{"id":1341,"date":"2009-05-17T23:30:09","date_gmt":"2009-05-17T22:30:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1341"},"modified":"2009-05-17T23:36:09","modified_gmt":"2009-05-17T22:36:09","slug":"das-logo-mit-dem-punkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1341","title":{"rendered":"Das Logo mit dem Punkt"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: center\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1342 aligncenter\" style=\"border: 0px;\" title=\"\u00d6sterreich Wein\" src=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/osterreich-wein.jpg\" alt=\"\u00d6sterreich Wein\" \/><\/p>\n<p>Der \u00f6sterreichische Wein hat ein neues Logo. Mit Punkt. Und auch wenn der rotwei\u00dfrote Punkt auf den ersten Blick vielleicht etwas <span style=\"text-decoration: line-through;\">verloren<\/span> gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig wirkt, ist er eigentlich die Hauptsache.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><span style=\"font-size: small;\">Der Punkt symbolisiert n\u00e4mlich jene Banderole, die die M\u00fcndung aller heimischen Qualit\u00e4tsweinflaschen zieren mu\u00df, und die Tafel- und Landweine nicht zieren darf. Und die damit jenes Erkennungszeichen darstellt, dass im Unterschied zum Kleingedruckten auf dem Etikett auch von Weitem die Identifikation eines \u00f6sterreichischen Qualit\u00e4tsweines erm\u00f6glicht. <!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Urspr\u00fcnglich hatte diese Erfindung des Weingesetzgebes von 1986 eine ganz anderen Zweck. Sie sollte prim\u00e4r der Mengen- und damit auch nat\u00fcrlich Steuerkontrolle bei allen Qualit\u00e4tsstufen dienen, und laut Erstfassung des Weingesetzes (die nie Rechtsg\u00fcltigkeit erlangt hat) f\u00fcr jede Weincharge eine eigene fortlaufende Nummerierung aufweisen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Dieser \u00fcberb\u00fcrokratische und kaum administrierbare Ansatz wurde nach heftigen Protesten zum Gl\u00fcck aufgegeben, aber eine betriebsspezifische fortlaufende Nummerierung der Aufkleber bzw. Kapseln und sp\u00e4ter auch Schrauber blieb.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Da der Zahlencode bei der Mengenkontrolle aber nie eine echte Hilfe war, und Instrumente wie die verpflichtende Erntemeldung und die Weinbestandsmeldung per 31. Juli jedes Jahres wesentlich besser und einfacher daf\u00fcr geeignet waren, wurde aus der Banderole \u00fcber die Jahre ein echtes Stiefkind der Weinadministration.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">So war es m\u00f6glich, dass die Interessensvertretungen der Weinbauern eine Abschaffung beim Tafel- und Landwein erreichen konnten. Beim Qualit\u00e4tswein war die Banderole zwar auch l\u00e4stig, erforderte aber wenigstens dank der Integration in die (im Unterschied zu den einfacheren Weinkategorien meist verwendeten) Kapseln keine Zusatzarbeit.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Vor rund einem Jahr trat eine weitere Vereinfachung\u00a0 in Kraft. Seither mu\u00df nur noch die gleichbleibende Betriebsnummer anstatt einer fortlaufenden Zahlenkombination und dem F\u00fcllvolumen der Flasche eingedruckt werden, und dieser Vorgang kann im Unterschied zu fr\u00fcher von de facto jedem Hersteller von Kapseln und Verschl\u00fcssen erfolgen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Angesichts dieser Entwicklung scheint es vielleicht sonderbar, warum die Banderole jetzt pl\u00f6tzlich wieder an Ansehen gewinnt. Der Grund daf\u00fcr ist aber relativ simpel und hei\u00dft EU-Weinmarktordnungsreform.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Wie <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1102\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1125\">hier<\/a> berichtet, tritt mit 1. August 2009 eine gravierende \u00c4nderung des EU-Weinbezeichnungsrechtes in Kraft. Tafelweine (die dann nicht mehr so hei\u00dfen) d\u00fcrfen dann im Unterschied zu heute auch Sorten- und Jahrgangsbezeichnungen tragen\u00a0und werden nicht mehr zugunsten der Qualit\u00e4tsweine bezeichnungsrechtlich diskriminiert.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Mit der Betonung der Banderole\u00a0h\u00e4lt die \u00f6sterreichische Weinwerbung die Fahne des Qualit\u00e4tsweines ein St\u00fcck h\u00f6her, um zumindest werbetechnisch die Unterscheidung von Tafelwein und Qualit\u00e4tswein in den K\u00f6pfen der Konsumenten aufrecht zu erhalten.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Damit ist das neue Logo eine der <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1125\">hier<\/a> angek\u00fcndigten (und leider bisher nicht nachgereichten)\u00a0 vorbeugenden Ma\u00dfnahmen, um dem erwarteten Druck der neuen Tafelweine auf den Qualit\u00e4tsweinmarkt vorzubeugen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.weinausoesterreich.at\/aktuell\/info_oewm.html\">Hier<\/a> geht\u00b4s \u00fcbrigens zur offiziellen Erkl\u00e4rung der \u00d6WM.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00f6sterreichische Wein hat ein neues Logo. 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