{"id":1125,"date":"2009-03-06T21:45:54","date_gmt":"2009-03-06T20:45:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1125"},"modified":"2009-03-06T21:51:53","modified_gmt":"2009-03-06T20:51:53","slug":"weinmarktordnung-die-zweite-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1125","title":{"rendered":"Weinmarktordnung, die Zweite (2)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Marginalisierung des Landweines<\/strong><\/p>\n<p>Eine der absehbarsten Folgen der in <a href=\"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=1102\">Teil 1<\/a> beschriebenen Aufwertung des Tafelweines ist die De-facto-Abschaffung der Qualit\u00e4tskategorie Landwein. F\u00fcr den allergr\u00f6\u00dfen Teil der Weinkonsumenten klingt n\u00e4mlich wohl weder die neue Bezeichnung &#8222;Wein&#8220;, noch der alte Name &#8222;Tafelwein&#8220; schlechter als der Begriff &#8222;Landwein&#8220;.<\/p>\n<p>Und ob sich auf dem Etikett die Herkunftsangabe &#8222;\u00d6sterreich&#8220; (bei Tafelwein) oder &#8222;Weinland&#8220; (bei Landwein, meist direkt \u00a0in Verbindung mit &#8222;\u00d6sterreich&#8220;) findet, d\u00fcrfte auch wenig Rolle spielen.<\/p>\n<p>Wer wei\u00df schon, dass sich hinter dem Begriff &#8222;Weinland&#8220; die beiden Bundesl\u00e4nder Nieder\u00f6sterreich und Burgenland und damit eine etwas enger gefa\u00dfte, d.h. theoretisch hochwertigere Herkunftsangabe verbirgt. <!--more--><\/p>\n<p>Also ist anzunehmen, dass mittelfristig die meisten Landweine zu Tafelweinen downgegradet werden. Beide Kategorien unterliegen nicht der obligatorischen staatlichen Kontrolle via Pr\u00fcfnummer\u00a0wie die Qualit\u00e4tsweine und im Unterschied zum Landwein gibt es beim Tafelwein au\u00dferdem &#8211; und da liegt der Knackpunkt der ganzen Sache &#8211;\u00a0 keine gesetzliche Ertragsbeschr\u00e4nkung.<\/p>\n<p>Ab 1. August werden daher wohl viele Weinproduzenten die M\u00f6glichkeit n\u00fctzen, Weine aus hohen Ertr\u00e4gen mit Sorten- und Jahrgangsangaben und der Herkunftsbezeichnung \u00d6sterreich (ohne n\u00e4here Angaben) vermarkten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>(Diese Kombination ist neu, denn bisher mu\u00dfte man sich entweder f\u00fcr Sorte und Jahrgang entscheiden (und daf\u00fcr eine vergleichsweise niedrige Ertragsbeschr\u00e4nkung in Kauf nehmen), oder man konnte ernten soviel man wollte, aber daf\u00fcr blieb einem die Sorten- und Jahrgangsangabe verwehrt.)<\/p>\n<p><strong>Qualit\u00e4tswein unter Druck<\/strong><\/p>\n<p>Da also die Kategorie &#8222;Landwein&#8220; in der derzeitigen Form ab dem Inkrafttreten der EU-Weinmarktordnung keinen ernstzunehmenden Mehrwert f\u00fcr Produzenten und Konsumenten bietet, wird sie also wohl weitgehend verschwinden oder \u00fcberhaupt abgeschafft werden.<\/p>\n<p>Aber auch die n\u00e4chsth\u00f6here Stufe &#8222;Qualit\u00e4tswein&#8220; kommt durch die \u00c4nderungen beim Tafelwein unter Druck. Qualit\u00e4tsweine im unteren Preisbereich, die sich weniger \u00fcber die Herkunft als \u00fcber die Sorte und den Preis verkaufen, stehen wohl im direkten Wettbewerb mit den neuen Tafelweinen, sind aber deutlich teurer in der Herstellung.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich kostet die erforderliche staatliche Pr\u00fcfnummer Geld und Flexibilit\u00e4t und die eingeschr\u00e4nkten Ertr\u00e4ge bedeuten nat\u00fcrlich auch h\u00f6here Produktionskosten.<\/p>\n<p>Ob diese Entwicklung gut ist, oder schlecht, l\u00e4\u00dft sich nicht so einfach beurteilen. Und ob und wie die Weingesetzgebung darauf reagieren kann und soll, ist auch den Verantwortlichen noch nicht ganz klar.<\/p>\n<p>Welche Strategien es g\u00e4be, werde ich demn\u00e4chst berichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Marginalisierung des Landweines Eine der absehbarsten Folgen der in Teil 1 beschriebenen Aufwertung des Tafelweines ist die De-facto-Abschaffung der Qualit\u00e4tskategorie Landwein. 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