer unsere Absicht, die beiden zu einem Wein zu vereinen.<\/p>\n<p>Die separate Verg\u00e4rung bot daf\u00fcr die Chance, die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen beider Weine kennenzulernen. Schon bald nach G\u00e4rbeginn zeigte sich, dass unser Bef\u00fcrchtungen unberechtigt waren, denn der Wei\u00dfburgunder entwickelte sich zu einem sehr sauberen, wenn auch etwas zur\u00fcckhaltenden Wein mit einer eleganten S\u00e4urestruktur.<\/p>\n<p>Der Traminer war ebenso sauber, sonst aber genaue Gegenteil: Wahnsinnig intensiv in der Nase, \u00fcppig und s\u00e4urearm am Gaumen. Richtig kitschig und mit seiner \u00fcberzeichnet wirkenden Sortentypizit\u00e4t wie eine Karikatur seiner selbst. Zuviel des Guten, im wahrsten Sinne des Wortes.<\/p>\n<p>Wie der Zufall so spielt, verlief die G\u00e4rung der ungleichen &#8222;Br\u00fcder&#8220; sehr gleichf\u00f6rmig, und wir konnten sie am gleichen Tag stoppen.<\/p>\n<p>Und nachdem wir uns zu diesem Zeitpunkt schon sicher waren, dass dieser Traminer und dieser Wei\u00dfburgunder nicht nur gut zusammenpassen, sondern dass sie sich regelrecht brauchen, haben wir sie dabei auch gleich verschnitten.<\/p>\n<p>Obwohl der Traminer nur ein Drittel dieser Mischung ausmacht, dominiert er ihren Geschmack derart, dass\u00a0jeder, der sie bisher verkostet hat,\u00a0auf einen reinsortigen Traminer getippt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Im Unterschied zum echten Traminer wirkt der Verschnitt aber nicht kitschig und \u00fcberladen. Den zwei Drittel Wei\u00dfburugunder sei Dank.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem unsere &#8222;S\u00fc\u00dfe Auslese&#8220; aus dem Jahrgang 2006 zur Neige geht, war klar, dass wir bei der heurigen Ernte einen Nachfolger anstreben werden. Wie schon\u00a02006 haben wir schlie\u00dflich beim Traminer und einem Wei\u00dfburgunder-Weingarten auf die \u00dcberreife spekuliert. 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