{"id":1611,"date":"2009-08-01T07:38:02","date_gmt":"2009-08-01T05:38:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1611"},"modified":"2009-08-01T07:38:02","modified_gmt":"2009-08-01T05:38:02","slug":"die-unendliche-geschichte-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1611","title":{"rendered":"Die unendliche Geschichte (5)"},"content":{"rendered":"<p>Seit der <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1595\">praktischen\u00a0Umsetzung<\/a> der neuen M\u00f6glichkeiten des Weingesetzes, herkunftsbezeichnete DAC-Weine zu etablieren in bislang f\u00fcnf Weinbaugebieten haben sich einige positive Aspekte herauskristallisiert:<\/p>\n<p><strong>Chancen<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Werbeeffekt<\/span><\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung von DAC-Weinen garantiert einem Weinbaugebiet f\u00fcr einige Zeit eine gro\u00dfe mediale Aufmerksamkeit. Nicht nur Weinmagazine greifen das Thema dankbar auf, in der Regel gut unterst\u00fctzt durch die Marketingorganisationen des jeweiligen Gebietes und der \u00d6WM.<\/p>\n<p>Am st\u00e4rksten bekam diesen Aufwind sicherlich das Weinviertel zu sp\u00fcren. Zum einen, weil es das erste Gebiet mit den &#8222;neuen&#8220; Weinen war, wahrscheinlich aber auch weil es aus einer Au\u00dfenseiterposition (was die mediale Wahrnehmung betrifft) ins Rampenlicht getreten ist, und ganz sicher deshalb, weil f\u00fcr \u00f6sterreichische Verh\u00e4ltnisse enorm viel Geld in Werbung und \u00d6ffentlichkeitsarbeit gepulvert wurde.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Druck auf die Winzerschaft<\/span><\/p>\n<p>Der Diskussionsprozess vor der Definition des DAC-Weinstils bringt die Weinbauernschaft in den einzelnen Gebieten dazu,\u00a0sich Gedanken \u00fcber die St\u00e4rken und Besonderheiten der eigenen Region zu machen. <!--more--><\/p>\n<p>Im besten Fall entsteht dabei unabh\u00e4ngig von den DAC-Weinen selbst ein neues Selbst-Bewu\u00dftsein, das sich positiv auf die gesamte Region auswirkt, auch wenn es viele Facetten dieses Diskussionsprozesses nicht in den Kompromi\u00df schaffen, den letztlich jede DAC-Definition darstellen mu\u00df.<\/p>\n<p>Sind die Regeln\u00a0dann definiert, bewirkt allein schon die normative Kraft des Faktischen eine weit st\u00e4rkere Geschlossenheit der Weinbauern, als\u00a0ohne \u00e4hnliche Vorgaben jemals zu erreichen w\u00e4re. Denn auch die meisten Skeptiker k\u00f6nnen oder wollen es sich nicht leisten, mit ihren Weinen im Schatten der Aufmerksamkeit f\u00fcr die neuen DAC-Weine zu stehen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Neue Geldquellen<\/span><\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung von DAC-Weinen erm\u00f6glicht die praktische Durchsetzung einer rechstssicheren Einhebung von Werbekostenbeitr\u00e4gen von den teilnehmenden Weinbauern.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend n\u00e4mlich die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtbeitr\u00e4ge an die <a href=\"http:\/\/www.weinausoesterreich.at\/impressum.html\">\u00d6WM<\/a> juristisch nicht ganz unumstritten sind (siehe dazu <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/cma102.html\">das deutsche CMA-Urteil<\/a>) und &#8222;herk\u00f6mmliche&#8220; Gebietsweinvereine mit freiwilliger Mitgliedschaft \u00a0kaum Druck auf Trittbrettfahrer aus\u00fcben k\u00f6nnen, basieren die Vereine und Institutionen, die die DAC-Weine administrieren zwar auf (rechtlich unproblematischer) Freiwilligkeit, haben aber in der Praxis eine nicht unerhebliche \u00a0juristische und marketingm\u00e4\u00dfige Macht.<\/p>\n<p>Kurz gesagt: Kein Winzer ist gezwungen, DAC-Weine zu produzieren, und sich an deren Werbekosten zu beteiligen. Der medialen Aufmerksamkeit, die diese Weine erhalten, und dem dadurch entstehenden Marktdruck werden sich aber viele Weinbauern nicht entziehen k\u00f6nnen. Und damit auch nicht den damit verbundenen Werbekostenbeitr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Neben einer soliden Eigenfinanzierung er\u00f6ffnen DAC-Weine auch die Chance auf neue F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten. Die Ausrichtung des EU-Weinrechtes auf eine St\u00e4rkung von herkunftsbetonten Weinstilen erm\u00f6glicht es n\u00e4mlich, f\u00fcr die Bewerbung von DAC-Weinen Gelder zu lukrieren, die Weinbaugebieten ohne solche Weinetypen nicht zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Begleitende Projekte<\/span><\/p>\n<p>In vielen DAC-Gebieten wird die Einf\u00fchrung der herkunftsbezeichneten Weine von zahlreichen erg\u00e4nzenden Aktivit\u00e4ten begleitet. Viele davon w\u00e4ren auch schon vorher umsetzbar gewesen, aber die DAC-Diskussion scheint da eine beschleunigende Wirkung zu haben, sei es, weil zuvor das Geld daf\u00fcr gefehlt hat, die Motivation oder einfach der Ansatzpunkt.<\/p>\n<p>Von den verschiedenen Fachvortr\u00e4gen und der angewandten Forschung profitieren nat\u00fcrlich nicht nur die Herkunftsweine, sondern das gesamte Gebiet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit der praktischen\u00a0Umsetzung der neuen M\u00f6glichkeiten des Weingesetzes, herkunftsbezeichnete DAC-Weine zu etablieren in bislang f\u00fcnf Weinbaugebieten haben sich einige positive Aspekte herauskristallisiert: Chancen Der Werbeeffekt Die Einf\u00fchrung von DAC-Weinen garantiert einem Weinbaugebiet f\u00fcr einige Zeit eine gro\u00dfe mediale Aufmerksamkeit. Nicht nur Weinmagazine greifen das Thema dankbar auf, in der Regel gut unterst\u00fctzt durch die Marketingorganisationen &#8230; <a title=\"Die unendliche Geschichte (5)\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1611\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Die unendliche Geschichte (5)\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1611","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-verkauf"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1611","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1611"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1611\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1615,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1611\/revisions\/1615"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1611"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1611"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1611"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}