{"id":1764,"date":"2009-09-15T22:39:14","date_gmt":"2009-09-15T20:39:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1764"},"modified":"2009-09-15T22:49:25","modified_gmt":"2009-09-15T20:49:25","slug":"leithaberg-dac-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1764","title":{"rendered":"Leithaberg DAC (3)"},"content":{"rendered":"<p>Das neue Herkunftsweingebiet &#8222;Leithaberg DAC&#8220; unterscheidet sich nicht nur <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1718\">in Sachen Grenzziehung<\/a> deutlich von den bestehenden DAC-Regionen, sondern auch bei den Weinen selbst:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Rot- und Wei\u00dfwein<\/span><\/p>\n<p>Mit Leithaberg DAC wird es erstmals in einem \u00f6sterrreichischen Weinbaugebiet Wei\u00df- und Rotweine unter einer gemeinsamen Herkunfts-Flagge geben. Damit tr\u00e4gt die DAC-Bezeichnung der Weinvielfalt am Westufer des Neusiedlersees Rechnung (wobei genaugenommen auch eine S\u00fc\u00dfweinkategorie dazugeh\u00f6ren w\u00fcrde).<\/p>\n<p>Die roten Herkunftsweine werden aus der traditionsreichsten und qualitativ spannendsten Sorte der Gegend, dem \u00a0Blaufr\u00e4nkisch gekeltert. Nicht zuletzt aus kellerpraktischen Notwendigkeiten hat man allerdings die 15-Prozent-Fremdsorten-Regel des Weingesetzes auch f\u00fcr die DAC-Weine \u00fcbernommen, diesen Anteil aber beschr\u00e4nkt auf die Sorten Zweigelt, St. Laurent und Pinot Noir.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Beim wei\u00dfen Leithaberg DAC d\u00fcrfen vier Sorten &#8222;pur&#8220; oder in Verschnitten zum Einsatz kommen. Dabei sind Chardonnay und Wei\u00dfburgunder zweifellos jene Weine, die mit ihrer auch bei hoher Traubenreife guten S\u00e4urestruktur einerseits zuverl\u00e4ssig die besten Wei\u00dfen des Gebietes liefern und andererseits auch in repr\u00e4sentativer Menge angepflanzt werden.<\/p>\n<p>Der Neuburger hat zwar ein \u00e4hnlich gutes Potential, ist aber weit schwieriger im An- und Ausbau. Das er es trotz stark sinkender Bedeutung in die Liste geschafft hat, hat wohl auch damit zu tun, dass bodenst\u00e4ndige Rebsorten besonders gut ins Konzept der Herkunftsweine passen.<\/p>\n<p>Ein klein wenig gilt das wahrscheinlich auch f\u00fcr den Vierten im Bunde, den Gr\u00fcnen Veltliner. Dar\u00fcber hinaus hat die Sorte nach wie vor &#8211; Rotweinboom hin oder her &#8211;\u00a0den gr\u00f6\u00dften Fl\u00e4chenanteil im Gebiet und damit ein gutes Argument f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>Die Verfechter des Gr\u00fcnen Veltliners vertreten au\u00dferdem die Ansicht, dass er im Spitzenweinbereich die Besonderheiten der Region \u00e4hnlich auszudr\u00fccken vermag, wie die anderen drei Rebsorten. Das eben diese Verfechter in den zust\u00e4ndigen Gremien sehr prominent vertreten sind, hat aber sicher keine Rolle gespielt&#8230;<\/p>\n<p>Um diese Sorten unter einen Hut zu bekommen, wird vermutlich die Sortenbezeichnung etwas in den Hintergrund und der gemeinsame Weinstil st\u00e4rker in den\u00a0Vordergrund gestellt werden (m\u00fcssen), als das bei anderen DAC-Gebieten der Fall ist.<\/p>\n<p>Und vielleicht wird auf diese Weise sogar der Grundgedanke von Herkunftsweinen in \u00d6sterreich erstmals auch in der Praxis umgesetzt (anstatt weiterhin Sortenweine zu vermarkten, und diese mit einem DAC-Siegel zu beh\u00fcbschen).<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">DAC-Weine ausschlie\u00dflich im gehobenen &#8222;Reserve&#8220;-Segment<\/span><\/p>\n<p>W\u00e4hrend es in den bereits etablierten DAC-Gebieten entweder nur &#8222;Basisweine&#8220; (Weinviertel) oder zwei bzw. drei Qualit\u00e4tsebenen definiert wurden, beschr\u00e4nkt sich Leithaberg DAC ausschlie\u00dflich auf das gehobene Segment, das gerne als Reserve-Kategorie bezeichnet wird.<\/p>\n<p>Die Beschr\u00e4nkung auf dieses Segment hat viel damit zu tun, dass es kaum ein Gebiet gibt, das im Basisbereich eine derart gro\u00dfe Vielfalt an Weinstilen und -sorten hervorbringt, wie die Gegend am Westufer des Neusiedlersees. Eine Einigung auf einen gemeinsamen Weintyp im Klassik-Segment ist daher zumindest im Moment nicht zu erzielen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus erscheint es logisch, h\u00f6herwertige Weine unter dem Herkunftsnamen zu vermarkten, da diese schlicht und einfach besser in der Lage sind, die Besonderheiten der Herkunft auch tats\u00e4chlich auszudr\u00fccken, als sauber gemachte Allerweltsweine im Einsteigerbereich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das neue Herkunftsweingebiet &#8222;Leithaberg DAC&#8220; unterscheidet sich nicht nur in Sachen Grenzziehung deutlich von den bestehenden DAC-Regionen, sondern auch bei den Weinen selbst: Rot- und Wei\u00dfwein Mit Leithaberg DAC wird es erstmals in einem \u00f6sterrreichischen Weinbaugebiet Wei\u00df- und Rotweine unter einer gemeinsamen Herkunfts-Flagge geben. 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