{"id":148,"date":"2007-01-11T22:56:49","date_gmt":"2007-01-11T21:56:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=148"},"modified":"2007-01-11T22:56:49","modified_gmt":"2007-01-11T21:56:49","slug":"grund-zur-sorge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=148","title":{"rendered":"Grund zur Sorge"},"content":{"rendered":"<p>Das anhaltend warme Wetter bereitet uns langsam Sorgen. Auch wenn es im ersten Moment paradox klingen mag, steigt mit den derzeitigen fr\u00fchlingshaften Temperaturen\u00a0die Gefahr von Winterfrostsch\u00e4den.<!--more--><\/p>\n<p>Normalerweise sind die Reben um diese Jahreszeit in tiefster Winterruhe. Der Weinstock hat Wasser und Reservestoffe aus den Trieben zur\u00fcck in den Stamm und die Wurzeln verlagert und der geringe Wassergehalt macht das Holz unempfindlicher gegen Frost. Je weniger Wasser in den Pflanzenzellen steckt, umso weniger Wasser kann sich beim Gefrieren ausdehnen und dadurch das Pflanzengewebe zum Platzen bringen.<\/p>\n<p>Wie\u00a0man beim Schneiden der Reben beobachten kann, sind die Reben heuer (noch) nicht in v\u00f6lliger Winterruhe. Weinst\u00f6cke sind zwar Sp\u00e4tstarter und deshalb anders als manche Obstb\u00e4ume noch weit vom Aufbrechen der Knospen entfernt. Aber\u00a0die einj\u00e4hrigen Triebe sind &#8222;im Saft&#8220;, was bei Temperaturen deutlich \u00fcber 10\u00b0C\u00a0nicht verwunderlich ist.<\/p>\n<p>In diesem Zustand kann schon ein kurzfristiger Wetterumschwung mit Temperaturen von -5 bis -10\u00b0C ernste Frostsch\u00e4den hervorrufen, w\u00e4hrend die Reben in vollst\u00e4ndiger Winterruhe etwa -15 bis -20\u00b0C aushalten k\u00f6nnen. Es w\u00e4re nicht das erste Mal, da\u00df es solcher Art zu einer dramatischen Sch\u00e4digung der Reben kommt. Vor etwa 10 Jahren (das genaue Jahr ist mir leider entfallen) kam es vor allem die Gegend rund um Gols zu massiven Sch\u00e4den nach einem relativ milden J\u00e4nner. Und damals war es bei weitem nicht so warm wie heuer.<\/p>\n<p>Winterfrostsch\u00e4den f\u00fchren je nach Schwere zum Erfrieren einzelner Knospen, der oberirdischen Rebst\u00e4mme oder der gesamten Pflanze. W\u00e4hrend der erste Fall zum Teil \u00fcber einen gro\u00dfz\u00fcgigeren Rebschnitt noch ausgeglichen werden kann, bedingt der zweite Fall einen neuen Stockaufbau vom Boden weg, wie bei einer Junganlage. Ein Jahr viel Arbeit ohne Ertrag. Ein Totalschaden, das Absterben des ganzen Stockes, tritt eher selten ein. Mit Erde zugedeckt \u00fcberlebt der unterste Teil des Stammes mit der Veredlungsstelle und das Wurzelsystem in den meisten F\u00e4llen.<\/p>\n<p>Die letzten schlimmen Frostsch\u00e4den, von denen wir betroffen waren, sind 20 Jahre her. 1987 sank die Quecksilbers\u00e4ule auf unter -20\u00b0C. Damals waren auch die Hanglagen, von denen die k\u00e4lteste Luft normalerweise in die Ebene am Neusiedlersee abflie\u00dft stark betroffen. Insgesamt hatten wir damals von fast zwe Drittel unserer Weinst\u00f6cke keinerlei Ertrag (aber jede Menge Arbeit) und von den anderen meist nur einen geringen.<\/p>\n<p>Obwohl ich damals erst knapp 13 Jahre alt war, habe ich doch vieles mitbekommen. Den halbst\u00fcndigen Gang meiner Eltern zum Au\u00dfenthermometer, das Gef\u00fchl der Ohnmacht und eine auf mich damals sehr bedrohlich wirkende Krisenstimmung.<\/p>\n<p>Auch wenn Frostsch\u00e4den bei uns\u00a0eher selten auftreten, sind sie doch sehr gef\u00fcrchtet. Schlie\u00dflich sind sie f\u00fcr die quantitativ kleinsten Ernten verantwortlich. Und heuer ist die Zeit bis zu den &#8222;Eism\u00e4nnern&#8220; Anfang Mai, den letzten &#8222;theoretischen&#8220; Frosttagen besonders lang&#8230;<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das anhaltend warme Wetter bereitet uns langsam Sorgen. 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