{"id":151,"date":"2007-01-17T20:35:42","date_gmt":"2007-01-17T19:35:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=151"},"modified":"2007-01-17T20:37:12","modified_gmt":"2007-01-17T19:37:12","slug":"die-besten-jahrgange-machen-die-wenigste-arbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=151","title":{"rendered":"Die besten Jahrg\u00e4nge machen die wenigste Arbeit"},"content":{"rendered":"<p>In vielen Kellern herrscht um diese Jahreszeit gro\u00dfe Betriebsamkeit.\u00a0Da wird gesch\u00f6nt, filtriert, stabilisiert und m\u00f6glichst fr\u00fch in Flaschen gef\u00fcllt. Schlie\u00dflich gilt es, die Weine f\u00fcr den Konsumenten &#8222;herzurichten&#8220;.\u00a0Der <a href=\"http:\/\/www.schneider-oenologie.com\/\" target=\"_blank\">Oenologe\u00a0Volker Schneider<\/a>\u00a0nennt dieses Ph\u00e4nomen &#8222;additive Oenologie&#8220; und\u00a0&#8222;psychologischer Sch\u00f6nungsbedarf&#8220; und hat es diesem <a href=\"http:\/\/www.schneider-oenologie.com\/deutsch\/PDF\/Additive-Oenologie.pdf\" target=\"_blank\">pdf<\/a>\u00a0wissenschaftlich-sachlich und <a href=\"http:\/\/www.schneider-oenologie.com\/deutsch\/Aktuelles.htm\" target=\"_blank\">hier<\/a> sehr praxisnah-ironisch beschrieben.<\/p>\n<p>Auch in Zeiten moderner High-Tech-Oenologie gilt immer noch, da\u00df die besten Weine\u00a0jene sind, die nach der G\u00e4rung kaum noch Eingriffe des Kellermeisters ben\u00f6tigen, um zur Vollendung heranzureifen. Und die besten Jahrg\u00e4nge jene, welche besonders viele solcher Weine erbringen.<!--more--><\/p>\n<p>Unsere Weine des Jahrgangs 2006 entwickeln sich langsam aber stetig. Abgesehen von kleinen Teilmengen von Muskat Ottonel und Chardonnay lagern sie alle noch in Tanks und F\u00e4ssern. Die Wei\u00dfweine seit kurzem klar filtriert, die Roten immer noch leicht tr\u00fcb.<\/p>\n<p>Au\u00dfer einer kleinen S\u00e4urekorrektur beim Ros\u00e9\u00a0gab in den letzten Wochen wenig zu tun. Heute habe ich wieder einmal den SO2-Gehalt aller Weine kontrolliert und festgestellt, da\u00df sie so stabil sind wie selten. Das hat sicherlich auch\u00a0mit den besonders reifen Trauben und dem l\u00e4ngeren Lagern auf der Hefe zu tun.<\/p>\n<p>Die Wei\u00dfweine pr\u00e4sentieren sich trotz zum Teil hoher S\u00e4urewerte harmonisch und rund. Und die Rotweine wirken keineswegs verschlossen oder reduktiv, soda\u00df er eine Bel\u00fcftung zus\u00e4tzlich zu dem Sauerstoff, der durch das Holz der F\u00e4sser zum Wein dringt im Moment nicht notwendig erscheint.<\/p>\n<p>Und so ersparen wir uns und unseren Weinen eine Menge Stre\u00df und geben ihnen das einzige, was sie im Moment brauchen: Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In vielen Kellern herrscht um diese Jahreszeit gro\u00dfe Betriebsamkeit.\u00a0Da wird gesch\u00f6nt, filtriert, stabilisiert und m\u00f6glichst fr\u00fch in Flaschen gef\u00fcllt. Schlie\u00dflich gilt es, die Weine f\u00fcr den Konsumenten &#8222;herzurichten&#8220;.\u00a0Der Oenologe\u00a0Volker Schneider\u00a0nennt dieses Ph\u00e4nomen &#8222;additive Oenologie&#8220; und\u00a0&#8222;psychologischer Sch\u00f6nungsbedarf&#8220; und hat es diesem pdf\u00a0wissenschaftlich-sachlich und hier sehr praxisnah-ironisch beschrieben. 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