{"id":113,"date":"2006-11-13T00:42:17","date_gmt":"2006-11-12T22:42:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=113"},"modified":"2006-11-13T09:31:34","modified_gmt":"2006-11-13T07:31:34","slug":"die-macht-von-medien-und-zahlen-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=113","title":{"rendered":"Die Macht von Medien und Zahlen, Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Die Preise f\u00fcr Rotwein sind im Augenblick \u00fcberh\u00f6ht&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>So lautet die Schlagzeile eines <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.diepresse.com\/Artikel.aspx?channel=e&#038;ressort=eo&#038;id=598219\">Berichtes<\/a> der Tageszeitung &#8222;Die Presse&#8220; vom 11. November 2006 \u00fcber eine Diplomarbeit, die als eine der f\u00fcnf besten an der Wirtschaftsuniversit\u00e4t ausgezeichnet wurde.<!--more--><\/p>\n<p>In einem spannenden statistischen Experiment hat der Autor der Arbeit die Ab-Hof-Preise von hunderten \u00f6sterreichischen Winzern erfa\u00dft und diese in einen Bezug zu Rebsorte, Gebiet und Punktebewertung in den wichtigsten heimischen Weinmedien gesetzt.<\/p>\n<p>So konnte er ermitteln, welche Preisunterschiede es zwischen den Weinbaugebieten bei den gleichen Rebsorten gibt. Aber auch, da\u00df z.B. Weine aus der Sorte Zweigelt im Schnitt um 38,2 Prozent teurer sind als Gr\u00fcne Veltliner.<\/p>\n<p>Solche <strong>Analysen<\/strong> sind nicht nur nett zu lesen, sondern bieten dem Winzer durchaus eine Entscheidungshilfe bei Fragen der Preisgestaltung und im Vergleich mit den Mitbewerbern.<\/p>\n<p>Wenig hilfreich und irref\u00fchrend ist es allerdings, wenn daraus <strong>Wertungen<\/strong> abgeleitet werden, die jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehren. Besonders problematisch ist dabei die Gleichsetzung von Rebsorten und die Ansicht, da\u00df Punktebewertungen eine objektive Me\u00dfskala f\u00fcr die Weinqualit\u00e4t sind. Aufmerksamkeitsheischend zugespitzt entstehen daraus S\u00e4tze wie diese:<\/p>\n<p><em>Dabei kommt heraus, da\u00df eine einmalig bessere Beurteilung um einen Punkt &#8211; etwa von 89 auf 90 Punkte bei einer 100-Punkte-Skala &#8211; einen um 8,5 Prozent h\u00f6heren Preis nach sich zieht.<\/em><\/p>\n<p>In vielen (wenn nicht sogar den meisten) F\u00e4llen sind Ursache und Wirkung genau umgekehrt. Der Aufwand in Produktion und Vermarktung wird gesteigert, was nat\u00fcrlich einen h\u00f6heren Preis bedingt und oft (aber nicht immer) zu besserer Qualit\u00e4t und\/oder mehr Punkten f\u00fchrt. Sprich: Der Wein wird nicht immer teurer, weil er mehr Punkte bekommt, sondern er bekommt oft mehr Punkte, weil er besser (und damit teurer) produziert und vermarktet wird.<\/p>\n<p><em>Bemerkenswert ist, da\u00df alle Rotweine Preisaufschl\u00e4ge im Vergleich zum Gr\u00fcnen Veltliner aufweisen&#8230;.Zwar ist ein Teil der Aufschl\u00e4ge verschiedener Rebsorten auch auf h\u00f6here Produktionskosten zur\u00fcckzuf\u00fchren. &#8222;Eine so extreme Auspr\u00e4gung der Preisaufschl\u00e4ge von Rotweinen gegen\u00fcber Wei\u00dfweinen konnte jedoch in keiner anderen Studie festgestellt werden&#8220;, sagt der Autor. Seiner Ansicht sind die Aufschl\u00e4ge ein Zeichen daf\u00fcr, da\u00df der Markt nicht im Gleichgewicht ist und da\u00df die Preise teilweise \u00fcberh\u00f6ht sind.<\/em><\/p>\n<p>Da dr\u00e4ngt sich die Frage auf, wer nach welchen Kriterien entscheidet, ob Preise <em>\u00fcberh\u00f6ht<\/em> sind. In der freien Marktwirtschaft sind das keine wissenschaftlichen Studien, die via Produktionskosten, Punktebewertungen und Vergleichen mit anderen Studien ermitteln, wie teuer etwas sein darf. Sondern es ist einzig und allein der Konsument, der entscheidet, was er zu welchem Preis kauft, und was nicht.<\/p>\n<p>Diese Entscheidung l\u00e4\u00dft sich mit ein paar Rechen\u00fcbungen nicht vorhersagen. Zumal es sich bei Wein um ein nicht objektiv vergleichbares Produkt handelt und nette Alltagsveltliner in \u00d6sterreich recht schnell mit Punktewerten geadelt werden, die bei Rotwein nur f\u00fcr die Spitzenklasse gez\u00fcckt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die Preise f\u00fcr Rotwein sind im Augenblick \u00fcberh\u00f6ht&#8220; So lautet die Schlagzeile eines Berichtes der Tageszeitung &#8222;Die Presse&#8220; vom 11. 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