{"id":1457,"date":"2009-06-16T21:20:08","date_gmt":"2009-06-16T20:20:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1457"},"modified":"2009-06-16T21:23:48","modified_gmt":"2009-06-16T20:23:48","slug":"deutsche-aufregung-um-gault-millau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1457","title":{"rendered":"Deutsche Aufregung um Gault Millau"},"content":{"rendered":"<p>Wie der deutsche Winzerblog <a href=\"http:\/\/winzerblog.de\/der-weinfuehrer-will-geld-2012\/\">hier<\/a> berichtet (und via Beitrag und Kommentarfunktion auch zu anderen Quellen verlinkt), gehen bei unseren Nachbarn gerade die Wogen hoch, weil Gault Millau seinen Weinf\u00fchrer bzw. ein Zusatzpaket f\u00fcr Winzer zum Buch offenbar kostenpflichtig machen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>F\u00fcr die freiwillige Geb\u00fchr von 195 Euro (plus Mwst.) erh\u00e4lt der Winzer nicht nur den bisher kostenlosen Eintrag im Weinguide, sondern auch noch eine Urkunde, zwei Buchexemplare und die Nutzungsrechte f\u00fcr das Gault-Millau-Logo.<\/p>\n<p>Auch wenn man \u00fcber solche Geb\u00fchren an sich, deren H\u00f6he und speziell deren Auswirkungen auf die Objektivit\u00e4t einer Bewertung und ihr Verh\u00e4ltnis zum Werbewert einer Auszeichnung f\u00fcr den Weinbaubetrieb nat\u00fcrlich trefflich diskutieren kann, verstehe ich die Aufgregung dennoch nicht ganz.<\/p>\n<p>Vielleicht liegt das daran, dass ich die Weinmedien schon seit langer Zeit nicht mehr als Hort der Wahrheitsverk\u00fcndung betrachte, sondern als (zugegeben wichtige) Co-Akteure im gro\u00dfen Weintheater. Und wie unter den Weinbauern gibt es auch unter den Medien recht unterschiedliche Ansichten dar\u00fcber, was an Geld und Methoden einem die Aufmerksamkeit des Publikums wert sein mu\u00df. <!--more--><\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise habe ich mich aber auch einfach an die \u00f6sterreichischen Sitten und Gebr\u00e4uche gew\u00f6hnt, und daran, von Fall zu Fall zu entscheiden, ob ich mir die jeweilige Verkostung leisten will, oder nicht.<\/p>\n<p>In der heimischen Weinmedien-Praxis gibt es mehrere Varianten:<\/p>\n<p>1. Es gibt eine fixe (und in einem Fall auch ziemlich hohe) Teilnahmegeb\u00fchr, ohne die keine Aufnahme in den Guide erfolgt. Wird der Beitrag bezahlt, erh\u00e4lt man je nach Druckwerk z.B. einige Buchexemplare, eine Foto-Abbildung und kann eine gewisse Zahl von Weinen einreichen (wobei diese Beschr\u00e4nkung offenbar nicht f\u00fcr alle gilt) oder aber auch nur ein einzelnes Belegexemplar.<\/p>\n<p>2. Sehr beliebt sind Druckkostenbeitr\u00e4ge f\u00fcr die Abbildung von Etiketten oder Flaschen. Das bedeutet meist, dass die Aufnahme einer bestimmten Anzahl von Weinen in den Weinf\u00fchrer kostenfrei ist, die optische Darstellung der Verkostungsnotizen aber quasi mit einem Inserat aufgepeppt werden kann. Dabei hatte ich bisher noch nie den Eindruck, dass meine Weine schlecht(er) bewertet worden w\u00e4ren, weil ich keinen Druckkostenbeitrag leiste.<\/p>\n<p>3. Manche Weinf\u00fchrer beschr\u00e4nken nicht die Anzahl der Weine pro Betrieb, sondern verrechnen pro Wein eine fixe (oder eine nach der Anzahl der eingereichten Weine gestaffelte) Verkostungsgeb\u00fchr. Von 20 bis \u00fcber 100 Euro ist dabei alles m\u00f6glich, gelegentlich auch gekoppelt mit Variante 2 oder einem Pflicht-Abo der jeweiligen Zeitschrift.<\/p>\n<p>Die Weine und deren (meist erforderlicher) Versand geht in all diesen F\u00e4llen zu Lasten des Weinbauern.<\/p>\n<p>Erst einmal wurde ich von einem Weinf\u00fchrer darauf hingewiesen, dass die (f\u00fcr die Finalverkostung ben\u00f6tigten) Weine dem Verlag in Rechnung gestellt werden k\u00f6nnen. Daf\u00fcr weist dieser Verlag als einziger audr\u00fccklich darauf hin, dass die Wertungen auch auszugsweise nur nach schriftlicher Genehmigung zitiert werden d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie der deutsche Winzerblog hier berichtet (und via Beitrag und Kommentarfunktion auch zu anderen Quellen verlinkt), gehen bei unseren Nachbarn gerade die Wogen hoch, weil Gault Millau seinen Weinf\u00fchrer bzw. ein Zusatzpaket f\u00fcr Winzer zum Buch offenbar kostenpflichtig machen m\u00f6chte. 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